MMA

Edgar, Swanson und Nick Hein bei der UFC Fight Night 57

Frankie Edgar und Cub Swanson wollen sich am Samstag einen Titelkampf gegen José Aldo sichern. (Foto: Zuffa LLC)

Zum 57. Mal veranstaltet die UFC am Samstag eine Show ihrer Fight-Night-Reihe, und für den Event aus dem texanischen Austin haben die Verantwortlichen eine Reihe bekannter Namen aufgefahren.

Neben dem Hauptkampf zwischen den Top-Federgewichten Frankie Edgar und Cub Swanson stehen u.a. Bobby Green, Edson Barboza, Brad Pickett und Joseph Benavidez auf dem Programm, die immer für ordentlich Action zu haben sind. Auf dem Vorprogramm wird außerdem Deutschlands „härtester Bulle“ nach UFC Berlin zum zweiten Mal ins Octagon steigen, Einschalten sollte sich also lohnen.

Die UFC Fight Night 57 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab monatlich 5,99 Euro auf ufc.tv zu haben ist.

Frankie Edgar vs. Cub Swanson
Die Situation an der Spitze der Federgewichtsklasse ist momentan verzwickt – Champion José Aldo hat gerade erste gekämpft, und schon stehen eine ganze Reihe potentieller nächster Herausforderer bereit, die sich nun entweder gegenseitig aus dem Rennen kicken oder die UFC-Chefetage verbal von ihren Qualitäten als Titelkandidat überzeugen müssen. In letzterer Kategorie wird so schnell wohl niemand am polarisierenden Iren Conor McGregor vorbeikommen, für Frankie „The Answer“ Edgar () und Cub Swanson (21-5) muss am Samstag also ein möglichst imposanter Sieg her, um sich im Titelrennen ganz vorne zu positionieren.

Frankie Edgar, ehemaliger Leichtgewichtschampion der UFC, hatte bereits seine Chance gegen Aldo und verlor diesen Kampf im Februar 2013 haarscharf nach Punkten. Seine Tendenz, zu Beginn des Kampfes ordentlich Schaden einzustecken und später stark zurückzukommen, wenn seinem Gegner die Kondition ausgeht, hat ihm dabei wohl den Sieg gekostet, ebenso wie zuvor bereits gegen Ben Henderson, an den er seinen Leichtgewichtsgürtel verlor. Seit dem Kampf gegen Aldo hat Edgar jedoch Charles Oliveira und BJ Penn deutlich geschlagen und steht damit einmal mehr kurz vor einem Kampf um den Gürtel.

Das gleiche Ziel hat Cub Swanson. Auch er hat bereits gegen Aldo gekämpft, besonders gut lief es 2009 im Käfig der WEC jedoch nicht für den Amerikaner, der nach nur acht Sekunden mit einem doppelten eingesprungenen Kniestoß spektakulär auf die Bretter geschickt wurde. Auch in der UFC musste der Kalifornier zunächst eine bittere Aufgabe-Niederlage gegen Ricardo Lamas hinnehmen, seit diesem Kampf im November 2011 ist der 31-Jährige jedoch in sechs Kämpfen unbesiegt. Lediglich Dustin Poirier und Jeremy Stephens haben es mit ihm über die Distanz geschafft, George Roop, Ross Pearson, Charles Oliveira und Dennis Siver dagegen wurden (T.)K.o. geschlagen.

Bobby Green vs. Edson Barboza
Der Co-Hauptkampf verspricht Feuerwerke pur. Bobby „King“ Green (23-5) und Edson „Junior“ Barboza (14-2) sind auf unterschiedliche Arten zwei der spektakulärsten Kämpfer der Leichtgewichtsklasse. Während Green meist eine enorme Intensität und Willensstärke mit in den Käfig bringt, kann es Barboza mit seinem brillanten Thaiboxen an einem guten Tag auf jedes Highlight-Video schaffen.

Vier von vier Kämpfen hat Green seit seiner Ankunft in der UFC im Februar 2013 gewonnen, als er Jacob Volkman per Rear Naked Choke zur Aufgabe zwang. Seitdem konnte er James Krause, Pat Healy und Josh Thomson seinem Resümee hinzufügen und nachdem ein prestigeträchtiger Kampf gegen Donald Cerrone im September ins Wasser fiel, bekommt er nun seine Chance gegen Barboza.

Im Stand gibt es nicht viele Kämpfer im UFC-Leichtgewicht, die es technisch mit dem Thaiboxer aus Brasilien aufnehmen können. Schnelle Kombinationen und präzise Lowkicks mit einer Wucht, die schon mehr als einen Kampf beendet hat, haben bisher jedem seiner Gegner Probleme bereitet. Eine einzige große Schwäche ist ihm jedoch bisher in den Weg getreten, und zwar sein nicht allzu stabiles Kinn. Gegen Jamie Varner und Donald Cerrone hatte Barboza sich früh die Oberhand gesichert, einen einzigen guten Treffer später hatte sich der Kampfverlauf allerdings jeweils um 180 Grad gedreht, beide Kämpfe endeten mit einer Erstrunden-Niederlage für Barboza. Falls er dies am Samstag verhindern kann, könnte uns aus Austin ein spektakuläres Duell erwarten.

Brad Pickett vs. Chico Camus
Im Fliegengewicht geht es für Brad „One Punch“ Pickett (24-9) und Chico „King“ Camus () um Relevanz in der Rangliste. Pickett, ein Veteran der Szene und dank seines aggressiven Kampfstils einer der populärsten Kämpfer aus England, hatte in der UFC bisher gemischten Erfolg. Dank seines Namens ist er nie weit von der Spitze der ohnehin immer noch recht dünn besetzten Gewichtsklasse entfernt, allerdings hat er bisher stets im falschen Moment Niederlagen eingesteckt, die ihn seit seinem Wechsel aus der WEC von einer Titelchance ferngehalten haben. Siegen gegen Damacio Page, Yves Jabouin, Mike Easton und Neil Seery stehen dabei Niederlagen gegen Renan Barao, Eddie Wineland, Michael McDonald und zuletzt Ian McCall gegenüber.

Gegen Chico Camus soll das Schiff nun wieder auf Kurs gebracht werden. Der 29-jährige ehemalige Roufusport-Teamkollege von Pascal Krauss ist jedoch kein Aufbaugegner – seit seinem UFC-Debüt im Sommer 2012 konnte der „King“ Dustin Pague, Kyung Ho Kang und Yaotzin Meza besiegen, wobei letzterer Kampf wegen eines positiven Tests auf Marijuana später in einen No Contest umgewandelt wurde. Nachdem er zuletzt außerdem nach Punkten gegen Chris Holdsworth verlor, muss jetzt auch für Camus in Austin ein Sieg her.

Jared Rosholt vs. Oleksiy Oliynyk
Im Schwergewicht wird es zwischen Jared “The Big Show” Rosholt (11-1) und Oleksiy “Boa Constrictor” Oliynyk (49-9-1) zur Sache gehen. Rosholt ist seit seinem UFC-Debüt vor ziemlich genau einem Jahr ungeschlagen, und obwohl die Punktsiege des gelernten Ringers gegen Walt Harris, Daniel Omielanczuk und Soa Palelei nicht gerade die ansehnlichsten Kämpfe in der Schwergewichts-Historie waren, hat sich Rosholt als hocheffektiv herausgestellt und stellt seine Gegner vor ernste Probleme.

Falls Rosholt auch Oleksiy Oliynik auf die Matte befördern kann, wird er sich damit allerdings genau in die Komfortzone des Ukrainers begeben. Der 37-Jährige ist erst seit Juni Teil der UFC, von der er mit einer bereits 58 Kämpfe umfassenden Bilanz verpflichtet wurde. Nummer 59 endete im Octagon bereits in der ersten Runde, als der Sambo- und BJJ-Experte Anthony Hamilton in einem modifizierten Genickhebel zu packen bekam. In seinem letzten Kampf vor der UFC hatte Oliynik damit bereits MMA-Legende Mirko CroCop besiegt; in Texas wird die „Boa Constrictor“ mit zehn Siegen in Folge ins Octagon steigen.

Joseph Benavidez vs. Dustin Ortiz
Im Fliegengewicht könnte es zuvor zu einer Wachablösung kommen, wenn der mehrfache Titelherausforderer Joseph “Joe-B-Wan Kenobi“ Benavidez (20-4) auf den 25-Jährigen Dustin Ortiz (14-3) trifft.

Benavidez unterscheidet sich zwar in vielerlei Hinsicht von seinem Teamkollegen und Freund Urijah Faber, in einem nehmen sich die beiden Top-Kämpfer jedoch nicht viel – sobald es um einen Titel oder gegen (zukünftige) Champions geht, verlassen sie als Verlierer den Käfig. So musste sich Benavidez bisher lediglich Dominick Cruz und Demetrious Johnson geschlagen geben, dies aber jeweils zwei Mal. Abgesehen davon konnte Benavidez dafür stets überzeugen, u.a. in Siegen gegen Ian McCall, Eddie Wineland und zuletzt Tim Elliott.

In Austin wird er auf Dustin Ortiz treffen, ein weiterer Trainingspartner von Pascal Krauss im Roufusport-Gym in Milwaukee. Ortiz wurde in vier UFC-Kämpfen bisher nur ein Mal kontrovers nach Punkten geschlagen, und zwar Anfang dieses Jahres von John Moraga. Daneben konnte er in seinem Debüt José Maria Tomé T.K.o. schlagen und die ebenfalls sehr talentierten Ray Borg und Justin Scoggins nach Punkten schlagen – ein Sieg gegen Benavidez würde aber zweifellos den größten Erfolg seiner Karriere darstellen und ihn in die Nähe der Spitze des Fliegengewichts manövrieren.

Matt Wiman vs. Isaac Vallie-Flagg
Eröffnet wird das Hauptprogramm von Matt Wiman (15-7) und Isaac Vallie-Flagg (14-5-1), und die beiden Leichtgewichte brauchen in Austin dringend einen Sieg. Wiman ist seit 2006 Teil der UFC und konnte dort mal mehr, mal weniger überzeugen. Siegen gegen Namen wie Thiago Tavares, Cole Miller und Mac Danzig stehen Niederlagen u.a. gegen Sam Stout, Jim Miller und Dennis Siver gegenüber. Zuletzt wurde Wiman im Januar 2013 von TJ Grant K.o. geschlagen; seitdem hat der 31-Jährige eine Pause eingelegt, um alte Verletzungen heilen zu lassen und sich auch mental zu erholen.

Am Samstag wird sich zeigen, ob die Zeit abseits des Sports Wiman gut getan hat oder ihm seine Rückkehr erschweren wird. Isaac Vallie-Flagg jedenfalls wird auf letzteres hoffen, denn der Schüler von Greg Jackson hat seine letzten beiden Kämpfe nach Punkten gegen Elias Silvério und Takanori Gomi verloren. Zuvor gewann er 36-Jährige drei Mal hintereinander geteilt nach Punkten, bei Strikeforce gegen Brian Melancon und Gesias Cavalcante sowie in der UFC gegen Yves Edwards.

Vorprogramm
Im letzten Kampf des Vorprogramms stehen erneut die Schwergewichte im Rampenlicht – Ruslan „Leopard“ Magomedov (12-1) wird dabei versuchen, in seinem zweiten Octagon-Auftritt nach seinem Debüt-Sieg gegen Viktor Pesta bei UFC Berlin auch Josh „Cuddly Bear“ Copeland (9-0) in die Schranken zu weisen. Zuvor hatte der versierte Thaiboxer ausschließlich in Russland gekämpft und dort u.a. den ehemaligen UFC-Champion Tim Sylvia geschlagen. In Austin wird er nun auf Copeland treffen – ein talentierter Octagon-Debütant, der sich im Juli den Titelgürtel der Resurrection Fighting Alliance sichern konnte und seine Bilanz damit auf neun Siege ohne Niederlage verbesserte. Der Trainingspartner von Brendan Schaub, Neil Magny u.A. konnte bisher vor allem durch für ein Schwergewicht sehr solide athletische Fähigkeiten überzeugen, die aus seinem Hintergrund als Footballspieler stammen dürften.

Im Mittelgewicht will Luke „Bigslow“ Barnatt () wieder auf die Siegerstraße zurückkehren, nachdem einer beeindruckenden Serie im Mai bei UFC Berlin auf unspektakuläre Weise von Sean Strickland ein Ende bereitet wurde. Vor der ereignisarmen geteilten Punktniederlage hatte „Bigslow“ in der UFC innerhalb eines Jahres Collin Hart, Andrew Craig und Mats Nilsson besiegt, Roger „The Silverback“ Narvaez (6-1) soll nun der vierte Eintrag in Barnatts Erfolgsliste werden. Der 31-Jährige debütierte im Juni als kurzfristiger Ersatz im Halbschwergewicht gegen Patrick Cummins im Octagon, musste jedoch eine T.K.o.-Niederlage einstecken und will nun seinen Platz in der UFC mit einem Sieg gegen Barnatt retten.

Zuvor wird es für Nick Hein (11-1-0(1)) ernst. Der Kölner, der im Mai in Berlin sein UFC-Debüt gegen Drew Dober gewann, ist zum ersten Mal in seiner Karriere in die USA gereist, wo er nun auf James „The Texecutioner“ Vick (6-0) treffen wird. Einen leichten Gegner hat ihm die UFC damit nicht vorgesetzt – der TUF 15-Alumni ist mit 1,91 Metern ein gutes Stück größer als Hein, boxt gerne und ist auch am Boden nicht zu unterschätzen. In der UFC konnte er damit im August Valmir Lazaro besiegen, nachdem er im vergangenen Jahr Ramsey Nijem nach nur 58 Sekunden im Guillotine Choke abklopfen ließ. Im TUF-Haus konnte er außerdem Dakota Cochrane sowie Joe Proctor auspunkten und Daron Cruickshank mit einem Kniestoß K.o. schlagen. Ein Härtetest also für Hein, der in den letzten Jahren jedoch selbst weit gekommen ist – vom Top-Judoka hat sich der 30-Jährige zu einem überall versierten Mixed Martial Arts-Kämpfer entwickelt, der Wechsel runter ins Leichtgewicht scheint ebenfalls eine gute Entscheidung gewesen zu sein. Mit einem Sieg gegen einen etablierten Kämpfer wie Vick kann Hein sich hier in eine perfekte Position bringen, um die Ranglisten emporzuklettern und die Weichen für einen großen Kampf im kommenden Jahr in Berlin zu stellen.

Ebenfalls im Leichtgewicht werden vor Hein und Vick der Veteran Yves „Thugjitsu Master“ Edwards (42-21-1(1)) und Akbarh „El Caballero“ Arreola (22-8-1) in den Käfig steigen. Edwards ist einer der erfahrensten Kämpfer in den großen Shows, hatte zuletzt aber weniger Erfolg. Seit einem beeindruckenden K.o.-Sieg gegen Jeremy Stephens im Dezember 2012 steht Edwards Bilanz bei 0-3-0(1), zuletzt wurde er von Piotr Hallmann zur Aufgabe gezwungen. Nun soll es gegen Akbarh Arreola wieder bergauf gehen. Der 31-jährige Mexikaner ist selbst kein Grünschnabel, obwohl er bisher erst ein Mal in der UFC zu sehen war und dort gegen Tiago dos Santos verlor. Zuvor hatte „El Caballero“ drei Kämpfe in Folge durch Aufgabe gewonnen.

In den ersten beiden Kämpfen des Abends werden die Strohgewichte Paige „12 Gauge“ Van Zant (3-1) und Kailin Curran (3-0) ihr Debüt geben, nachdem Juan Manuel „Fenix“ Puig (11-3) und Doo Ho „The Korean Superboy“ Choi (11-1) die Show im Federgewicht eröffnet haben. 

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 57: Edgar vs. Swanson
Samstag, 22. November 2014
Frank Erwin Center in Austin, Texas, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Frankie Edgar vs. Cub Swanson
Bobby Green vs. Edson Barboza
Brad Pickett vs. Chico Camus
Jared Rosholt vs. Oleksiy Oliynyk
Joseph Benavidez vs. Dustin Ortiz
Matt Wiman vs. Isaac Vallie-Flagg

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Ruslan Magomedov vs. Josh Copeland
Luke Barnatt vs. Roger Narvaez
James Vick vs. Nick Hein
Yves Edwards vs. Akbarh Arreola

Paige Van Zant vs. Kailin Curran
Juan Manuel Puig vs. Doo Ho Choi