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GnP-Awards 2012: Veranstaltung des Jahres international

Bei UFC 148 trafen Anderson Silva und Chael Sonnen endlich zum zweiten Mal aufeinander.

UFC 148, das am 7.7. des vergangenen Jahres in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas stattfand, ist für die GnP-Leser der internationale Event des Jahres 2012. Die Wahl ist nicht allzu überraschend, denn der Event wurde nicht nur vom bis dato am heißesten erwarteten Rückkampf in der Geschichte der UFC angeführt, sondern bot mit Forrest Griffin, Tito Ortiz, Cung Le, Chad Mendes, Ivan Menjivar, Costa Philippou, Demian Maia, Melvin Guillard und vielen anderen eine ganze Riege an bekannten Kämpfern auf.

Das Drama um den lange herbeigesehnten Hauptkampf nahm ursprünglich bei UFC 109, im Februar 2010, seinen Lauf, als Sonnen in einem Ausscheidungskampf um die nächste Titelchance im Mittelgewicht gegen den zuvor favorisierten Nate Marquardt gewann. Neben Sonnen gefiel die Ansetzung gegen Silva nicht allzu vielen anderen Menschen, und so startete Sonnen eine bis heute beispiellose Trash-Talk-Kampagne, die den ehemals unpopulären Kampf zu einer der meisterwarteten Ansetzungen des Jahres machte. Auch der Kampf selbst enttäuschte nicht, denn wider aller Erwartungen gelang es Sonnen bei UFC 117 viereinhalb Runden lang, den in der UFC ungeschlagenen und gefürchteten Mittelgewichtschampion nicht nur zu Boden zu bringen und dort zu kontrollieren, sondern ihm auch im Stand schlecht aussehen zu lassen. Kurz vor Ende des Kampfes gelang Silva mit einem Triangle Choke dann noch die Rettung in buchstäblich letzter Sekunde, aber das Interesse an einer weiteren Auseinandersetzung der beiden war natürlich riesig. Ein sofort angesetzter Rückkampf kam allerdings bis zu UFC 148 nicht zustande, denn Sonnen wurde im Anschluss an seine Niederlage nicht nur mit erhöhten Testosteronwerten ertappt, sondern musste sich außerdem mit einer rechtlichen Unklarheit aus seiner Zeit als Immobilienmakler herumschlagen. 14 Monate nach dem ersten Kampf stieg Sonnen daher zum ersten Mal überhaupt wieder ins Octagon und besiegte dort Brian Stann dominant durch Aufgabe. Einen weiteren Sieg und zwei Titelverteidigungen Silvas später war man endlich wieder an dem Punkt angelangt, an dem man direkt nach der ersten Begegnung schon war, denn für UFC 148 war nach dem jahrelangen Chaos schließlich doch noch der Rückkampf der beiden angesetzt worden.

Am 7.7. schließlich lief die erste Runde beinahe haargenau so ab wie die Durchgänge eins bis vier des ersten Kampfes, da Sonnen seinen Gegner erneut runterbrachte und ihn dort über weite Teile der Runde kontrollierte. Zu Beginn der zweiten fünf Minuten wurde allerdings schnell klar, dass der Kampf als solches sich nicht in die bekannte Richtung entwickeln würde. Silva schaffte es, jeden von Sonnens Takedownversuchen abzuwehren, bis dieser verzweifelt mit einer mittlerweile berühmten und oft parodierten Spinning Back Fist versuchte, dem Champion ins Gesicht zu schlagen, anstatt ihn zu Boden zu bringen. Zu seinem Leidwesen war es allerdings Sonnen selbst, der nach einer unfreiwilligen 360°-Drehung in den Käfigzaun stürzte und dort prompt ein gerade noch erlaubtes Knie zum Solarplexus nahm, das den Anfang vom Ende der Mittelgewichts-Titel-Träume des Mannes mit dem „größten Arm in ganz Orgeon“ einleitete. Einige gut platzierte Schläge später hatte Ringrichter Yves Lavigne genug gesehen, und Silva beendete den Kampf erneut mit dem Gürtel um seine Hüfte.

Aber nicht nur Silva und Sonnen trafen bei UFC 148 zum wiederholten Male aufeinander; auch die früheren UFC-Halbschwergewichtschampions Forrest Griffin und Tito Ortiz standen sich an jenem Wochenende erneut gegenüber. Ihr Match bei UFC 148 war allerdings bereits der dritte Kampf der beiden, um den Ortiz nach seiner Niederlage gegen Rogerio Nogueira im Dezember 2011 explizit als Abschiedsauftritt aus dem aktiven Kämpferdasein gefragt hatte. Nach zwei knappen Punktentscheidungen in den ersten zwei Begegnungen sollte auch die dritte nicht anders enden – nach drei Runden wurde Griffin leicht kontrovers zum Sieger erklärt und sorgte daraufhin prompt für Verwirrung, als er Kommentator Joe Rogan das Mikro entriss und seinen Gegner auf eigene Faust interviewte.

Dort, wo die UFC zuhause ist - der Strip von Las Vegas (James Phelps/Creative Commons).

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm beeindruckten neben Cung Le, der mit einem Punktentscheid über Patrick Coté seinen ersten Sieg in der UFC einfahren konnte, vor allem Chad Mendes und Demian Maia, die ihre Gegner in jeweils weniger als einer Minute durch T.K.o. abfertigten.

Auch in den Vorkämpfen waren einige gern gesehene Kämpfer zu finden. Zwar ging das Vorprogramm mit jedem Kampf über die volle Distanz, der überraschende Sieg des jungen Russen Khabib Nurmagomedov über den erfahrenen UFC-Veteranen Gleison Tibau oder Melvin Guillards dringend benötigter Sieg gegen Fabricio Camoes, nachdem er zuvor zwei Kämpfe in der ersten Runde verloren hatte, blieben aber dennoch in Erinnerung.

Abgerundet wurde das Wochenende außerdem durch die UFC Fan-Expo, auf der neben den üblichen Events wie Autogrammstunden, Grappling-Turnieren und Frage-Stunden mit prominenten Kämpfern oder anderen Persönlichkeiten aus der MMA-Welt außerdem Tito Ortiz nur wenige Stunden vor seinem letzten Kampf in die Hall of Fame der UFC aufgenommen wurde. Ebenfalls debütierte die „International Fight Week“ für den Event. Neben weiteren Meet & Greet-Möglichkeiten mit Kämpfern wurden die ganze Woche über weitere Fan-Veranstaltungen wie Pool-Parties, Gewinnspiele oder Public Viewing-Events veranstaltet.