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GnP Awards 2009: Kämpfer des Jahres international

Fedor Emelianenko ist der beste internationale Kämpfer des Jahres 2009. Dies haben die GroundandPound-Leser mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Mit 54,1% der Stimmen wählten sie den unschlagbaren Russen. Auf Platz zwei landete überraschenderweise WEC Federgewichtschampion Jose Aldo (15,6%). Fedors M-1-Kollege Gegard Mousasi rangiert auf Platz drei (8,8%).

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Fedor Emelianenko (Russia) 54,1%
2. Jose Aldo (Brazil) 15,6%
3. Gegard Mousasi (Armenia) 8,8%
4. Georges St. Pierre (Canada) 8,4%
5. Gilbert Melendez (USA) 8,2%
6. Shinya Aoki (Japan) 4,9%

Nach wie vor erhaben über alle Zweifel: Fedor Emelianenko.

Es war ein turbulentes Jahr 2009 für den Russen aus Stary Oskol. Sein Arbeitgeber Affliction ging Pleite, etwas, was Emelianenko bereits zweimal erleben musste. Nämlich mit Pride FC und BodogFight. Lange war nicht klar wohin es ihn verschlagen würde - es schien sogar im Bereich des Möglichen, dass er einem Engagement in der UFC zustimmen könnte. Doch dann die große Überraschung: Fedor unterschrieb bei Strikeforce. Zwar der größte Konkurrent der UFC in Nordamerika, aber verglichen mit dem Branchenprimus lediglich ein Leichtgewicht.

Die Wahl unserer Leser ist einerseits natürlich kein überraschendes Ergebnis. Fedor ist nach wie vor einer der Besten, wenn nicht DER Beste MMA-Kämpfer auf diesem Planeten. Im Gegensatz zum bisherigen Verlauf seiner Karriere zeigte der „Letzte Kaiser“ im letzten Jahr allerdings erste Schwächen, war keineswegs der dominante Kämpfer, den man erwartete. Zwei Kämpfe bestritt er im vergangenen Jahr. In beiden schien er zuweilen arg in Bedrängnis gewesen zu sein, auch wenn er dies selbst nach den Kämpfen natürlich kategorisch verneinte. Doch vor allem sein letzter Fight, gegen den ungeschlagenen, doch auch ein wenig ungestüm wirkenden Newcomer Brett Rogers, rief unzählige Kritiker auf den Plan. Zu schwer tat der Russe sich im Clinch. Wirkte kräftemäßig unterlegen, musste am Boden gar einige Schläge des schwarzen Koloss einstecken. Und dies gegen einen Kontrahenten, dem Experten und Fans gleichermaßen nur eine kurze Nacht vorhersagten.

Auch der Kampf gegen den ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Andrei Arlovski, im Januar letzten Jahres, war eine Zitterpartie für alle Fedor-Anhänger. Von Beginn an schien Arlovski das Tempo des Kampfes zu diktieren. Sein Training beim legendären Boxtrainer Freddy Roach schien sich ausgezahlt zu haben, denn er boxte Emelianenko auf voller Linie aus. Lediglich ein Fehler, ein Moment des Übermuts kosteten ihn schließlich abrupt den Kampf. Für den Bruchteil einer Sekunde wich Arlovski von seiner Taktik ab. Ein wild eingesprungenes Knie verfehlte den Russen. Der nutze die Lücke und schoss Arlovski mit einer gnadenlosen rechten Overhand ab.

Aber egal wie arg Fedor Emelianenko in seinen beiden letztjährigen Fights tatsächlich in Bedrängnis war, so bleibt er doch nach wie vor über alle Zweifel erhaben. Auch Brett Rogers, der in der ersten Runde keine schlechte Figur zu machen schien, knockte der Russe zu Beginn der zweiten Runde eiskalt aus. Zwei Kämpfe, zwei Siege, zwei KOs. Keine schlechte Bilanz für einen Kämpfer, auf den in einigen Internetforen, Blogs und Newsportalen bereits der Abgesang angestimmt wurde. Jeder, der hier bereits die Felle des WAMMA-Schwergewichtschampions davon schwimmen sah, verschließt seine Augen vor der Wahrheit. Fedors Dominanz ist nach wie vor vorhanden. Er ist immer noch der erste Name, der fällt, wenn es um die besten Kämpfer dieser Welt geht. Sicher mag der alte Lack ein wenig bröckeln. Doch solange Emelianenko damit fortfährt, Gegner um Gegner vorzeitig abzufertigen, als wäre es ein Frühstück, ist die Amtszeit des „Letzten Kaisers“ noch lange nicht vorüber.