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GnP Awards 2009: Bester Veranstalter national

Auf Anhieb etablierte Veranstalter auf die Plätze verwiesen zu haben, können nur wenige von sich behaupten. Dem Essener Ben Helm, Veranstalter der Respect Fighting Championship, gelang dieses Kunststück und Kampfsport-Deutschland gratuliert zum Award als Bester Veranstalter national 2009. Begonnen hatte die Respect Fighting Championship – und damit auch die Veranstalter-Karriere Helms – auf einer kleineren Show in Deutschland.

Helm schaute sich nicht nur die Kämpfe, sondern auch die Rahmenbedingungen der Show, genauestens an, und entdeckte mehrere Mängel. Der erste Entschluss war gefällt: „Das kann ich besser!“ Doch während sich 99 Prozent der Menschen, die den Satz aussprechen, zurück in den Sessel fallen lassen und die nächste Dose Bier öffnen, krempelte der 30-Jährige die Ärmel hoch und begann die Planungen.

Am 14. März 2009 fand in Herne – in NRW, dem MMA-Herzen Deutschlands, gelegen – die erste Veranstaltung von Respect.FC statt. Seine guten Kontakte in die Niederlande nutzte Helm nicht nur aus, um zahlreiche Teams aus unserem Nachbarland einzuladen, sondern um mit dem enorm erfahrenen Affliction- und M-1 Ringrichter Marco Broersen einen der besten aus ganz Europa zu verpflichten.

Das Matchmaking übernahm Helm selbst und während man bei Beginn der Show auf Grund der vielen hier unbekannten Niederländer und lokalen Talente eher skeptisch war, sprachen die Gesichter der Zuschauer nach der Show Bände. Die Stimmung im brechend vollen Fighters World Herne war erstklassig und sämtliche Kämpfe wussten zu überzeugen. Hier wurde kein Neuling verheizt, keinem Kämpfer ein dankbarer Gegner zugeschustert.

Was Helm anpackt, hat Hand und Fuß. So auch die zweite Veranstaltung, die im November erneut in Herne, dieses Mal aber in einer größeren Halle stattfand. Größere Show heiß bei Helm aber nicht größere Showeffekte. Pyrotechnik, Lasershows, heiße Ringcardgirls, all das ist bei Respect nicht wirklich von Interesse. Hier geht es um den Sport. Daher haben die Respect-Galas auch den Charakter einer Shooto-Show als das spektakuläre Brimborium der UFC.

Hat allen Grund zum lachen: Ben Helm.

Respect.2 hatte zwar unter einer ganzen Flut von kurzfristigen Absagen der Spitzenkämpfer, und damit einer nominellen Schwächung der Fightcard, zu leiden, führte aber in beeindruckender Weise fort, was bei Respect.1 begonnen wurde. Es mag banal klingen, aber weder Kämpfer noch Zuschauer verließen eine der beiden Galas mit Beschwerden über den Ablauf oder die Show.

Über Helm, seine Arbeitsweise und seine Einstellung selbst sagt der folgende Dialog alles. Kurz nach dem Ende von Respect.2 gefragt, ob er denn zufrieden sei, sprudelte es aus ihm heraus: „Oh Mann, ich habe jetzt schon wieder eine Liste mit über zwanzig Punkten, die ich beim nächsten Mal verbessern muss!“ MMA-Deutschland kann sich freuen, einen Mann als Veranstalter zu haben, der trotz Erfolg unermüdlich weiter dafür sorgt, dass dem Sport, den Athleten und den Fans das geboten wird, was sie verdienen: eine erstklassige Bühne.

Die exakte Stimmverteilung im Überblick:

1. Ben Helm (Respect) 24,9%
2. Dana White (UFC) 19,9%
3. Yusuf Yalcin (Backstreet Fights) 18,8%
4. Sascha Poppendieck (La Onda) 13,8%
5. Chas Jacquier (Gods of War) 13,0%
6. Sefer Göktepe (Tempel) 9,6%