MMA

Drew Dober: "Ich bin zu 85 Prozent Deutsch"

Drew Dober will am 31. Mai in Berlin seinen ersten Sieg in der UFC einfahren. (Foto: Zuffa LLC)

Die Vereinigten Staaten hat der aus Omaha, Nebraska stammende Drew Dober noch nie verlassen. In den gesamten 25 Jahren seines Lebens stand ein Ziel aber immer ganz besonders weit vorne auf seinem zukünftigen Reiseplan: Deutschland.

„Ich habe die UFC extra darum gebeten, auf dem Berlin-Event kämpfen zu dürfen“, so Dober über seinen Kampf gegen Nick Hein auf dem Vorprogramm der UFC Fight Night am 31. Mai. „Deutschland hat mich schon immer interessiert – ich hatte Deutsch in der Schule und meine Nachnamen sind Dober, Schulz und Bauer: ich bin also zu 85 Prozent Deutsch.“

Gerade in den USA ist diese Herkunft nicht ungewöhnlich – über vierzig Millionen Amerikaner haben deutsche Wurzeln. Dafür stach Drew Dober in seiner Jugend auf andere Weise heraus: „Ich bin eine Niete in jedem Sport, der einen Ball beinhaltet und deswegen habe ich mich im Kampfsport probiert.“ Anstatt auf dem Football-Feld, dem Basketball-Court oder zumindest den Ringermatten, fand Dober stattdessen recht früh im Thaiboxen seine Erfüllung, das seinen Kampfstil auch heute noch ausmacht: „Mein Herz schlägt fürs Thai- und Kickboxen“, schwärmt Dober, der nach einem erfolgreichen Start seiner Amateur-Karriere jedoch Schwierigkeiten bekam, Gegner zu finden. Um aktiv zu bleiben und da er ohnehin bereits Jiu-Jitsu trainierte, nahm er einen MMA-Kampf an – der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt: „Ich habe mich in den Sport verliebt und bin seitdem dabei.“

Als Bäcker zu den Profis
Nach Jahren in der regionalen Szene, in der er sich eine respektable Bilanz von 13 Siegen bei fünf Niederlagen erkämpft hat, konnte Dober sein Hobby mittlerweile zum Beruf machen und verdient seinen Lebensunterhalt nun gänzlich mit dem Kämpfen. Bis vor kurzem war das jedoch nicht möglich und Dober musste sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten: „Ich hatte eine Menge komischer Jobs – Maler, Elektriker oder Türsteher.“

Der wohl ungewöhnlichste Beruf für einen aufstrebenden Profikämpfer jedoch war seine Tätigkeit als Bäcker, die er zwei Jahre lang neben dem Training ausübte: „Das Gewichtmachen während dieser Zeit war extrem schwierig“, lacht Dober, wobei der Job jedoch auch seine guten Seiten hatte. „Es war definitiv ein Kontrast zum Kämpfen und all dem Testosteron im Gym – kleine Kuchen und Donuts zu machen, das lässt dich zwischendurch mal an andere Dinge denken.“

In seiner Vorbereitung für den Kampf gegen Nick Hein dagegen kann sich Dober mit Trainingspartnern wie den UFC-Kämpfern Nate Marquardt und Neil Magny voll und ganz auf den Sport konzentrieren: „Jetzt bin ich Vollzeit-Kämpfer. Ich bin jeden Tag von morgens bis abends im Gym.“

In der O2 World Berlin wird der 25-Jährige seinen zweiten Kampf in der UFC bestreiten – im vergangenen November gab er in Las Vegas eine Punktentscheidung an Sean Spencer ab. Dober glaubt jedoch nicht, dass er an jenem Abend sein volles Potential zeigen konnte und will aus diesem Grund am 31. Mai so überzeugend kämpfen wie möglich: „Ich hatte erst vier Wochen zuvor gegen einen wirklich harten Gegner gekämpft. Dann habe ich diesen Kampf mit drei Wochen Vorbereitungszeit angenommen, außerhalb meiner Gewichtsklasse. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, in der größten Organisation der Welt anzutreten. Sean Spencer ist ein fantastischer Kämpfer, er hat die Punktentscheidung definitiv verdient, aber ich war keinesfalls in der bestmöglichen Verfassung. Aus diesem Grund freue ich mich so sehr auf diesen Kampf in Deutschland – in meiner eigentlichen Gewichtsklasse und mit einem vollständigen Trainingscamp.“

"Es ist eine Ehre, gegen Nick Hein anzutreten"
Von Nick Hein hält Dober dabei eine ganze Menge: „Ich denke, dass Nick das beste Leichtgewicht in Deutschland oder sogar Europa ist und es ist eine große Ehre, mich mit jemandem seines Kalibers messen zu dürfen. Ich denke, dass dieser Kampf das Potential hat, zum ‚Fight of the Night’ zu werden.“

Während Dober seinem zweiten Auftritt auf der ganz großen Bühne möglicherweise etwas entspannter entgegenblickt, könnte Heins Heimspiel das Ganze laut Dober schwieriger für den Kölner machen: „Ich trete lieber gegen einen Lokalmatador in Deutschland an als in einem normalen Kampf hier in den Staaten. Die Zuschauer interessieren sich so viel mehr für den Kampf. Zuhause vor Freunden und Familie zu kämpfen, könnte den Druck für Nick etwas erhöhen, es wird ihm aber wahrscheinlich auch eine extra Portion Enthusiasmus mitgeben. Egal ob die Masse auf meiner Seite steht oder gegen mich ist, ich kämpfe für die Zuschauer und ich liebe die Vorstellung an den Enthusiasmus und die Spannung in der Halle in Berlin.“

Um dem Berliner Hexenkessel gewachsen zu sein, stellt Dober sein übliches Training nicht um – beeinflussen kann seine Vorbereitung ohnehin nur die eigene Leistung gegen Hein, der zwar mit der Unterstützung der Zuschauer, aber dennoch allein ins Octagon steigen wird: „Ich trainiere nicht anders als sonst, weil ich in Deutschland kämpfe. Ich habe mir Nick Heins Stärken und Schwächen angesehen, damit wir jetzt eine Strategie entwerfen können, wie ich am effektivsten gegen ihn vorgehen kann.“

„Ich mache das für die Weltmeisterschaft, um in der Top Ten zu stehen und der Beste zu sein, aber ich muss außerdem sicherstellen, dass ich der spektakulärste Kämpfer bin und Talent sowie Unterhaltung zeigen kann. Ich will, dass die Leute sich darauf freuen, mich kämpfen zu sehen, ähnlich wie bei Wanderlei Silva.“

Die Chance, diese Pläne in die Tat umzusetzen, bekommt Dober am 31. Mai in Berlin gegen Nick Hein: „Ich möchte den deutschen Fans für diese Chance bedanken, mich mit den Besten zu messen – ich freue mich riesig, in Berlin zu sein und einen tollen Abend mit den Zuschauern und der UFC verbringen zu dürfen. Die Kämpfe werden spektakulär sein: Es wäre eine Schande, das zu verpassen.“

Wer Drew Dober in Aktion sehen will, bekommt am 31. Mai bei der UFC Fight Night: Munoz vs. Mousasi die Gelegenheit dazu. Tickets gibt es unter http://on.ufc.com/1ol2O9s


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“I am 85 percent German”
For Drew Dober, UFC Berlin is a dream coming true.

Omaha, Nebraska native Drew Dober has never left the United States so far, but for almost 25 years, one specific destination has always had a special place on his future travel plans: Germany.

“I specifically asked to be on the UFC Berlin card”, Dober says ahead of his fight against Germany’s Nick Hein on the undercard of Fight Night 41, which will be the first ever UFC event in the German capital. “I’ve always been interested in Germany since a very young age. I took German in school and tried to learn the language. My last names are Dober, Schulz and Bauer and so I’m 85 percent German”

In the USA, origins like that are not uncommon – more than 40 Million Americans have German roots. Instead, Dober stood out in other ways as a juvenile: “I’m no good with any sport with a ball in it, so I decided to check out Martial Arts.” That way, Dober didn’t find his athletic passion on the football field, the basketball court or even the wrestling mats – instead, he discovered Thaiboxing at a pretty young age, a Martial Art that he still loves to incorporate in his fighting style today: “My heart is in Muay Thai and Kickboxing”, Dober raves. After successfully launching his amateur career as a Thaiboxer, though, he soon ran into trouble finding willing opponents. In order to stay active and because he was already training in Jiu Jitsu at that time anyway, he took an MMA fight – the rest is history: “I fell in love and have been doing it ever since.”

From Baker to Pro Fighter
After a few years of competing on the regional circuit, Dober had compiled a solid record of thirteen wins with five defeats. Since then, he managed to become a true full time fighter instead of having to take various jobs in order to keep his head above the water financially: “I’ve worked many odd jobs – painting, electrician to being a bouncer.” The most unusual occupation for an aspiring, young professional fighter, though, was his work as a baker that he did for two years next to training and competing: “It made weight cutting during that time extremely difficult”, Dober says with a laugh, but that job has also had his good aspects: “It’s definitely a breakaway from fighting and the testosterone in the gym to get to go and make little cakes and donuts – it kept my mind off things”. During preparation for Nick Hein, Dober can now focus a hundred percent on Mixed Martial Arts and his training with fellow UFC fighters like Nate Marquardt and Neil Magny. “Right now, I’m a full time fighter. I’m in the gym all day, every day.”

Inside Berlin’s o2 World, the 25 year-old will be stepping into the Octagon for the second time in his career – this past November in Las Vegas, Dober dropped a unanimous decision to Sean Spencer. Dober, though, believes that he wasn’t able to show his true potential that night and is eager to put on the most convincing performance of his career on May 31: “I had a fight four weeks earlier against a really tough opponent. And then I took this fight on three weeks notice, up a weight class. I took the opportunity to compete in the biggest promotion in the world. Sean Spencer is a fantastic fighter, so he definitely won by decision, but I definitely was not at the top of my game and that’s why I’m extremely excited about this fight in Germany, fighting in my weight class with a full training camp.”

"It's an honor to compete against Nick Hein"
At the same time, Drew Dober thinks fairly highly of his scheduled opponent, Nick Hein: “I think Nick is the best lightweight in Germany or even Europe and I’m completely honoured and super excited to compete against a guy of his calibre. I’m honoured to compete against Germany’s and Europe’s best and I think the fight has the potential to be the fight of the night, and I’m super excited about it.”

While Dober might be heading into his second showing on the big stage a little more relaxed than before, he feels like Hein’s perceived hometown advantage could in fact make matters more difficult for the police officer from Cologne, who will be making his UFC debut: “Fighting in front of his friends and family and his hometown might add a little bit more pressure to him, but it also might give him a little bit more enthusiasm in the fight. I prefer to be fighting against a local guy in Germany than a casual fight here in the states. It gets the audience extremely into the fight and extremely excited. Whether the crowd is against me or with me, I fight for the crowd and I love the idea of just the enthusiasm and excitement of the Berlin crowd.”

Still, Dober doesn’t plan on changing up his training routine to be prepared to go behind enemy lines – he knows that he can only prepare for the actual combat against Hein, who might be having the whole crowd supporting him, but who will also step into the cage on his own: “I’m not training any different. I took a look at Nick Hein’s strengths and weaknesses so we can game plan the best way to fight him.”

“I’m in it for the world title, being top ten and being the best, but also I need to be the most exciting fighter in putting on displays of talent and entertainment. I want to have fans and people extremely excited to see me fight, kind of like Wanderlei Silva.” On May 31, Drew Dober will get his chance to pursue these goals in Berlin against one of Germany’s top prospects in Nick Hein: “I want to thank the German fans for giving me the opportunity to compete with the best and I’m super excited to be in Berlin and have fun with the crowd and have fun with the UFC. The fights are going to be spectacular and it’d be a shame to miss it.”


Watch Drew Dober in action at UFC Fight Night Berlin: Munoz vs. Mousasi on Saturday May 31st. Tickets now on sale here:

German: http://on.ufc.com/1ol2O9s
English: http://on.ufc.com/1fFjgIu