MMA

Dong Hyun Kim vs. John Hathaway in China

Im Hauptkampf werden am Samstag die Weltergewichte Dong Hyun Kim und John Hathaway versuchen, ihre Siegesserien weiter auszubauen.

Inmitten einer Serie von sechs Events in sechs aufeinanderfolgenden Wochen hat die UFC ihre Zelte zum zweiten Mal in der chinesischen Provinz Macau aufgeschlagen, wo das Finale der ersten chinesischen „The Ultimate Fighter“-Staffel ausgetragen wird.

Zumindest eines von zweien, denn eine nicht näher bekannte Verletzung eines der Federgewichtsfinalisten hat dazu geführt, dass dieser Kampf in einigen Monaten nachgeholt werden muss. Neben einem interessanten Weltergewichtsduell zwischen Dong Hyun Kim und John Hathaway werden u.a. Matt Mitrione, Hatsu Hioki und Nam Phan in der Cotai Arena zu sehen sein.

Das Vorprogramm kann kostenlos über UFC.com verfolgt werden, für das Hauptprogramm müssen dort 8,99 Dollar (ca. 6,61 Euro) gezahlt werden. Wegen der Zeitumstellung startet das Vorproramm bereits gegen 12:20 Uhr, das Hauptprogramm dann um 14 Uhr.

Dong Hyun Kim vs. John Hathaway
Die Weltergewichtsklasse der UFC macht momentan einen tiefgreifenden Wandel durch. Nach dem Rücktritt Georges St-Pierres scheint die Spitze der Gewichtsklasse weit offen zu sein – bei UFC 171 am 15. März werden sich dank dreier Duelle mit Spitzenkämpfer-Beteiligung zwar viele Fragen klären, doch auch jetzt schon kann ein klarer Sieg gegen einen starken Gegner für weitere Kämpfer Türen öffnen.

Genau das haben John „The Hitman“ Hathaway (17-1) und Dong Hyun „Stun Gun“ Kim (18-2-1(1)) an diesem Samstag vor. Kim ist seit 2008 Teil der UFC – nach Siegen u.a. gegen Matt Brown, T.J. Grant und Nate Diaz trat er 2011 gegen den späteren Interims-Champion Carlos Condit an, wurde jedoch in der ersten Runde K.o. geschlagen. Kim ließ sich von diesem Rückschlag nicht aufhalten und legte nach einer unglücklichen Niederlage gegen Demian Maia, gegen den er sich früh im Kampf verletzte, richtig los. Mit Paulo Thiago und Siyar Bahadurzada bezwang Kim zwei gefährliche und respektierte Gegner, sodass ihm im vergangenen Herbst in dessen Heimatland das brasilianische Talent Erick Silva vorgesetzt wurde. Kim ging als Underdog in das Duell, schlug Silva jedoch in der zweiten Runde glatt K.o. und sicherte sich neben dem beeindruckendsten Sieg seiner bisherigen Karriere obendrein den Bonus für den Knockout des Abends. Gegen Hathaway soll nun ein weiterer bekannter Name folgen, damit in den Ranglisten der nächste Sprung nach oben folgen kann.

Der Londoner Hathaway wird zum ersten Mal seit September 2012 wieder ins Octagon steigen. Bei UFC on Fuel TV 5 in Nottingham schlug er seinen Landsmann John Maguire, nachdem er einige Monate zuvor Pascal Krauss nach Punkten bezwingen konnte. Zuvor musste der Engländer über ein Jahr verletzungsbedingt auf der Ersatzbank verbringen – bitter für das junge Talent, das sich zuvor mit Siegen gegen Rick Story, Paul Taylor und Diego Sanchez in die Köpfe der Fans gekämpft hatte. Am Samstag wird er mit Dong Hyun Kim nach Sanchez auf seinen bisher bekanntesten Gegner treffen. Hathaway geht zwar als Underdog in das Duell, könnte sich mit einem Sieg aber in eine gute Position für einen noch prestigeträchtigeren Kampf im weiteren Verlauf des Jahres bringen.

Sai Wang vs. Lipeng Zhang
Das erste chinesische ”Ultimate Fighter”-Finale (TUF) wird an diesem Wochenende im Weltergewicht ausgetragen. Wang Sai (6-4-1) und Lipeng Zhang (6-7-1) sind zwei der erfahrensten Teilnehmer von TUF China, die nun um die bessere Ausgangsposition für ihre Karriere im Octagon kämpfen werden.

Wang stammt aus Peking und hat seit seinem Profi-Debüt im Jahr 2009 elf Kämpfe bestritten. Seine Bilanz scheint zwar nicht besonders beeindruckend zu sein, bis auf eine Punktniederlage und ein Unentschieden haben Wangs Kämpfe jedoch allesamt vorzeitig geendet – vier seiner Gegner konnte er ausknocken, zwei zur Aufgabe zwingen. Das Unentschieden in Wangs Bilanz stammt übrigens aus Deutschland: Im September 2010 reiste der jetzige TUF-Finalist nach Erfurt, wo er bei Ready2Fight – Germany vs. China gegen Philipp Ulsamer antrat.

Am Samstag wird ihm in Macau Lipeng Zhang gegenüberstehen. Der 23-Jährige aus der Inneren Mongolei hat ebenfalls nicht die spektakulärste Bilanz und darüber hinaus seine letzten beiden Profi-Kämpfe verloren, aber auch seine Duelle enden weitaus öfter vorzeitig, als dass sie es nicht tun. Genau wie Wang, wird auch Zhang es in der hart umkämpften Weltergewichtsklasse der UFC sehr schwer haben, mit einem Sieg am Samstag kann er jedoch den ersten Schritt auf der größtmöglichen Bühne gehen, die sich einem MMA-Kämpfer bietet.

Matt Mitrione vs. Shawn Jordan
Ebenfalls in Macau werden zwei stets unterhaltsame Schwergewichte aufeinandertreffen. Sowohl Matt „Meathead“ Mitrione (6-3) als auch Shawn „The Savage“ Jordan () sind keine übermäßig massigen Vertreter der schwersten Gewichtsklasse der UFC, haben aber dank ihrer für die schweren Jungs überdurchschnittlichen athletischen Fähigkeiten einen Vorteil gegenüber vielen Gegnern. Am Samstag dürfte sich dieser Vorteil neutralisieren, sodass es zwischen diesen beiden wohl entweder auf Technik und Kondition ankommen wird, oder einfach auf darauf, wer als erstes hart durchkommt.

Mitrione bekamen die meisten Fans zum ersten Mal im Jahr 2009 zu sehen, als „Meathead“ als Teil der berüchtigten Schwergewichts-TUF-Staffel mit „Kimbo Slice“ für Furore und Einschaltquoten sorgte. Gegen eben jenen ehemaligen Straßenkämpfer und jetzigen Profi-Boxer stieg Mitrione im Mai 2010 dann auch in seinem UFC-Debüt in den Käfig und konnte den Youtube-Star in der zweiten Runde T.K.o. schlagen. Seitdem hat der anfangs eher linkische Mitrione eine ansehnliche Entwicklung durchgemacht, obwohl die Erfolge in letzter Zeit ausblieben. Niederlagen gegen Cheick Kongo, Roy Nelson und Brendan Schaub setzen Mitrione in Macau unter Druck, an Siege gegen Joey Beltran, Christian Morecraft und Phil De Fries anzuknüpfen.

Shawn Jordan gelang in seinem UFC-Debüt Anfang 2012 ein T.K.o.-Sieg gegen Oli Thompson, bei UFC 149 wurde er dann allerdings von Cheick Kongo dominiert. Seine Karriere im Octagon rettete er anschließend mit einem weiteren vorzeitigen Sieg gegen Mike Russow, bevor er dank eines schnellen Knockouts gegen Pat Barry auf das Radar der Öffentlichkeit geriet. Gabriel Gonzaga setzte der kurzen Siegesserie bei UFC 166 allerdings ein Ende, als er Jordan im letzten Oktober in Runde eins auf die Bretter schickte.

Nam Phan vs. Vaughan Lee
Nach diesem Bantamgewichtskampf werden wohl entweder Nam Phan (18-12) oder Vaughan Lee (13-9-1) nicht mehr Teil des UFC-Kaders sein. Phan war 2010 einer der erfahrensten Teilnehmer der 14. TUF-Staffel und brachte es dort bis ins Halbfinale, wo er jedoch von Michael Johnson aus dem Turnier eliminiert wurde.

Der Sohn vietnamesischer Einwanderer verlor auf der Finalveranstaltung im Dezember 2010 zwar gegen Leonard Garcia, die kontroverse Punktentscheidung und der spektakuläre Kampfverlauf sicherten ihm aber dennoch einen Vertrag mit der UFC. Seine Karriere dort verlief seitdem jedoch höchst unbeständig. Siegen gegen Leonard Garcia und Cole Miller stehen Rückschläge gegen Mike Brown und Takeya Mizugaki sowie extrem einseitige Niederlagen gegen Dennis Siver und Jimy Hettes gegenüber. Am Samstag muss Phan also gewinnen, um auch weiterhin seine Brötchen im Octagon verdienen zu können.

Auch für Vaughan Lee sieht es nicht besonders gut aus – der 31-Jährige aus dem englischen Bigmingham gab Ende 2011 in seiner Heimatstadt sein UFC-Debüt, verlor jedoch knapp nach Punkten gegen Chris Cariaso. Was folgte, war eine reine Achterbahnfahrt: Nachdem er den japanischen Superstar Norifumi „Kid“ Yamamoto in dessen Heimatland zur Aufgabe zwingen konnte, verlor er vorzeitig gegen TJ Dillashaw. Einem Sieg gegen Motonobu Tezuka folgte im Mai 2013 dann eine Niederlage gegen Raphael Assuncao, wonach Lee nicht mehr in den Käfig gestiegen ist. Nach einer längeren Auszeit soll daher wieder ein Erfolg her, denn Lee auch dringend braucht – eine weitere Niederlage dürfte für ihn in der UFC nämlich mit ziemlicher Sicherheit das Aus bedeuten.

Hatsu Hioki vs. Ivan Menjivar
In diesem Federgewichtskampf wird für Hatsu Hioki (26-7-2) und Ivan „The Pride of El Salvador“ Menjivar (25-11) über die Zukunft in der UFC entschieden. Beide Kämpfer sind Veteranen des Sports, die alle Voraussetzungen mitbringen, in der UFC erfolgreich zu sein, zuletzt jedoch beide Schwierigkeiten hatten.

Hioki erarbeitete sich vor allem in Japan bei Shooto und Sengoku einen guten Ruf – Siege gegen Mark Hominick (2x), Jeff Curran oder Rumina Sato brachten ihm einige Aufmerksamkeit ein, allerdings nicht beim Großteil der westlichen MMA-Fans. Denen wurde Hioki erst 2011 vorgestellt, als er bei UFC 137 im Octagon debütierte. Ein geteilter Punktsieg gegen George Roop war zwar nicht das beeindruckendste Debüt, aber immerhin ein Sieg, dem Hioki einige Monate später einen dominanten Erfolg gegen Bart Palaszewski folgen ließ. Dieser Sieg brachte Hioki einen Titelkampf gegen José Also ein, Hioki allerdings lehnte mit der Begründung ab, zuvor noch einen weiteren Kampf machen zu wollen zu wollen. Den bestritt er unglücklicherweise jedoch gegen Ricardo Lamas, der Hioki nach Punkten schlug. Das gleiche Ergebnis folgte später gegen Clay Guida und Darren Elkins, sodass der Fast-Herausforderer nun mit drei Niederlagen im Rücken um seinen Verbleib in der UFC kämpfen muss.

Gleiches gilt für Ivan Menjivar. Der hauptberufliche Flughafen-Sicherheitsbedienstete aus Montreal gewann 2001, in seinem ersten Jahr als Profi-Kämpfer, seine ersten vier Kämpfe nacheinander. Im Januar 2002 dann traf er allerdings auf einen jungen Kämpfer, der damals sein MMA-Debüt gab und ihn in Runde eins T.K.o. schlug – Georges St-Pierre ist mittlerweile sein Trainingspartner, debütierte vor zwölf Jahren aber tatsächlich gegen das langjährige Bantamgewicht Menjivar.
Dieser ließ sich von jenem Rückschlag nicht entmutigen und brachte es erst in die UFC, wo er nach Punkten gegen Matt Serra verlor, dann über Umwege in die WEC und schließlich zurück ins Octagon. Dort hat er zuletzt nach einigen Erfolgen jedoch gegen Urijah Faber und Wilson Reis verloren, weshalb auch er am Samstag dringend einen Sieg braucht.

Vorprogramm
Wegen des Ausfalls des zweiten TUF-Finales wurde der Kampf zwischen Nam Phan und Vaughan Lee auf das Hauptprogramm befördert, sodass das Vorprogramm nun aus nur noch vier Kämpfen besteht.

Im Leichtgewicht trifft Kazuki Tokudome (12-4-1) in seinem dritten UFC-Kampf auf den Debütanten Yui Chul „The Korean Bulldozer“ Nam (17-4-1). Tokudome debütierte nach einer längeren Karriere bei Pancrase sowie einem Abstecher zu KSW nach Polen im März letzten Jahres in der UFC. Nachdem er Cristiano Marcello einstimmig nach Punkten schlagen konnte, widerfuhr ihm das gleiche Schicksal im Juli gegen Norman Parke. Gegen Yui Chul Nam soll also wieder ein Sieg her. Der südkoreanische Debütant allerdings hat andere Pläne – nach Siegen in Organisationen wie M-1, Legend FC und Road FC soll nun eine erfolgreiche Karriere in der UFC folgen; ein Sieg würde den fünften gewonnenen Kampf in Folge bedeuten.

Außerdem hätten in Macau eigentlich Zak Cummings und Albert Mina gegeneinander antreten sollen, da Cummings das Weltergewichtslimit jedoch um ganze acht Pfund verpasste, wurde der Kampf am Freitag abgesagt. Die Veranstaltung wird somit der erste UFC-Event seit UFC 72 im Juni 2007 sein, die aus lediglich acht Kämpfen besteht.

Im Leichtgewicht treffen zwei weitere Teilnehmer der TUF: China-Staffel aufeinander. Albert Cheng (2-2) ist ein chinesisch-kanadischer Kämpfer, der in Toronto im Xtreme Couture Gym trainiert und es im TUF-Haus bis ins Halbfinale schaffte. Am Samstag bekommt er seine Chance, sich einen Vertrag mit der UFC zu erkämpfen. Ihm gegenüber steht dabei Anying Wang (1-0), der bei TUF: China ebenfalls im Halbfinale ausschied, genau wie Cheng durch Aufgabe in Runde zwei. Mit nur einem Profi-Kampf auf dem Buckel ist Wang einer der unerfahrensten Kämpfer, die jemals ins Octagon gestiegen sind. Ob er sich trotzdem den Vertrag mit dem Marktführer erkämpfen kann, werden wir am Samstag sehen.

Im Eröffnungskampf in Macau werden zwei Bantamgewichtstalente aufeinandertreffen. Jumabieke „The Wild Wolf“ Tuerxun (14-0) ist einer der vielversprechendsten Kämpfer Chinas – der 27-Jährige ist seit seinem Profi-Debüt im Februar 2009 ungeschlagen und hofft nun auch international auf seinen Durchbruch. Das gleiche Ziel verfolgt Mark Eddiva (5-0). Der 28-jährige Filippino hat jeden seiner fünf Kämpfe vorzeitig gewonnen und hofft nun darauf, es seinen (halben) Landsmännern Mark Munoz und Brendan Vera gleichzutun und auch in der UFC Erfolg zu haben.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night: Kim vs. Hathaway
Samstag, 1. März 2014
Cotai, Macau, China

Hauptprogramm (ufc.tv)
Dong Hyun Kim vs. John Hathaway
Sai Wang vs. Lipeng Zhang
Matt Mitrione vs. Shawn Jordan
Hatsu Hioki vs. Ivan Menjivar
Nam Phan vs. Vaughan Lee

Vorprogramm (ufc.com)
Kazuki Tokudome vs. Yui Chul Nam
Albert Cheng vs. Anying Wang
Jumabieke Tuerxun vs. Mark Eddiva