MMA

"Ich werde Diego Sanchez vorzeitig besiegen"

Ross "The Real Deal" Pearson will am Samstag im vierten Kampf in Folge ungeschlagen bleiben (Foto: Valentino Kerkhof/Groundandpound.de).

Den Hauptkampf der 42. UFC Fight Night am kommenden Samstag werden Ben Henderson und Rustam Khabilov bestreiten, die meisten Feuerwerke werden aber vom Co-Hauptkampf erwartet, in dem der Brite Ross Pearson auf den Sieger der ersten „The Ultimate Fighter“-Staffel, Diego Sanchez, treffen wird.

Beide Kämpfer sind bekannt dafür, im Octagon stets alles zu geben und dadurch regelmäßig in höchst unterhaltsame Schlachten verwickelt zu werden. Nach Knockout-Siegen gegen George Sotiropoulos und Ryan Couture sowie einem kontroversen ‚No Contest’ gegen Melvin Guillard will Pearson am Wochenende den wohl größten Sieg seiner Karriere einfahren. Wir haben uns im Vorfeld mit „The Real Deal“ unterhalten:

Groundandpound.de: Wie lief dein Training und wie fühlst du dich kurz vor dem Kampf?
Ross Pearson: Es hört sich nach Klischee pur an und Ihr habt es wahrscheinlich schon eine Million Mal gehört, aber ich fühle mich so gut wie noch nie vor einem Kampf. Das Gewichtmachen läuft perfekt. Ich habe Dean Amasinger hier bei mir, wir haben wirklich gut zusammengearbeitet, er ist wie mein Bruder. Er lässt mich die richtige mentale Einstellung bekommen vor einem Kampf und ich fühle mich bestens.

Albuquerque liegt einige hundert Meter über dem Meeresspiegel, was Sport noch weitaus anstrengender macht als er es ohnehin schon ist. Wie hast du dich auf diese besonderen Umstände vorbereitet?
Ich konnte zuhause in England glücklicherweise in einer Höhenkammer trainieren, die eine größere Höhe simuliert hat als die, auf der Albuquerque sich befindet. Außerdem bin ich schon am Sonntag hier angereist, ein paar Tage früher als sonst, um mich daran zu gewöhnen. Wir sind dann zu einem Berg hier in der Nähe gefahren und haben an den Pratzen trainiert und Schattenboxen gemacht und ein bisschen meditiert. Mein Körper hat sich großartig angefühlt, die Höhe hat mich in keiner Weise eingeschränkt. Die Höhenkammer in England hat also funktioniert und am Samstag werde ich mich genauso fühlen, als wenn ich zuhause kämpfen würde.

Anfang des Jahres musstest du deinen Rückkampf gegen Melvin Guillard wegen einer Knieverletzung absagen. Wie schwer war der Weg zurück zu voller Gesundheit und in Wettkampfform?
Ich wurde operiert, und der Chirurg hat tolle Arbeit geleistet. Alles lief perfekt, so wie ich es wollte – meine Physio-Therapie, mein Reha-Programm. Ich war in den letzten vier, fünf Jahren nie in so guter Form wie jetzt. Ich fühle mich so bereit, wie ich nur sein kann – mehr hätte ich nicht tun können. 

Euer erster Kampf hat sehr kontrovers als ‚No Contest’ geendet, als Melvin dich mit einem illegalen Kniestoß getroffen hat. Würdest du gerne noch einmal gegen Melvin kämpfen, um zu beweisen, dass du der bessere Kämpfer bist, oder ist das Thema für dich abgeschlossen?
So etwas passiert einfach, es war halt ein Unfall. Ich nehme so etwas nicht persönlich – ich mag Melvin, er ist ein guter Kerl. Wenn sich unsere Wege in Zukunft kreuzen sollten, würde ich natürlich gerne noch einmal gegen ihn kämpfen. Es ist aber immer ein Wettkampf, ich habe nichts gegen Melvin.

Jetzt wirst du gegen Diego Sanchez antreten. Was hältst du von ihm und bist du ein Fan, wenn du nicht gerade selbst gegen ihn kämpfst?
Ja, ich schalte immer ein, wenn Diego Sanchez auf dem Programm steht. Er gibt alles, er ist ein intensiver Typ. Die Fans lieben es, ihn kämpfen zu sehen, weil er bereit ist, einen Schlag einzustecken, um selbst einen zu landen. Ich bin selbst ein Fan von ihm; ich respektiere sein Kämpferherz und die Art, wie er Dinge anpackt, aber ich denke, dass ich besser bin als er. Ich glaube, dass ich im Stand besser bin, dass ich zu fit, zu schnell und zu stark bin – ich glaube, dass ich zu hart für ihn schlage. Ich denke, dass ich ihn überwältigen und dann vorzeitig besiegen kann.

Diego hat vor wenigen Monaten erst gegen Miles Jury verloren, mit dem du oft trainierst. Habt ihr euch auch für diesen Kampf zusammengetan und falls ja, welche Tipps hat er dir mit auf den Weg gegeben?
Nein, für diesen Kampf habe ich nicht mit Miles trainiert. Ich habe hauptsächlich in England trainiert und bin dann zum Alliance (MMA Gym in San Diego, d. Red.) geflogen, um mich anzupassen, aber da haben wir kaum miteinander trainiert. Ich habe allerdings Miles etwas geholfen, als er selbst gegen Diego gekämpft hat, und da haben wir uns über ihn unterhalten, Beobachtungen und Infos ausgetauscht und so weiter.

Du hast momentan einen ziemlichen Lauf in der UFC – angenommen, du kannst Diego überzeugend besiegen, was planst du noch für das Jahr 2014?
Ich will ein Statement abliefern, weil ein Sieg mich ins Gespräch bringen wird. Ich denke immer noch, dass Diego einer der besten Kämpfer in dieser Gewichtsklasse ist und vor allem der zäheste Kämpfer des ganzen UFC-Kaders. Man kann nicht schlechtreden, wie hart im Nehmen er ist. Wenn ich also hierherkomme und ein Statement abgebe, dann kann ein einziger Kampf meine ganze Karriere verändern – und das ist genau das, was ich vorhabe. Ich will direkt bei den großen Jungs einsteigen und mein Können präsentieren. Ich erwarte viel von diesem Kampf und will in diesem Jahr noch zwei weitere Male kämpfen.

Wenn du tatsächlich drei Mal dieses Jahr kämpfst und du gegen Diego und deinen nächsten Gegner besiegst – glaubst du, dass es im dritten Kampf um den Titel gehen könnte?
Ja, denn wie gesagt, ein einziger Kampf kann alles verändern; dieser Sport ist verrückt. Ich habe aktuell bereits zwei Knockouts nacheinander, und wenn ich auf diese Art weitermachen kann, wüsste ich nicht, warum ich keinen Titelkampf bekommen sollte – ich muss einfach weiter hart arbeiten. Ich unterschätze Diego nicht, aber nach einem Sieg gegen ihn kann alles passieren.

Warum sollten die Fans am Samstag einschalten, um deinen Kampf gegen Diego Sanchez zu sehen?
Sie sollten einschalten, weil es möglicherweise der Kampf des Jahres werden könnte. Es könnte einer dieser Kämpfe sein, den die Leute sich immer wieder angucken, so wie Stephan Bonnar gegen Forrest Griffin. Das ist genau das, worauf ich mich vorbereitet habe – die Fans werden nicht enttäuscht sein.