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Die Nachwehen von UFC on FOX 9

Ein Knockout, ein Aufgabe-Sieg, zwei Punktentscheidungen - was bedeuten die Kämpfe von UFC on FOX 9 für die kommenden Monate?

Die neunte Ausgabe der UFC auf FOX ist vorbei, und wieder einmal gab es einiges an Action, die sich auf die kommenden Monate auswirken wird. Auf dem Hauptprogramm konnten vor allem Demetrious Johnson und Urijah Faber überzeugen, die sich jeweils vorzeitig gegen harte Gegner durchsetzen konnten.

Chad Mendes und Joe Lauzon konnten ihre Kämpfe zwar nicht vorzeitig beenden, aber dennoch klare Punktentscheidungen einfahren. Wie geht es in den kommenden Monaten mit den Siegern und Verlierern vom Samstag weiter?

Demetrious Johnson vs. Joseph Benavidez
Nachdem der erste Kampf nach fünf Runden in einer sehr knappen Punktentscheidung zugunsten Johnsons ausgegangen war, wurde für den Rückkampf allgemein das gleiche Ergebnis erwartet. Entweder das, oder ein Benavidez-K.o. Das aber „Mighty Mouse“, bisher eigentlich nur für Schnelligkeit und Technik bekannt, Benavidez in nur zwei Minuten selbst auf die Bretter schicken würde, damit hat wohl kaum jemand gerechnet.

Demetrious Johnson
Dieser Sieg gegen Joseph Benavidez ist ein extrem wichtiger Erfolg für Johnson. Trotz zwei erfolgreicher Titelverteidigungen und des Aufgabe-Sieges gegen John Moraga im Juli: Demetrious Johnson wurde vom Großteil der Fans als unspektakulärer Punkt-Kämpfer gesehen, und wird es wohl auch in Zukunft noch. Mit seinem zweiten vorzeitig beendeten Kampf in Folge hat „Mighty Mouse“ sich allerdings zweifellos als Champion der leichtesten Gewichtsklasse in der UFC etabliert und außerdem den Schatten des äußerst knappen ersten Kampfes gegen Benavidez abgelegt. Von den drei bekanntesten Kämpfern im Fliegengewicht hat Johnson damit nun alle geschlagen, nämlich Benavidez, John Dodson und Ian McCall. Viele Gegner bleiben also nicht übrig, weshalb es wohl für die nächste Titelverteidigung entweder auf einen weiteren Rückkampf oder ein Duell mit einem der erfolgreichen, aber noch recht unbekannten Neulinge in der UFC hinauslaufen wird.
Vorhersage: Er trifft auf Ali Bagautinov, falls dieser Anfang 2014 gegen John Lineker gewinnt, oder auf John Dodson, falls auch er seinen nächsten Kampf gewinnen kann.

Joseph Benavidez
Schlimmer hätte es für Benavidez nicht kommen können. Abgesehen von seinen Kämpfen gegen Johnson hat der Team Alpha Male-Kämpfer restlos überzeugt, doch nach diesem Erstrunden-K.o. dürfte es für den 29-Jährigen trotz aller Erfolge schwer werden, einen weiteren Kampf gegen „Mighty Mouse“ zu bekommen. Der Kampf am Samstag war die perfekte Gelegenheit für ihn, dem beeindruckenden Fortschritt des vergangenen Jahres die Krone aufzusetzen – das erste Aufeinandertreffen mit Johnson war extrem knapp und seine nächsten drei Kämpfe konnte „Joe B-Wan Kenobi“ beeindruckend gewinnen. Auch in Zukunft wird Benavidez höchstwahrscheinlich regelmäßig derartige Erfolge einfahren, aber gute Argumente zur Vermarktung einer Trilogie zu finden, die einer der Rivalen schon gewonnen hat, dürfte schwierig werden. Vermutlich wird er daher als nächstes einen starken, aber nicht allzu hoch eingestuften Gegner vor die Fäuste bekommen, der Benavidez wieder einen respektablen Sieg einbringen könnte, ihn aber nicht direkt zurück an die Spitze katapultiert.
Vorhersage: Er trifft auf Tim Elliott.

Urijah Faber vs. Michael McDonald
Alter gegen Jugend, Erfahrung gegen Power – zwischen Urijah Faber und Michael McDonald stand am Samstag nicht nur eine aussichtsreiche Position an der Spitze der Bantamgewichtsranglisten auf dem Spiel, sondern eine potentielle Wachablösung im Bantamgewicht. „The California Kid“ Urijah Faber allerdings zeigte ein weiteres Mal, dass mit ihm immer noch in höchstem Maße zu rechnen ist – nach recht ausgeglichenen ersten acht Minuten schlug er McDonald mehrfach nieder und setzte dann zum Guillotine Choke an, in dem der 22-Jährige abklopfen musste. 

Urijah Faber
Fabers unendliche Geschichte nimmt auch weiterhin ihren Lauf: Dies ist der neunzehnte von ebenso vielen Nicht-Titelkämpfen, den „The California Kid“ gewinnen konnte. Seine letzten fünf Titelkämpfe dagegen hat Faber verloren; eine Serie, die der mittlerweile 34-Jährige vor dem Ende seiner Laufbahn unbedingt noch brechen möchte. Mit dem vorzeitigen Sieg gegen McDonald und weiteren in diesem Jahr gewonnen Kämpfen gegen Ivan Menjivar, Scott Jorgensen und Yuri Alcantara stehen die Chancen nicht schlecht, dass „The California Kid“ eine vermutlich letzte Chance gegen Dominick Cruz oder Renan Barao bekommt.
Vorhersage: Er trifft auf den Sieger des Titelkampfes zwischen Dominick Cruz und Renan Barao (UFC 169).

Michael McDonald
„Mayday“ bewegt sich mit dieser Niederlage in eine etwas vertrackte Position. Mit einem Sieg gegen Faber hätte er seine Comeback-Story nach der Niederlage im Interims-Titelkampf gegen Barao bestens fortführen können, die Aufgabe-Niederlage wäre als Erfahrung zum daraus Lernen abgetan worden. In Kombination mit dem Kampf vom Samstag allerdings erweckt es den Anschein eines Kämpfers, der noch nicht bereit für die absoluten Top-Kämpfer ist. Ob dem tatsächlich so ist, immerhin war der Kampf gegen Faber keinesfalls einseitig, bleibt dahingestellt – ein Argument für einen weiteren Ausscheidungskampf in naher Zukunft ist es aber nicht.
Vorhersage: Er trifft auf Eddie Wineland.

Chad Mendes vs. Nik Lentz
In diesem Federgewichtskampf sollte sich der nächste Herausforderer auf José Aldos oder Ricardo Lamas Titel festlegen, die im Februar den Gürtel unter sich auskämpfen werden. Von Mendes wurde nichts weiter als ein spektakulärer Sieg gegen den trotz aktueller und beeindruckender Erfolge immer noch eher unbekannten Nik Lentz erwartet, nach grandiosen ersten Minuten beschränkte „Money“ sich allerdings darauf, Lentz zu Boden zu bringen und dort zu halten – eine klare Punktentscheidung war die Folge, mit der allein sich Mendes allerdings nicht für einen weiteren Titelkampf empfehlen kann.

Chad Mendes
Mendes gab nach dem Kampf an, sich in den letzten Wochen eine schwere Infektion eingefangen zu haben, weshalb er schon nach wenigen Minuten Kampfzeit kaum noch Luft bekam. Und obwohl er wohl auch deshalb nicht so gut wie sonst ausgesehen hat, weil Nik Lentz ein fähiger und äußerst zäher Kämpfer ist, kann man eine ernste Infektion wohl als Grund für einen knappen Sauerstofftank durchgehen lassen. Außerdem hat Mendes trotz Widrigkeiten immer noch einen hochwertigen Gegner die meiste Zeit des Kampfes über dominiert, und seine vorherigen drei Siege zeigen deutlich, wozu er an guten Tagen fähig ist. Da bis zu José Aldos nächstem Kampf allerdings noch etwas Zeit bleibt und es keinen unangefochtenen, eindeutigen nächsten Herausforderer gibt, könnte ein Ausscheidungs-Duell mit dem ebenfalls sehr erfolgreichen Cub Swanson Sinn ergeben. Mendes hat Swanson in der WEC zwar bereits besiegt, seitdem haben sich beide Kämpfer aber im großen Stil weiterentwickelt und der Sieger dieser Ansetzung hätte sich den Kampf gegen Aldo oder Lamas mit sechs aufeinanderfolgenden Siegen mehr als verdient.
Vorhersage: Er trifft auf Cub Swanson.

Nik Lentz
„The Carny“ wird sich diese Woche wohl vor den Fernseher setzen und solange die Wiederholung seines Kampfes anschauen müssen, bis er jede Runde auswendig kennt. Lentz hat beileibe keinen schlechten Kampf geliefert, konnte gegen den haushohen Favoriten immer wieder für einzelne Minuten die Oberhand gewinnen und kämpfte sich zu Beginn des Kampfes durch einige ernste Schwierigkeiten, aber genützt hat es am Ende alles nichts – Mendes hat sich als der bessere Kämpfer herausgestellt. Eine Punktniederlage gegen einen ehemaligen (und aller Voraussicht nach früher oder später auch zukünftigen) Titelherausforderer vom Kaliber eines Mendes wirft Lentz nicht allzu weit zurück, den Platz auf dem Hauptprogramm wird er sich aber vermutlich erst wieder mit mehreren Siegen erkämpfen müssen.
Vorhersage: Er trifft auf den Verlierer des Kampfes zwischen Diego Brandao und Dustin Poirier (UFC 168).

Joe Lauzon vs. Mac Danzig
Nach Niederlagen gegen Jim Miller und Michael Johnson hat Joe Lauzon am Samstag einen Sieg gebraucht, um relevant zu bleiben. Ein zäher Mac Danzig sorgte zwar dafür, dass keiner der Submission-Versuche Lauzons den gewünschten Erfolg hatte, am Ende der fünfzehn Minuten wurde Lauzon aber trotzdem verdient zum Sieger erklärt, der damit den ersten Punktsieg seiner Karriere einfuhr.

Joe Lauzon
Ein Joe Lauzon darf sich dank seiner meist mehr als unterhaltsamen Kämpfe mehr als viele andere leisten, bevor er aus der UFC entlassen wird, aber nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen und nur einem Sieg in seinen letzten vier Kämpfen hat sich auch der Bostoner so langsam in unsichere Gefilde bewegt. Der solide, wenn auch nicht übermäßig spektakuläre Punktsieg gegen Mac Danzig lässt ihn zwar keine übergroßen Sprünge in der Rangliste machen, ermöglicht ihm aber zumindest wieder etwas Luft zum Atmen. Jetzt kommt es darauf an, was die UFC mittelfristig mit ihm vorhat. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Lauzon jemals um einen Titel antreten wird, trotzdem könnte ein Kampf gegen Nate Diaz Sinn machen. Der Badboy aus Stockton ist zwar ein ganzes Stück näher am Gürtel als „J-Lau“, kommt nach zwei Niederlagen aber ebenfalls aus einem Sieg und würde sich mit Lauzon mit einiger Sicherheit einen spektakulären Kampf liefern.
Vorhersage: Er trifft auf Nate Diaz.

Mac Danzig
Es sieht gar nicht gut aus für Danzig, der nun acht seiner letzten elf Kämpfe verloren hat, davon drei hintereinander. Das macht ihn zu einem beinahe sicheren Kandidaten für eine Entlassung; besonders, da er im notorisch überfüllten Leichtgewicht antritt.