MMA

Georges St. Pierre schockiert von aktueller Doping-Welle

Seit 2013 hat "GSP" nicht mehr gekämpft - vor allem wegen der weiten Verbreitung von Steroiden auch in Profi-Kreisen (Foto: Florian Sädler).

Georges St. Pierres Meinung zu Steroidmissbrauch im MMA ist hinlänglich bekannt – Ende 2013 trat der ehemalige UFC-Weltergewichtschampion nach sechs Jahren an der Spitze seiner Gewichtsklasse vom Wettkampfsport zurück und gab die weite Verbreitung leistungssteigernder Substanzen als einen der Hauptgründe für seinen Abgang an. Angesichts der aktuell immer neuen Meldungen weiterer erwischter Top-Kämpfer zeigte sich "GSP" nun schwer frustriert von der Entwicklung dieses Themas.

Im Gespräch mit der Zeitung Le Journal de Montreal bekräftigte der Frankokanadier kürzlich noch einmal die Wichtigkeit, die das Thema Steroiden-Missbrauch seiner Meinung nach für die Zukunft des MMA-Sports hat: "Ich bin keine Ratte, die an die Öffentlichkeit gehen und Namen an Reporter weitergeben würde", so St. Pierre, der in der Vergangenheit bereits mehrfach klargestellt hat, dass er nach so langer Zeit im Sport bestens beurteilen könne, wie weit verbreitet die Nutzung leistungssteigernder Substanzen im MMA sei. "Ich hoffe aber inständig, dass wir uns dieses Problems annehmen. Ich hoffe, dass all das zumindest dazu führen wird, dass die Tests strenger durchgeführt werden."

St. Pierre selbst versuchte im Vorfeld seines bisher letzten Kampfes, einem kontroversen Punktsieg gegen Johny Hendricks bei UFC 167 im November 2013, das Thema in die eigene Hand zu nehmen. Die Idee, auf eigene Kosten sich selbst und Hendricks von einem unabhängigen Labor testen zu lassen, sorgte jedoch nicht für die gewünschte Signalwirkung – während Hendricks die Tests ablehnte, erntete "GSP" Kritik dafür, dass er sich erst derart spät in seiner Karriere in dieser Richtung engagierte.

Nach seiner Prognose zur Einführung eines flächendeckend funktionierenden Test-Systems gefragt, zeigte sich der 33-Jährige zwar nicht hoffnungslos, gleichzeitig aber auch nicht wirklich optimistisch: "Das kann ich wirklich nicht sagen, vielleicht wird auch gar nichts passieren. Das hängt von einer ganzen Reihe Personen ab."

Der Ex-Champion hat seit seinem Rücktritt immer wieder klargestellt, dass man nicht auf seine Rückkehr in den Käfig hoffen braucht, so lange keine grundlegenden Änderungen in den Testverfahren umgesetzt würden. Angesichts der zuletzt inflationären Zahl erwischter (Top-)Kämpfer kann man sich ein Comeback also wohl trotz eines Angebotes, im April bei UFC 186 in Montreal zu kämpfen, getrost abschminken, denn seine Ansicht aus dem letzten Jahr gilt nach wie folgt: "Diese Steroid-Welle ist der schlimmste Trend überhaupt in diesem Sport. Ein wahrer Kämpfer sollte seinen Gegner respektieren und ohne künstliche Hilfe antreten."