MMA

Gunnar Nelson: „Noch 2 Siege, dann will ich um den Titel kämpfen“

Gunnar Nelson will sich in seinem ersten UFC-Hauptkampf endgültig als Top-Kämpfer etablieren (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de).

Üblicherweise sind es Charaktere wie Chael Sonnen oder Conor McGregor, die mit großen Sprüchen die Aufmerksamkeit der Fans auf sich ziehen. Gunnar Nelson dagegen redet nur dann, wenn er gefragt wird und gibt sich auch sonst keine Mühe, aus der Masse herauszustechen.

Trotzdem hat sich der 26-Jährige innerhalb der ersten zwei Jahre seiner UFC-Karriere dank seines in der wilden MMA-Welt auffällig unauffälligen Verhaltens und beeindruckenden Siegen im Octagon zu einem Fan-Liebling gemausert. Am 4. Oktober wird der langjährige Trainingspartner von McGregor nun seine Chance auf die volle Portion Aufmerksamkeit bekommen, wenn er im Hauptkampf von UFC Stockholm auf Rick Story trifft. Der Amerikaner hat einen Hintergrund im Ringen, harte Hände und einen aggressiven Kampfstil vorzuweisen und dürfte sich als angemessener Test für den stoischen BJJ-Experten erweisen.

Wir haben uns im Vorfeld des Kampfes mit Nelson unterhalten.

Groundandpound.de: Hallo Gunnar, wie geht es dir und wie viel Zeit außerhalb des Gyms konntest du dir nach deinem Sieg gegen Zak Cummings im Juli gönnen?
Gunnar Nelson: Sehr gut, vielen Dank. Ich habe nur eine kleine Pause eingelegt und bin mit meiner Familie campen gewesen. Hat Spaß gemacht. Jetzt werde ich nach Dublin fliegen für ein vierwöchiges Trainingslager.

Bei UFC Dublin konntest du Zak Cummings durch Aufgabe besiegen, allerdings hatte er zu Beginn des Kampfes einige gute Momente. Wie würdest du seine und deine eigene Leistung bewerten?
Cummings hat sich gut geschlagen. Seine eigene Leistung kann nur er selbst wirklich bewerten, aber ich für meinen Teil bin zufrieden. In der zweiten Runde habe ich das Tempo ein bisschen angezogen und konnte mir kurz darauf den Sieg holen.

Hat Cummings dich mit irgendetwas in eurem Kampf überraschen können?
Nicht wirklich, ich lege mein Training darauf aus, nie wirklich etwas zu erwarten, bis ich ins Octagon steige. Dann versuche ich einfach, ein Gefühl für die Situation zu bekommen und entsprechend zu handeln.

Die irischen Fans haben dich wie einen der ihren begrüßt, immerhin trainierst du auch da. Hat dich die Atmosphäre in der o2 etwas aufgeputscht?
Ja, definitiv, das gibt dir einen Energieschub. Es war unglaublich, wie laut und kraftvoll die Zuschauer die Atmosphäre dort gemacht haben. So etwas habe ich noch nie erlebt, das war ein neues Level.

Mittlerweile kämpfst du seit zwei Jahren in der UFC. Wie stark hat das hohe Niveau deinen Fortschritt als Kämpfer beeinflusst im Vergleich zu deiner Zeit in kleineren Organisationen?
Ich entwickle mich durchgehend weiter, und ein Teil der UFC zu sein, hat mir auf meinem Weg als Kämpfer sehr geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe einfach so viel gelernt in den vergangenen zwei Jahren – ich habe einen gewaltigen Sprung gemacht.

Bei der 53. UFC Fight Night in Stockholm wirst du zum ersten Mal im Hauptkampf stehen: Was bedeutet das für dich?
Es ist eine Ehre, hier in Schweden einen Event anführen zu dürfen. MMA ist hier in den letzten Jahren so stark gewachsen – wir haben das in Island die ganze Zeit über verfolgt. MMA ist zuhause verboten, also haben wir uns immer etwas an die Schweden gehalten und beobachtet, wie sie das Ganze machen, daher verfolgt in Island jeder, was hier passiert. Aus diesem Grund bedeutet es extrem viel für mich, gerade hier den Hauptkampf bestreiten zu dürfen. Es ist ein wahr gewordener Traum und ich freue mich wirklich sehr darüber.

Du wirst am 4. Oktober auf Rick Story treffen. Hattest du ihn nach deinem Sieg in Dublin auf dem Radar?
Nicht wirklich, ich habe eigentlich niemanden auf dem Radar. Oder jeden, ganz wie du willst. Es gibt so viele gute Leute in dieser Gewichtsklasse, und schlussendlich werde ich gegen alle von ihnen kämpfen. Rick Story ist ein körperlich sehr starker Kämpfer, er ist sehr erfahren und ich glaube, dass es ein guter Kampf werden wird.

Könnte ein Sieg gegen ihn den Durchbruch für dich bedeuten? Wo siehst du dich selbst im Falle eines Sieges?
Das hängt von der Art des Sieges ab. Wenn ich diesen Kampf gewinne und danach noch einen auf überzeugende Art und Weise, will ich danach um den Titel kämpfen.

Hast du für den Kampf vor einer Titelchance jemand bestimmten im Kopf? Ebenfalls am 4. Oktober werden in Halifax mit Rory MacDonald und Tarec Saffiedine zwei Top-Kämpfer gegeneinander antreten – wäre der Sieger dieses Kampfes etwas für dich?
Das wäre ein sehr interessanter Kampf für mich. Ich weiß nicht, ob es der nächste Kampf wäre oder der danach, aber irgendwann werden wir uns im Octagon gegenüberstehen.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.
Gerne, ich habe zu danken.

Tickets für UFC Stockholm: Nelson vs. Story sind noch immer unter diesem Link erhältlich.