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Georges St. Pierre legt seinen UFC-Titel nieder

Georges St-Pierre legt seinen Weltergewichtsgürtel nach neun erfolgreichen Titelverteidigungen nieder (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Seit der berüchtigten Pressekonferenz nach Georges St. Pierres kontroverser Titelverteidigung gegen Johny Hendricks bei UFC 167 brodelte die Gerüchteküche bezüglich der Zukunft des kanadischen Superstars über. Während einer Medien-Telefonkonferenz hat „GSP“ nun offiziell angekündigt, seinen Weltergewichtstitel niederzulegen und dem aktiven MMA-Sport für unbestimmte Zeit den Rücken zu kehren.

„Ich habe 22 Mal für die UFC gekämpft, in 15 dieser Kämpfe ging es um einen Titel. Ich bin eine lange Zeit auf einem sehr hohen Level angetreten. Das bringt viel Druck mit sich, viel Kritik, und ja, ich brauche eine Auszeit. Ich weiß, dass die UFC ein Geschäft ist, das nicht auf eine einzelne kleine Person wie mich warten kann – die Show muss weitergehen“, so ein sehr ausgeglichen wirkender St. Pierre. „Aus Respekt vor den anderen Kämpfern werde ich meinen Titel deshalb niederlegen.“

Die offensichtliche Frage, ob er nach einer unbestimmt langen Auszeit wieder in den Käfig zurückkehren wird, wollte oder konnte der 32-Jährige allerdings nicht beantworten: „Ich denke schon, aber ich kann es nicht zu hundert Prozent sagen. Vielleicht, eines Tages, werde ich zurückkehren; aber momentan brauche ich einfach eine Pause (…). Körperlich fühle ich mich zu hundert Prozent gesund. Mental allerdings bin ich momentan nicht in der Lage, ein weiteres Trainingscamp durchführen.“

„Ich habe mich für dieses Leben entschieden. Ich habe mich dafür entschieden, diesen Sport auszuüben. Jetzt habe ich mich dagegen entschieden. Das ist meine Entscheidung; es ist mein Recht, das zu tun. Niemand kann die Situation nachvollziehen, in der ich mich befinde. All der Druck hat sich über die Jahre hinweg aufgebaut (…). Eines Tages, falls ich mich dazu bereit fühle, werde ich zurückkommen. Dann werden meine Handschuhe blaues Band tragen anstelle des roten.“

Diese Anspielung bezieht sich auf das farbige Tape-Band, das am Kampfabend um die UFC-Handschuhe gewickelt wird. Während der höher eingestufte Kämpfer rotes Tape bekommt, ziert ein blaues Band die Handschuhe des niedriger gelisteten Kämpfers, beispielsweise des Herausforderers auf einen Weltmeisterschaftsgürtel: „Ich werde derjenige sein, der von unten zur Spitze des Berges hinaufschaut. Ich brauche das (…). Falls ich zurückkomme, verspreche ich, dass ich besser sein werde als je zuvor.“

Dana White, vor einem Monat noch extrem aufgebracht über St. Pierres vage Zukunftspläne, demonstrierte im Anschluss seine volle Unterstützung für den ehemaligen Champion: „Das ist zweifellos die richtige Entscheidung für Georges“, so der UFC-Präsident. „Er hat persönliche Probleme, um die er sich kümmern muss.“

Konkrete Pläne für die Zukunft der UFC-Weltergewichtsklasse hat die Organisation bereits: bei UFC 171 am 15. März wird eine neue Ära in der Weltergewichtsklasse der UFC eingeleitet werden. Johny Hendricks, der vor einem Monat eine hauchdünne Punktentscheidung gegen St. Pierre abgab und Robbie Lawler, der im vergangenen Februar in die UFC zurückkehrte und seitdem Josh Koscheck, Bobby Voelker und Rory MacDonald besiegen konnte, werden im texanischen Dallas um den vakanten Gürtel antreten. „Johny Hendricks ist völlig ausgerastet, und Robbie Lawler war so aufgeregt, wie Robbie Lawler maximal sein kann“, so White über die Reaktion der beiden neuen Herausforderer.