MMA

Die Nachwehen von UFC 140

Am Wochenende lieferte die UFC einen der unterhaltsamsten Events dieses Jahres ab. Bei UFC 140 gingen nur drei der zwölf Kämpfe über die volle Kampfdistanz, Jon Jones schickte Lyoto Machida schlafen, Frank Mir und Antonio Rogerio Nogueira schickten ihre jeweiligen Gegner ins Krankenhaus und Chang Sung Jung gelang einer der schnellsten KOs in UFC-Geschichte.

Jon Jones besiegt Lyoto Machida durch Submission

Viele Zuschauer waren überrascht, als sie in der ersten Runde mitansehen mussten, wie Lyoto Machida den amtierenden Halbschwergewichtschampion Jon Jones vor ernsthafte Probleme stellte. Immer wieder wich der Brasilianer den Schlägen von Jones aus und konnte seinerseits einige gute Treffer landen. Dieser Trend setzte sich in der zweiten Runde fort, bis Jones seinen Gegner auf die Matte brachte und dort mit einem Ellenbogen einen Cut auf der Stirn öffnete. Machida gelang es, wieder auf die Beine zu kommen, woraufhin der Cut sofort von einem Arzt untersucht wurde. Der Kampf konnte weitergeführt werden, allerdings war Machida nicht mehr der Alte. Jones gelang es schließlich, ihn gegen den Käfig zu pressen und mit einem Guillotine Choke schlafen zu schicken.

Jon Jones
Alle warten nun auf den Kampf zwischen Jon Jones und Rashad Evans, dieser muss allerdings erst noch im Januar an Phil Davis vorbei. Sollte dies gelingen und beide Kämpfer verletzungfrei bleiben, dürfte es nächsten Sommer zu diesem Kampf kommen. Ansonsten stünde auch noch Dan Henderson in den Startlöchern.

Lyoto Machida
Für Machida war dies die dritte Niederlage im vierten Kampf, womit es für ihn in seinem nächsten Kampf schon eng werden könnte. Allerdings wird Machida mit Sicherheit keinen Aufbaukampf bekommen, sondern er wird sich wohl mit dem Verlierer von dem Kampf zwischen Evans und Davis auseinandersetzen müssen. Eine vielleicht etwas einfachere Aufgabe wäre Rich Franklin, der immer noch auf der Suche nach interessanten Gegnern ist.

Frank Mir besiegt Antonio Rodrigo Nogueira durch Submission

Wer eine Wiederholung des ersten Kampfes zwischen Frank Mir und Antonio Rodrigo Nogueira erwartet hatte, musste überrascht feststellen, dass sich Nogueira im Stand wesentlich besser präsentierte. Nach einiger Arbeit gegen den Käfig, schickte Nogueira den Amerikaner mit einigen guten Treffern zu Boden. Dort bearbeitete er Mir mit Ground and Pound und es sah so aus, als ob der Ringrichter den Kampf abbrechen könnte. Nogueira wechselte dann allerdings zu einem Guillotine Choke, aus dem Mir sich befreien konnte. Mir landete daraufhin in der Sidemount und setzte einen Kimura an. Nogueira gelang es nicht, sich daraus zu befreien und nachdem Mir ihm den Arm gebrochen hatte, klopfte Nogueira endlich ab.

Frank Mir
Mir war der erste Mann, der Nogueira KO schlagen konnte und nun ist er auch der erste Mann, der ihn zur Aufgabe zwingen konnte. Nach wenig begeisternden Siegen gegen Cro Cop und Roy Nelson, hat sich Mir damit wieder ins Titelrennen befördert und sich anschließend auch gleich ins Gespräch für einen möglichen Kampf gegen Lesnar gebracht, sollten die Gerüchte wahr sein, dass Alistair Overeem ihren Kampf bei UFC 141 absagen müsste. Sollte es nicht dazu kommen, wäre Mir auch mit einem Kampf gegen Cain Velasquez zufrieden und wer weiß, wenn Overeem oder Lesnar sich verletzen sollten, könnte er sich mit dieser Leistung vielleicht sogar einen Titelkampf verdient haben. Außerdem wären sicherlich auch Josh Barnett oder Daniel Cormier interessante Gegner, wenn sie in die UFC wechseln sollten.

Antonio Rodrigo Nogueira
Auch wenn Nogueira es nicht gerne hören wird, aber Dana White (und viele Fans) haben nach der Niederlage wieder von einem Rücktritt der MMA-Legende gesprochen. Nogueira gehört mit 35 Jahren zwar noch nicht zum „Alten Eisen“, aber er wird sich einer Operation an seinem Arm unterziehen müssen und wer weiß, wann er dann wieder zurückkehren könnte. Er hat bereits über 40 MMA-Kämpfe bestritten, in denen er zum Teil ordentlich einstecken musste, weswegen ein Rücktritt nicht ausgeschlossen ist. Sollte Nogueira weitermachen, wäre er ein interessanter Gegner für Fabricio Werdum, wenn dieser in die UFC zurückkehren sollte.

Antonio Rogerio Nogueira besiegt Tito Ortiz durch TKO

Tito Ortiz ging hochmotiviert in den Kampf gegen Antonio Rogerio Nogueira, allerdings gelang es ihm nicht, den Brasilianer zu Boden zu bringen. Stattdessen musste er einige gute Treffer einstecken und ging schließlich nach einem Knie zum Körper zu Boden. „Little Nog“ folgte ihm und schlug aus der Guard heraus weiter auf den Körper von Ortiz ein, bis dieser sich schmerzverzerrt zur Seite drehte, und der Ringrichter den Kampf abbrach.

Antonio Rogerio Nogueira
„Minotouro“ hat mit diesem Sieg seinen Verbleib in der UFC gesichert, allerdings wird sich erst in seinem nächsten Kampf zeigen, wie viel dieser Sieg wirklich wert war. Anbieten würde sich ein Kampf gegen Rich Franklin, den die UFC ohnehin für UFC 133 angesetzt hatte. Damals musste Nogueira den Kampf verletzungsbedingt absagen. Nun bietet sich die Möglichkeit, diesen Kampf nachzuholen. Ansonsten wäre der Sieger von dem bei UFC 141 stattfindenden Kampf zwischen Alexander Gustafsson und Vladimir Matyushenko sicherlich ein interessanter Gegner.

Tito Ortiz
Auch im Fall von Ortiz wurden nach dem Kampf die Stimmen laut, die einen Rücktritt des ehemaligen UFC Champions forderten. Ortiz selber würde gerne noch einen Kampf im nächsten Jahr bestreiten – am liebsten gegen Forrest Griffin. Dieser Kampf scheint nicht so unwahrscheinlich, allerdings hängt einiges davon ab, wie schlimm die Verletzung von Ortiz und die damit verbundene Länge seiner Auszeit ist. Sollte sich ein Kampf gegen Griffin ergeben, wäre es sicherlich ein interessanter Abschiedskampf für den ehemaligen Halbschwergewichtschampion.

Brian Ebersole besiegt Claude Patrick nach Punkten

Im Kampf zwischen Brian Ebersole und Claude Patrick verliefen alle Runde relativ ähnlich. Sowohl in der ersten, zweiten als auch in der dritten Runde gelang es Ebersole, seinen Gegner zu Boden zu bringen und dort zu halten, ohne jedoch gute Treffer landen zu können - lediglich in der dritten Runde gelang es Patrick, wieder auf die Beine zu kommen, wo er einige gute Treffer landen konnte. Patrick wurde auf dem Boden mehrfach mit Guillotine-Versuchen gefährlich, was ihm auf einem Punktrichterzettel auch den Sieg (29-28) brachte. Die beiden anderen Punktrichter werteten den Kampf 29-28 für Ebersole, wodurch dieser diesen sehr engen Kampf für sich verbuchen konnte.

Brian Ebersole
Ebersole sollte bei UFC 140 eigentlich gegen Rory MacDonald antreten, allerdings musste der Kanadier den Kampf verletzungsbedingt absagen. Nun bietet sich der UFC die Möglichkeit, diesen Kampf erneut auf die Beine zu stellen. Ansonsten wäre auch noch ein Kampf gegen John Hathaway oder den Sieger vom Kampf zwischen Mike Pyle und Paulo Thiago möglich.

Claude Patrick
Ein kleiner Rückschlag für den zuletzt so erfolgreichen Patrick, allerdings sollte ihn diese Niederlage nicht all zu weit zurückwerfen. Ein möglicher Gegner für den Kanadier wäre der Verlierer von dem Kampf zwischen Dong Hyun Kim und Sean Pierson, die bei UFC 141 aufeinandertreffen werden.

Chan Sung Jung besiegt Mark Hominick durch KO


Mark Hominick ging als hoher Favorit in den Kampf gegen Chan Sung Jung, fand sich nach wenigen Sekunden allerdings schon auf der Matte wieder, nachdem der „Korean Zombie“ ihn mit einem schönen Konter getroffen hatte. Nach weiteren Treffern ging der Ringrichter dazwischen und stoppte den Kampf nach gerade mal sieben Sekunden.

Chan Sung Jung
Nach dem ersten Sieg durch einen Twister in der UFC, teilt sich Jung nun auch noch den Rekord für den schnellsten KO-Sieg in der UFC mit Todd Duffee. Zudem besiegte er mit Hominick noch einen ehemaligen Titelherausforderer, womit in seinem nächsten Kampf eine weitere große Aufgabe auf ihn warten dürfte. Dazu zählen würde z. B. der Sieger des Kampfes Erik Koch gegen Dustin Poirier. Einen unterhaltsamen Kampf könnte man sicherlich auch erwarten, wenn Jung auf den ersten The Ultimate Fighter Sieger im Federgewicht, Diego Brandao, treffen sollte.

Mark Hominick
Zwei Niederlagen in Folge werfen Hominick erst mal weit aus dem Titelrennen. Allerdings besteht im Federgewicht kein Mangel an interessanten Namen. So hat Jonathan Brookins nach seiner Niederlage gegen Erik Koch noch keinen neuen Gegner, aber auch ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Manny Gamburyan und Diego Nunes wäre interessantes Duell.