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„Die Gewinner sind die Zuschauer!“

Am 1. September lädt Veranstalter Sefer Göktepe zur stark besetzten Mix Fight Gala XIII in die Fraport-Arena in Frankfurt ein. Bei einem solchen Aufgebot, durfte selbstverständlich auch die amtierende Nr. 1 der German Top Five im Schwergewicht, Andreas „Big Daddy“ Kraniotakes, nicht auf der Fightcard fehlen. „Big Daddy“ hat die Möglichkeit, sich einer neuen und zugleich alten Herausforderung zu stellen: Dawid Baziak.

Baziak war selbst lange Zeit die Nr.1 der German Top Five im Schwergewicht, als Kraniotakes gerade frisch in die Spitzengruppe vorgestoßen war, doch leider kam es nie zu einem Aufeinandertreffen. Unter umgekehrten Vorzeichen trifft der hungrige Baziak, der sich wieder seinen Platz in der German Top Five erkämpfen möchte, auf einen Kraniotakes, der seinen Platz als bestes Schwergewicht Deutschlands mit einen Sieg über Baziak weiter festigen will.

GroundandPound: Hallo Andreas, am 1. September wirst Du bei der Mix Fight Gala auf Dawid Baziak treffen. Wie schätzt Du die Stärken und Schwächen Deines Gegners ein? Was weißt Du über Deinen Gegner?

Andreas Kraniotakes: David ist ein sehr guter Kämpfer. Er hat viel internationale Erfahrung und hat schon einige gute Leute besiegt. Seine Stärke liegt meiner Meinung nach eher im Striking. Dennoch kämpft er ja im MMA und hat auch die anderen Disziplinen nicht vernachlässigt in den letzten Jahren. Insgesamt hat die Mix Fight Gala mit diesem Matchup wieder einmal ihre Qualität bewiesen. Zwei Schwergewichte, die sich gerne im Standup das Leder um die Ohren hauen. Der Kampf sollte auf jeden Fall einen Gewinner haben: die Zuschauer!

Dawid Baziak hat seine letzten beiden Kämpfe gegen Sami Antar und Dion Staring und Du selbst hast Deinen letzten MMA-Kampf gegen Michael Hayes verloren. Wie hungrig schätzt Du Deinen Gegner ein und wie hungrig bist Du selbst, um auf die Siegesstraße zurückzukehren?

Vielen Dank, dass Du mich daran erinnerst! Ja, wir kommen beide von Niederlagen. Allerdings denke ich, dass keiner zu irgendeiner Zeit das Gefühl hat, den nächsten Kampf könnte man getrost verlieren. Daher bin ich genau so motiviert, diesen Kampf zu gewinnen, als wäre es ein Titelkampf. Für mich ist dies der Startschuss in den Jahresabschluss. Ich habe noch viel vor bis Sylvester, und in Frankfurt beginnt die Mission.

Was hat es mit Deinem Videoblog „Big Daddy 2.0“ auf sich? Inwieweit glaubst Du, kann man sich selbst neu erschaffen, als Kämpfer?

Es ist ja eher eine Videoblog-Reihe. Sie soll dokumentieren, welche Schritte ich unternommen habe um eine Veränderung zu erreichen, die es vertretbar macht, von einer neuen Version zu sprechen. Ich denke, dass man seine Grunddisposition als Kämpfer nicht verändern kann. Deshalb nenne ich mich ja jetzt auch nicht „Pit Bull 2.0“. Trotzdem bin ich mir sicher, dass man, wenn es richtig angestellt wird, eine erhebliche Veränderung erreichen kann. Es ging mir darum, alle störenden Faktoren bestmöglich zu beseitigen und an meinen Schwächen als auch an meinen Stärken zu arbeiten. Es ist eine allumfassende Transformation, die jedes einzelne Training beeinflusst. Ich bin mir sicher, dass auch die Fans einen Unterschied in meinen Kämpfen sehen werden. Auch wenn ich schon länger kämpfe, bin ich erst seit knapp 2,5 Jahren Profi. Das heißt, dass MMA noch gar nicht so lange meine erste Priorität im Leben hat. Ich habe bereits sehr viel dazulernen können. Big Daddy 2.0 versucht all dem Rechnung zu tragen, und ich fühle mich besser denn je! Ich fühle mich jeden Tag aufs neue gesegnet, meinen Traum leben zu können und ich zahle den Preis gerne, auch wenn er manchmal sehr hoch ist.

Dawid Baziak tritt für die Tempel Fight School an. Wirst Du am 1. September wieder für das Kampfsportgym Koblenz in den Ring steigen oder wird es da eineVeränderung geben? Wenn ja, was waren die Gründe für diese Veränderung und wer wird Dich in Deiner Ecke betreuen?

Das Kampfsportgym war für mich lange Jahre ein großartiges Basislager. In der letzten Zeit gab es einige Veränderungen, sowohl in meinem Privatleben als auch in meinem Leben als Sportler. Beides führte dazu, dass ich mich schweren Herzens vom Koblenzer Gym getrennt habe. Das Team wird mir sehr fehlen, aber ich bin froh, ein neues sportliches Zuhause beim besten Team Deutschlands gefunden zu haben. Die Planet Eater um Peter Sobotta und Thomas Buschkamp werden mich – wie auch bisher – bei meinen Kämpfen betreuen. Ich fühle mich geehrt, dass sie mich aufgenommen haben und hoffe, dass ich in Zukunft an der Weitergestaltung des Teamgeschicks maßgeblich mitwirken kann. Und wer weiß, wenn alles gut läuft, dann heimsen wir ja vielleicht dieses Jahr den GnP-Award für das beste Team national ein!

Du bist ja nicht zum ersten Mal auf der Mix Fight Gala, bei der Mix Fight Gala XI im Jahr 2010 in Sindelfingen konntest Du Deinen ersten Sieg via Submission gegen Thorsten Kronz verbuchen. Wie wichtig war Dein damaliger Sieg für Dich?

Der Sieg hat mir viel bedeutet, weil ich Thorsten sehr als Kämpfer schätze. In sofern gibt es einige Parallelen zu diesem Kampf. Auch Thorsten war lange Zeit die Nummer eins im Schwergewicht und auch ihm wird nachgesagt ein sehr guter Striker zu sein.

Wie kann man die Atmosphäre bei der Mix Fight Gala beschreiben? Wo liegen für Dich die Unterschiede zu einer reinen MMA-Veranstaltung?

Die Stimmung auf der Gala ist für mein Empfinden sehr angenehm. Obwohl ich als einer der Hauptkämpfer meist nicht so viel von der Show mit bekomme, habe ich dennoch gute Resonanzen bekommen damals. Alle die mich angefeuert haben waren sehr zufrieden. Die Fraport-Arena, in der die Veranstaltung statt finden soll, ist auch eine ziemlich große Halle. Dies ist, glaube ich, für eine reine MMA-Veranstaltung derzeit schwer zu bewältigen, und daher finde ich es mehr als gut, dass auch viele hochkarätige K-1-Kämpfe stattfinden. Das Event sollte also einiges in den Schatten stellen!

Als amtierende Nr. 1 der German Top Five, wie fühlt es sich an der Gejagte zu sein? Dawid Baziak war ja selbst mal die Nr. 1 im Schwergewicht der GT5, warum kam es nie zu einen Aufeinandertreffen? Was bedeutet für Dich der Kampf konkret?

Warum es damals nie zu einem Aufeinandertreffen kam, kann ich Dir nicht sagen. Ich wollte es auf jeden Fall. Vielleicht fragst Du das Dawid mal!? Natürlich ist der Kampf nun für ihn weitaus attraktiver und ich freue mich, dass es schließlich doch noch dazu kommt. Für mich ist dieser Kampf das letzte, was ich noch in der deutschen Szene zu tun habe. Ich möchte gegen Dawid gewinnen und damit meinen Rang festigen. Danach werde ich mich wieder internationalen Herausforderungen stellen. In meinem Empfinden gibt es wenige Schwergewichte in der Bundesrepublik, die sich regelmäßig namhaften Gegnern stellen. Die meisten kämpfen gegen Leute, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat und von denen man auch nach dem Kampf nichts mehr hört. Dawid, wie auch Thorsten Kronz, haben sich bereits international ihre Sporen verdient. Daher gehören sie für mich zu den Leuten, mit denen man sich messen muss, wenn man das Recht haben will, die German Top 5 anzuführen.

Gejagt fühle ich mich sowieso immer irgendwie. Das ist eine gute Sache. Sie motiviert mich beim Training und ich empfinde es als Kompliment. Es gibt ja nicht wenige da draußen, die sich versuchen, über meinen Namen Gehör zu verschaffen. Sehr verständlich aus deren Sicht und ich fühle mich geschmeichelt. Schließlich greift man ja nur denjenigen an, der den Ball hat.

Gibt es noch irgendetwas, dass Du unseren Lesern mitteilen möchtest?

Ich möchte mich für die Unterstützung bedanken. Vor meinen bisherigen Kämpfen dieses Jahr habe ich immensen Support durch die GnP-Community erfahren. Das bedeutet mir sehr viel und ist für mich jedes Mal ein Grund, wirklich alles zu geben in meinen Kämpfen. Ich bin sehr froh, dass ich ihnen dieses Jahr noch einige Möglichkeiten bieten kann, mir beim Kämpfen zuzusehen.

Wir bedanken uns recht herzlich für das Gespräch und wünschen Dir weiterhin ein verletzungsfreies Trainingscamp!