MMA

Henderson, Gustafsson und MacDonald siegen bei UFC on FOX 5

UFC on FOX 5

In der Key Arena in Seattle, Washington, USA, ging soeben die fünfte Veranstaltung der UFC auf dem bekannten Fernsehsender Fox zu Ende. Ein ausverkauftes Haus und eine ganze Menge spannender Kämpfe sorgten für einen erinnerungswürdigen Abend, der der UFC den zum Teil weniger aufregenden Fox-Events in der Vergangenheit sicherlich gut getan haben dürfte.

Im Hauptkampf des Abends standen sich mit Ben Henderson und Nate Diaz zwei der besten Leichtgewichtler der Welt gegenüber, die beide wild entschlossen in den Kampf gingen und von Anfang an dem jeweils anderen ihren Kampfstil aufzwingen wollten. Henderson nutzte wie erwartet seine Low-Kicks, die Diaz mehrfach zu Fall brachten, während dieser versuchte, Henderson mit seinem Boxen unter Druck zu setzen. Den größeren Erfolg hatte allerdings Henderson, der mit harten Treffern in Kombination mit einigen Takedowns eine Runde nach der anderen für sich entschied. In der dritten Runde startete Diaz dann zwar sein berühmt-berüchtigtes Provokations-Programm, außer einem Niederschlag bekam er allerdings nicht viel dafür. Im Laufe der restlichen Runden nahm Henderson den Kampf in seine Hand, indem er Diaz wiederholt zu Boden brachte und dort Kopf und Körper bearbeitete, sodass Diaz während der letzten Rundenpause sogar kurz vom Ringarzt begutachtet werden musste. Auch in der fünften Runde steckte Diaz hauptsächlich ein und blieb zwar bis zur letzten Sekunde gefährlich, musste aber letztendlich eine deutliche Punktentscheidung an den alten und neuen Champion abgeben.

Der Co-Hauptkampf zwischen Mauricio „Shogun“ Rua und Alexander Gustafsson schien innerhalb der ersten Minute gleich zwei Mal beinahe vorbei zu sein. Nachdem der Schwede Gustafsson seinen Gegner zunächst niederschlagen konnte, fing dieser ihn kurz darauf beinahe in einem Heel Hook. Beide erholten sich jedoch schnell und machten im Stand weiter, wo Shogun bald darauf Gustafsson niederschlug, der sich jedoch ebenfalls schnell der pikanten Situation entledigen konnte. Im zweiten Durchgang machten die beiden dort weiter, wo sie am Ende des ersten aufgehört hatten – mit harten Aktionen im Stand, die zwar niemanden an den Rand eines Knockouts brachten, aber dennoch sichtbar Schaden hinterließen. Obwohl auch Shogun immer wieder harte Schläge durchbrachte, schien Gustafsson den Kampf mit guten Treffern und gelegentlichen Takedowns langsam unter seine Kontrolle zu bringen. In Runde drei bot sich das gleiche Bild. Harte Einzelaktionen beiderseits und hin und wieder ein Takedown des Schweden ließen Gustafssons Vorsprung auf den Punktzetteln weiter wachsen, was nach fünfzehn Minuten den einstimmigen Punktsieg für den „Mauler“ zur Formsache machte. 

BJ Penn startete stark gegen Rory MacDonald, setzte ihn von Beginn an unter Druck und versuchte stetig, den Kampf zu ihm zu tragen. MacDonald konnte dagegen immer wieder mit Kicks und Jabs punkten und Penn sogar mit einem Ellbogen anknocken.
In Runde zwei dauerte es nicht lange, bis MacDonald Penn mit dem Rücken zum Käfig hatte und ihm dort weiter mit Schlägen und Kicks zusetzen konnte. Gegen Mitte der Runde schien Penn dann nach mehreren harten Körperhaken einige Male kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen, konnte sich aber in die dritte Runde retten und auf dem Weg dorthin sogar noch selbst den einen oder anderen Schlag ins Ziel bringen. Zu Beginn der dritten und letzten Runde wirkte Penn einerseits etwas verloren, andererseits aber auch für seine Verhältnisse und besonders im Hinblick auf die harten ersten beiden Runden relativ frisch. Penn versuchte dann auch, seinen Gegner weiter unter Druck zu setzen, seine Anstrengungen wurden allerdings vom immer selbstbewusster werdenden MacDonald abgeblockt. Dieser zog sich im Lauf der letzten Minuten dann zwar noch den Unmut einiger Fans zu, indem er Anderson Silva-artige Showeinlagen einstreute und dafür empörtes Buhen erntete, konnte sich am Ende der fünfzehn Minuten aber dennoch über einen eindeutigen und einstimmigen Punktsieg über eine Legende des Sports freuen. Dem Kampf selbst lies „Ares“ darüber hinaus eine Herausforderung an Carlos Condit folgen, der bis heute der einzige Mann ist, dem MacDonald je im Käfig unterlegen ist. 

Der auf Fox übertragene Teil des Abends wurde im Weltergewicht von Mike Swick und Matt Brown eröffnet. Nachdem der Kampf etwa eine Minute nach Beginn auf den Boden ging, musste Swick einige Schrecksekunden überstehen, in denen Brown ihn mit einem D’Arce Choke scheinbar kurz vor der Aufgabe hatte. Swick befreite sich jedoch, allerdings nur, um sich kurz darauf in einem Triangle Choke wiederzufinden, bevor er sich auch daraus befreien konnte und der Kampf noch einige Sekunden explosiv im Stand weiterging, bis die erste Runde auch schon vorbei war. Auch in der zweiten Runde kämpften beide, unterbrochen von etwas Geclinche am Käfig, im Stand weiter, als Brown plötzlich mit einer Linken durchkam und diesem Schlag eine knackige Rechte folgen ließ, die den bereits vom ersten Schlag mitgenommenen Swick die Lichter ausknipste und rücklings gegen den Käfig fallen ließ. Matt Brown schließt das Jahr 2012 damit mit vier Siegen in vier Kämpfen ab.

Vorprogramm
Zum Abschluss des Vorprogramms wurde der ursprünglich für Oktober angesetzte Leichtgewichtskampf zwischen Jeremy Stephens und Yves Edwards nachgeholt. Stephens, der nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen und der durch rechtliche Probleme verlängerten Zwangspause bereits während des Walkouts sehr aufgekratzt wirkte, schien von Beginn an heiß zu sein und eröffnete den Kampf direkt mit einem eingesprungenen Kniestoß. Der zunächst sehr verhalten agierende Edwards wartete ab, fand eine passende Gelegenheit und machte Stephens mit einem rechten Schwinger und darauffolgenden Ellbogen den Garaus und wird damit der erste Kämpfer, der Jeremy Stephens ausknocken konnte. 

Raphael Assuncao konnte in der ersten Runde seines Bantamgewichtskampfes gegen Mike Easton zwar immer wieder einzelne Schläge ins Ziel bringen, scheiterte jedoch immer wieder an der Takedownverteidigung seines kompakt gebauten Gegners. In Runde zwei ging es im Stand weiter. Easton versuchte zwar nach Kräften, Assuncao mit harten Schlägen und Kicks zu erwischen, konnte seinen Gegner aber nie wirklich stellen. In Runde drei kamen dann auch Eastons Attacken nicht mehr so flüssig wie zuvor, und Assuncao gelang es mehr und mehr, den nun hauptsächlich einzeln kommenden Angriffen auszuweichen und weitere seiner Konter anzubringen. Das Resultat war nach fünfzehn Minuten dann auch nicht allzu überraschend: Assuncao besiegt Easton per einstimmigem Punktentscheid.

Im vierten Kampf des Abends trafen, ebenfalls im Leichtgewicht, Daron Cruickshank und Henry Martinez aufeinander. Der Kampf endete in Runde zwei mit einem Knall, als Cruickshank seinen zähen Gegner mit einem rechten Headkick endgültig auf die Bretter schickte, nachdem er ihm bereits in den eineinhalb vorangegangenen Runden ordentlich zugesetzt hatte.

UFC-Neuling Abel Trujillo bezwang, auch hier in einem Leichtgewichtskampf, den erfahrenen Ringer Marcus LeVesseur in Runde 2 mit Kniestößen zum Körper durch T.K.o. und brachte seinem Gegner damit die zweite Niederlage in drei UFC-Kämpfen bei.

Im Leichtgewicht traf einen Kampf zuvor Ramsey Nijem auf Joe Proctor. Nijem gewann die erste Runde, bis Proctor einen Fehler Nijems ausnutzte, als dieser bei einem seiner Schläge die Hände zu weit unten ließ und prompt von zwei Konterschlägen getroffen wurde. Runde zwei spielte sich hauptsächlich im Stand ab, wo beide Kämpfer hin und wieder trafen und Nijem sich im Clinch und am Boden Vorteile erarbeiten konnte. In Runde drei allerdings konnte Proctor nicht mehr genug Energie aufbringen, um aus einigen günstigen Positionen am Boden Kapital schlagen zu können, sodass Nijem nach drei Runden einstimmig zum Sieger nach Punkten erklärt wurde. 

Im zweiten Kampf des Abends zeigte Dennis Siver, warum er eigentlich an eine höhere Position auf dem Programm gehört. Siver konnte Nam Phan in Runde eins im Stand dominieren. Phan hielt zwar gut dagegen, konnte den Kombinationen des Mannheimers aber effektiv nicht viel entgegensetzen. In den letzten zehn Minuten verlagerte sich das Geschehen dann größtenteils auf den Boden, wo Siver seinen Gegner mit unbarmherzigen Ground and Pound durchrüttelte, bis der dritte Rundengong Phan rettete – die Punktrichter hatten trotzdem mehr als genug gesehen, wie die Wertungen von 30 zu 26, 30 zu 25 und 30 zu 24 Punkten unmissverständlich zeigen.

Im ersten Kampf des Abends setzte sich Scott Jorgensen nach extrem unterhaltsamen vier Minuten und 59 Sekunden via Rear Naked Choke gegen John Albert durch.

Anbei alle Ergebnisse des Abends in Kurzform:

Hauptprogramm:
Benson Henderson besiegt Nate Diaz via Punktentscheid (einstimmig)
Alexander Gustafsson besiegt Mauricio Rua via Punktentscheid (einstimmig)
Rory MacDonald besiegt BJ Penn via Punktentscheid (einstimmig)
Matt Brown besiegt Mike Swick via K.o. nach 2:31 in Runde 2

Vorprogramm:
Yves Edwards besiegt Jeremy Stephens via K.o. nach 1:55 in Runde 1
Raphael Assuncao besiegt Mike Easton via Punktentscheid (einstimmig)
Ramsey Nijem besiegt Joe Proctor via Punktentscheid (einstimmig)
Daron Cruickshank besiegt Henry Martinez via K.o. nach 2:57 in Runde 2
Abel Trujillo besiegt Marcus LeVesseur via T.K.o. nach 3:56 in Runde 2
Dennis Siver besiegt Nam Phan via Punktentscheid (einstimmig)

Scott Jorgensen besiegt John Albert via Rear Naked Choke nach 4:59 in Runde 1