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Die Nachwehen von UFC Fight Night 28

Im Hauptkampf des Abends konnte Glover Teixeira sich mit einem Erstrunden-Knockout seine Titelchance sichern.

Die 28. UFC Fight Night ist Geschichte. Obwohl das Programm im Vorfeld stark kritisiert wurde, haben fünf Kämpfe im Hauptprogramm vorzeitig geendet und der einzige Drei-Ründer hat den Bonus für den „Kampf des Abends“ bekommen.

Neben reiner Unterhaltung sind aber auch die Ergebnisse zum Teil bedeutend: Glover Teixeira wird den nächsten Titelkampf im Halbschwergewicht bekommen, mit „Jacare“ Souza hat sich ein weiterer Top-Kämpfer im Mittelgewicht etabliert und Joseph Benavidez hat sich gute Chancen auf seine zweite Titelchance gesichert.

Glover Teixeira bes. Ryan Bader
Im Hauptkampf klingelte Ryan Bader seinen Gegner an, versuchte sich erfolglos an einem Guillotine Choke und drosch kurz darauf zum Unglauben der Zuschauer in der Arena schon wieder auf einen wackeligen Teixeira ein, der den etwas zu aggressiven Bader dann allerdings mit einer Rechten erwischte und per linkem Haken endgültig auf die Bretter schickte.

Glover Teixeira:
Teixeiras nächster Kampf steht bereits fest: Sofern nichts dazwischenkommt, wird der Protegé von Chuck Liddell im nächsten Jahr seine Chance auf den Halbschwergewichtsgürtel bekommen, entweder gegen Jon Jones oder gegen Alexander Gustafsson.

Ryan Bader:
Im Vorfeld des Kampfes waren die meisten Fans sich sicher, dass Bader vorzeitig verliert, und so ist es letztendlich ja auch gekommen. Niemand hätte allerdings damit gerechnet, dass es bloß durch Unachtsamkeit passiert, nachdem er Teixeira um Haaresbreite selbst gestoppt hätte. Die allgemeine Meinung scheint zu sein, dass er bis auf die letzten zehn Sekunden gut aussah, weshalb „Darth“ Bader wahrscheinlich einen soliden Gegner vor die Fäuste bekommen wird.

Vorhersage: Er trifft auf den Verlierer des Kampfes zwischen Thiago Silva und Matt Hamill.

Ronaldo Souza bes. Yushin Okami
Auch „Jacare“ Souza ging als Favorit in seinen Kampf. Im Gegensatz zum Hauptkampf hätte allerdings kaum jemand damit gerechnet, dass der Brasilianer einen Hochkaräter wie Okami so problemlos abfertigen würde, wie er es mit diesem Erstrunden-T.K.o. getan hat.

Ronaldo Souza:
Für „Jacare“ war dies der zweite, sehr beeindruckende Sieg in Folge. Allerdings hat er beide Male auf einer kleineren Fight Night in Brasilien gekämpft, und um mit derartigen Leistungen wirklich populär zu werden, muss Souza auf größeren Events in den Staaten antreten. Ich denke, dass die UFC das tun wird und ihm einen weiteren bekannten Namen vorsetzt.

Vorhersage: Er trifft auf den Gewinner des Kampfes Mark Munoz vs. Michael Bisping oder Costa Philippou vs. Francis Carmont.

Yushin Okami:
„Thunder“ läuft Gefahr, zum Türsteher der Top Ten zu werden. Er ist ein grundsolider Kämpfer, der beinahe jeden Gegner schlagen kann, aber immer wieder an den Top-Leuten scheitert. Dank seines Resümees wird er wohl einen Kampf gegen einen bekannten Namen bekommen. Falls er in naher Zukunft aber noch einmal verlieren sollte, könnte er zum Prüfstein für aufstrebende, junge Kämpfer werden, und das ist sicherlich nicht sein Anspruch. 

Vorhersage: Er trifft auf den Verlierer des Kampfes zwischen Luke Rockhold und Tim Boetsch.

Joseph Benavidez bes. Jussier Formiga
Formiga wurde als jemand mit großem Potential angekündigt, als er vor etwa einem Jahr in die UFC kam. Das Potential hat er zweifellos, allerdings hat er mit John Dodson und Joseph Benavidez auch direkt zwei der größten Fische im kleinen Teich vorgesetzt bekommen und am Mittwoch zum zweiten Mal in der UFC durch T.K.o. verloren.

Joseph Benavidez:
Benavidez ging im vergangenen Jahr als Favorit in das Vier-Mann-Turnier um den neu geschaffenen Fliegengewichtsgürtel und scheiterte im Finale nur knapp an Demetrious Johnson. Seitdem hat er drei Kämpfe überzeugend gewonnen und sollte sich damit in eine gute Position gebracht haben, um erneut nach dem Gürtel zu greifen.

Vorhersage: Er trifft in einem Rückkampf auf Demetrious Johnson.

Jussier Formiga:
Formiga dürfte sich mit dieser Niederlage auf absehbare Zeit aus dem Titelrennen verabschiedet haben, in das er noch vor seinem UFC-Debüt hineingeworfen wurde. Entlassen wird er nach Kämpfen gegen Top-Leute wie Dodson und Benavidez nicht, seinen nächsten Kampf muss er dafür aber unbedingt gewinnen, um seinen Platz in der UFC zu sichern.

Vorhersage: Er trifft auf Louis Gaudinot oder Jose Maria Tome.

Piotr Hallmann bes. Francisco Trinaldo
In der ersten Runde sah es so aus, als hätte Hallmann keine Schnitte gegen den bulligen Trinaldo, der ihn mit harten Kicks zum Körper mehrfach in Bedrängnis brachte. Im zweiten Durchgang drehte Hallmann den Spieß dann aber um, zwang „Massaranduba“ per Kimura zum Abklopfen und sorgte damit einige Sekunden lang für Stille in der Halle.

Piotr Hallmann:
Das war ein beeindruckendes Debüt für Piotr Hallmann. Er war nicht dafür bestimmt, diesen Kampf zu gewinnen, und in Runde eins sah es auch äußerst düster aus. Aber gerade, weil er sich durchgebissen hat, konnte er beweisen, dass er eine Menge Schaden absorbieren und den Kampf trotz allem noch gewinnen kann. Darüber hinaus in seinem Debüt einen Bonus zu gewinnen, macht das Ganze noch beeindruckender, und Hallmann dürfte damit ranglistentechnisch ein bis zwei „Aufwärmkämpfe“ übersprungen haben.

Vorhersage: Er trifft auf den Gewinner des Kampfes zwischen Paul Taylor und Anthony Njokuani oder auf James Vick.

Francisco Trinaldo:
„Massaranduba“ ist ein ziemliches Biest, aber im Alter von 35 Jahren und mit einer Bilanz von 3-2 in der UFC wird er es kaum mehr an die Spitze schaffen. Spektakuläre Knockouts oder Aufgabegriffe kann er aber immer noch liefern und in seiner Heimat ist er ein recht bekanntes Gesicht, was ihn für kleinere Events in Brasilien perfekt qualifiziert.

Vorhersage: Er trifft auf Yancy Medeiros oder Vinc Pichel.

Rafael Natal bes. Tor Troeng
Im „Kampf des Abends“ setzte sich Rafael Natal nach Punkten gegen den Schweden Tor Troeng durch. Natal behielt über alle drei Runden die Kontrolle, Troeng gab aber trotz offensichtlicher Nachteile nie auf und hielt bis zum Schlussgong vehement dagegen.

Rafael Natal:
Natal ist kein wirklich auffälliger Kämpfer. Er sticht nicht mit besonderen Fähigkeiten heraus, liefert aber Siege ab, die oft genug spannend anzusehen sind. Genau wie Trinaldo wird er es wohl nie ganz nach oben schaffen, ist aber für Kämpfe gegen mittelklassige, solide Gegner auf Veranstaltungen in Brasilien perfekt geeignet.

Vorhersage: Er trifft auf den Gewinner des Kampfes zwischen Luke Barnatt und Andrew Craig.

Tor Troeng:
Troeng hat in der UFC einen Kampf gewonnen, bevor er diesen verloren hat und konnte sich darüber hinaus den Bonus für den Kampf des Abends sichern. Er wird daher wohl noch eine weitere Chance bekommen, um sich eine Zukunft in der UFC zu sichern.

Vorhersage: Er trifft auf Uriah Hall oder Stanislav Nedkov.

Ali Bagautinov bes. Marcos Vinicius
Um Bagautinov gab es im Vorfeld des Kampfes eine ganze Menge Hype. Kein Wunder, denn der aus Dagestan stammende 28-Jährige hat eine lange Geschichte im Bodenkampf und war bereits für seine Schlagkraft bekannt, mit der er auch Marcos Vinicius in Belo Horizonte auf die Bretter geschickt hat.

Bagautinov:
Obwohl der Kampf vor dem K.o. nicht sonderlich spektakulär war, hat Bagautinov gezeigt, dass er gefährlich ist. Die Fliegengewichtsklasse ist immer noch nicht allzu stark besetzt, Bagautinov könnte sich also relativ schnell im Titelrennen wiederfinden, falls das Timing passt und er noch zwei bis drei solcher Knockouts gegen höher eingestufte Gegner abliefert. 

Vorhersage: Er trifft auf Tim Elliott.

Marcos Vinicius:
„Vina“ Vinicius wurde im Laufe seiner UFC-Karriere nun sowohl im Bantam- als auch im Fliegengewicht ausgeknockt. Im Octagon werden wir den 33-Jährigen daher in naher Zukunft wohl nicht mehr sehen.