MMA

Dominick Cruz, Jorge Masvidal, Patrick Coté u.v.m. in Aktion

Kultstätte fürs Boxen und MMA: Die MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, in der auch UFC 178 stattfinden wird. (Foto. Florian Sädler/Groundandpound.de)

Die Chefetage hat es gut gemeint mit UFC 178 – obwohl der heiß ersehnte Kampf zwischen Jon Jones und Daniel Cormier vergangenen Monat ins Wasser fiel, ist das Programm immer noch von oben bis unten mit bekannten Gesichtern besetzt.

So hätte man das Vorprogramm alleine eigentlich schon als eigenständige Fight Night auslagern können. Mit Dominick Cruz, Takeya Mizugaki, Jorge Masvidal, Patrick Coté und einigen anderen kann sich der kostenlose Vorgeschmack auf die Hauptkämpfe mehr als sehen lassen und im Bantamgewicht in Form von Mizugaki oder vor allem Cruz möglicherweise den nächsten Herausforderer auf TJ Dillashaws Titel präsentieren.

UFC 178 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich im Abo auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm kostet zusätzlich noch einmal 15,99 Euro (SD) bzw. 17,99 Euro (HD).

Dominick Cruz vs. Takeya Mizugaki
1092 Tage wird es am Samstag her sein, dass Dominick „The Dominator“ Cruz (19-1) zum letzten Mal mit Handschuhen in einen Käfig gestiegen ist. Der ehemalige WEC- und UFC-Champion besiegte im Oktober 2011 den jetzigen Bantamgewichtschampion Demetrious Johnson nach Punkten. Eben jenen Johnson, der fünf Kämpfe später gegen Chris Cariaso antreten wird. Mehrere Beinverletzungen haben seitdem dafür gesorgt, dass geplante Kämpfe gegen Urijah Faber und Renan Barao ausfallen mussten und der lange Zeit noch offizielle Champion Stück für Stück in Vergessenheit geriet. Das will Cruz, der in der Zwischenzeit oft betont hat, dass er sich immer noch für das beste Bantamgewicht der Welt hält, am Samstag ändern. Gegen den japanischen WEC- und UFC-Veteranen Takeya Mizugaki (20-7-2) soll daher ein großer Sieg her, damit es im nächsten Kampf wieder um den Titel geht. Um den hätte der „Dominator“ zwar auch direkt kämpfen können, er entschied sich jedoch dafür, mit einem auf drei Runden ausgelegten Trainingscamp das Risiko einer weiteren Verletzung zu minimieren. Bis jetzt ist dieser Plan aufgegangen, hoffen wir also, dass bis Samstag nichts Böses mehr passiert…

Das wird auch Mizugaki tun, der sich in Vegas den größten Sieg seiner Karriere holen könnte. Der mittlerweile 30-Jährige wechselte während seiner WEC-Karriere und zu Beginn seiner UFC-Laufbahn zwar mit frustrierender Präzision zwischen Sieg und Niederlage, seit einer knappen bis kontroversen Punktniederlage gegen Chris Cariaso Anfang 2012 hat der vielseitig begabte Kämpfer aus Kanagawa aber nicht mehr den Kürzeren gezogen und konnte nacheinander Jeff Houghland, Bryan Caraway, Èrik Pérez, Nam Phan und zuletzt Francisco Rivera bezwingen. Am Samstag soll nun in Form von Cruz der größte Skalp seiner Laufbahn den sechsten Sieg in Folge und damit möglicherweise die Chance auf TJ Dillashaws Gürtel bringen…

Jorge Masvidal vs. James Krause
Im Leichtgewicht wird Jorge „Gamebread“ Masvidal (27-9) auf James Krause (21-5) treffen. Masvidal konnte in der UFC bisher beinahe durchgehend überzeugen – Siegen gegen Tim Means, Michael Chiesa, Pat Healy und zuletzt Daron Cruickshank steht lediglich eine Punktniederlage gegen Rustam Khabilov gegenüber. Eigentlich hätte Masvidal mit Bobby Green auf einen aufstrebenden Charakterkopf treffen sollen – Green wurde jedoch für einen Kampf gegen Donald Cerrone abgezogen und schließlich selbst durch Eddie Alvarez ersetzt. Während Green nun gar nicht in Vegas antreten wird, soll Masvidal stattdessen auf James Krause treffen.

Krause gab sein UFC-Debüt im Juni 2013, als er kurzfristig gegen Sam Stout einsprang und den Veteranen in der dritten Runde kurz vor Ende des Kampfes zur Aufgabe zwang. Zuvor hatte Matchmaker Joe Silva bereits zwei Mal mit kurzfristigen Angeboten angerufen, Krause musste aber jedes Mal absagen. Seine dritte und möglicherweise letzte Chance nutzte er dann jedoch bis ins letzte für sich aus und sackte am Ende des Abends 100.000 Dollar für die „Submission of the Night“ im „Fight of the Night“ ein. Seitdem verlor Krause etwas kontrovers durch einen Tief-/Körpertritt (je nachdem, wen man fragt) gegen Bobby Green, bevor er im Mai Jamie Varner besiegte, nachdem dieser sich den Knöchel brach und nach Rundenende nicht mehr weiterkämpfen konnte.

Patrick Coté vs. Stephen Thompson
Im Weltergewicht wird es zum Duell zweier sporadischer Trainingspartner kommen. Sowohl Patrick „The Predator“ Coté (20-8) als auch Stephen „Wonderboy“ Thompson (9-1) sind hin und wieder im Tristar Gym in Montreal anzutreffen, werden sich nun jedoch im Octagon wiedersehen.

Dort hat es Coté bereits einmal bis zu einem Titelkampf gebracht – im Jahr 2009 machte er gegen Anderson Silva zunächst eine ansehnliche Figur, bevor eine Knieverletzung dem Duell ein unverhofftes Ende bereitete. Zwei Niederlagen später wurde der „Predator“ dann zu allem Überfluss auch noch entlassen, bis 2012 kämpfte er sich jedoch mit vier Siegen zurück. Seitdem steht der Franko-Kanadier zwar 3-1, konnte allerdings lediglich einen dieser Siege ohne Kontroverse einfahren. Nachdem Alessio Sakara ihn zunächst mit Ellbogenstößen und Folgeschlägen auf die Bretter schickte, dabei jedoch einige Male Cotés Hinterkopf traf, wurde diesem der Sieg durch Disqualifikation zugesprochen. Einige Monate später schien er gegen Bobby Voelker den Kürzeren zu ziehen, wurde nach drei Runden jedoch von den Punktrichtern zum Sieger erklärt. Zuletzt punktete Coté jedoch Kyle Noke drei Runden lang aus – diesen Sieg kann ihm niemand streitig machen und sollte ihm vor diesem Duell Selbstvertrauen geben.

In Vegas wird er auf den Standspezialisten Stephen Thompson treffen. Der 31-Jährige ist in 57 Kickbox-Kämpfen (Amateur und Profi) unbesiegt und musste auch während seiner bisherigen MMA-Karriere nur ein Mal den Käfig als Verlierer verlassen. Das war im April 2012, als ihn Matt Brown zu Beginn von dessen Erfolgsserie in einer harten Schlacht nach Punkten bezwang. Seitdem hat „Wonderboy“ Nah-Shon Burrell ausgepunktet und anschließend sowohl Chris Clements als auch Robert Whittaker technisch K.o. geschlagen. Obwohl er im Alter von 31 Jahren auch nicht mehr übermäßig lange Zeit hat, um sich weiterzuentwickeln, wird der überaus fähige Standkämpfer mit jedem Duell ein kompletterer Kämpfer – am Samstag werden wir sehen, ob das genug ist, um Patrick Coté als Verlierer nach Hause zu schicken und weiter die Ranglisten emporzuklettern.

John Howard vs. Brian Ebersole
Zuvor werden wir im Duell zwischen John “Doomsday” Howard (22-9) und Brian “Badboy” Ebersole (50-16-1(1)) einen krassen optischen Kontrast zu Gesicht bekommen. Während Howard mit frisch frisierten Haaren und riesigen Muskelpaketen zum Octagon marschiert, zeigt sich Ebersole lieber mit seinem patentierten Pfeil aus rasierter Brustbehaarung und fast lethargisch wirkendem Auftritt den Zuschauern.

Im Käfig dagegen sind beide äußerst effektiv. Während Howard zwar 2010 einmal nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen entlassen wurde, steht er seitdem mit 2-1 in der Statistik, wobei die Siege in Form von Uriah Hall und Siyar Bahadurzada gegen respektable Gegner zustande gekommen sind. Der Muay Thai-Spezialist wird nun auf den überall versierten und etwas unorthodoxen „Badboy“ Ebersole treffen. Der 33-jährige Veteran, der 2009 einen Gegner mit einem Cartwheel-Kick ausgeknockt hat, konnte in der UFC bisher Chris Lytle, Dennis Hallman, Claude Patrick und TJ Waldburger besiegen – alles solide Gegner. Zuletzt gab er jedoch Punktentscheidungen an James Head und Rick Story ab, weshalb am Samstag dringend ein Sieg her muss.

Jon Tuck vs. Kevin Lee
Im Leichtgewicht werden Jon “Super Saiyan” Tuck (8-1) und Kevin “The Motown Phenom” Lee (8-1) versuchen, den nächsten Schritt der Ranglisten-Leiter hinter sich zu bringen. Tuck, der erste aus Guam stammende Kämpfer der UFC, der 2012 mit einer unschönen Zeh-Verletzung das „The Ultimate Fighter“-Haus verlassen musste, hat seitdem Tiequan Zhang sowie Jake Lindsey besiegt und musste sich dazwischen Norman Parke nach Punkten geschlagen geben.

In der MGM Grand Garden Arena wird der Kämpfer aus Ben Hendersons MMA Lab-Team versuchen, seinen zweiten Sieg in Folge einzufahren. Das gleiche Ziel hat Kevin Lee, der Anfang des Jahres bei UFC 169 eine Punktentscheidung an Al Iaquinta abgab, im Juli dafür aber Jesse Ronson schlug.

Manvel Gamburyan vs. Cody Gibson
Im ersten Kampf des Abends wird es für Manvel „The Anvil“ Gamburyan (13-8) vermutlich um seinen Verbleib in der UFC gehen. Der 33-jährige, ursprünglich aus Armenien stammende Wahl-Kalifornier war zwischen 2007 und 2009 bereits einmal Teil der UFC, wechselte dann in die WEC und kam mit deren Übernahme wieder zurück ins Octagon. Dort hat der Judoka seitdem gegen Tyson Griffin, Diego Nunes, Dennis Siver und Nik Lentz verloren, dazwischen konnte er Michihiro Omigawa und Cole Miller besiegen. Die Niederlage gegen Siver aus dem vergangenen Dezember wurde zwar später wegen dessen positiver Doping-Probe ungültig gemacht, trotzdem dürfte der dritte sieglose Kampf in Folge für den Veteranen das Aus bedeuten.

Am Samstag muss gegen Cody „The Renegade“ Gibson (12-4) also ein Sieg her. Gibson selbst verlor sein UFC-Debüt im Februar gegen Aljamain Sterling, knockte jedoch im Juni Johnny Bedford mit einem Schlag aus, weshalb er gegen Gamburyan etwas befreiter aufkämpfen können wird. Ob das für den Sieg reichen wird? Am Wochenende werden wir es sehen…


Anbei das gesamte Programm:

UFC 178: Johnson vs. Cariaso
Samstag, 27. September 2014
MGM Grand Garden Arean in Las Vegas, Nevada, USA

Bantamgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Demetrious Johnson (c) vs. Chris Cariaso

Hauptprogramm (ufc.tv)
Donald Cerrone vs. Eddie Alvarez
Conor Mc Gregor vs. Dustin Poirier
Tim Kennedy vs. Yoel Romero
Cat Zingano vs. Amanda Nunes

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Dominick Cruz vs. Takeya Mizugaki
Jorge Masvidal vs. James Krause
Patrick Coté vs. Stephen Thompson
John Howard vs. Brian Ebersole

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Jon Tuck vs. Kevin Lee
Manvel Gamburyan vs. Cody Gibson