MMA

Die GEMMAF und SwissMMAF stehen hinter GMC-Entscheidungen

Andreas Kraniotakes, Andreas Stockmann und Björn Schmiedeberg (Fotos: Valentino Kerkhof)

Erhitzte Gemüter gab es nicht nur während, sondern auch nach den Kämpfen am vergangenen Wochenende bei der GMC in Herne. Bei zwei Kämpfen kochte es bei den Zuschauern besonders hoch - obwohl alles regelkonform ablief.

Neben den Akteuren im Octagon, stand Hauptkampfrichter Andreas Stockmann im Mittelpunkt des Geschehens. Was war passiert?

Beim GMC-Titelkampf im Federgewicht, zwischen dem Schweizer Patrik Berisha und dem Deutschen Martin Buschkamp, kam es im Kampfverlauf zu einer unabsichtlichen Kopfverletzung bei Berisha. Stockmann sah das Blut aus der Wunde am Hinterkopf von Berisha strömen und unterbrach den Kampf regelkonform. Die Emotionen kochten über. Disqualifikation gegen Buschkamp? No Contest, also keine Wertung, oder Cut-Sieg für Buschkamp? Stockmann handelte im Sinne der Fans, im Sinne des Sports: Beide Kämpfer sagten zu, dass sie den Kampf weiterführen wollten. Es ging weiter. Dazu Andreas Stockmann:

„Laut den Unified Rules of Mixed Martial Arts, dem Regelwerk dem wir uns unterworfen haben, habe ich die einzige Möglichkeit gewählt die mir nach der Verwarnung (im laufenden Kampf) von Martin Buschkamp blieb. Hätte ich eine absichtliche Handlung erkannt, wäre Martin Buschkamp sofort disqualifiziert worden. Nach dem ersten Abbruch baten mich beide Parteien, den Kampf weiterlaufen zu lassen. Da dies im Sinne beider Parteien war und der Ringarzt den Kampf dann doch wieder freigab, eröffnete ich den wieder den Kampf.“

Nach zwei weiteren Unterbrechungen, in denen der Cut wieder blutete, wurde endgültig abgebrochen, mit dem offiziellen Ergebnis, dass die Begegnung ohne Wertung endete. Die Diskussionen hielten aber an:

„Die Wunde von Patrik Berisha öffnete sich aber immer wieder zu schnell und konnte - wegen einem fehlenden Cutman in seiner Ecke - auch nicht wieder professionell verschlossen werden. Ich befürchtete für Patrik dass die Wunde, bei einem längerem Kampfverlauf, mit den einschlägig bekannten Keimen infiziert werden und/oder sich die Wunde vergrößern könnte.

Nach dem Abbruch erfolgte der Schiedsspruch nach den Vorgaben der Unified Rules, übrigens ganz leicht nachzulesen auf der Seite der UFC.“

Der 1. Vorsitzende der GEMMAF, Tom Madsen, unterstütze die Entscheidung vom Hauptkampfrichter Stockmann voll und ganz. Auch der 1. Vorsitzende der SwissMMAF, Patrick Drees, sah das Urteil von Stockmann voll und ganz regelkonform.

Selbst Patrik Berisha ließ über Facebook zum Urteil vermelden: „Keiner der Anwesenden war glücklich über dieses Urteil. Der Gegner hat mir aus Versehen einen Cut am Hinterkopf geöffnet und der Referee hat richtig gehandelt, No Contest. Man muss ehrlich sagen, es war die richtige Entscheidung. Danke dafür Andreas Stockmann, du hast dich nicht beeinflussen lassen."

Auch im GMC-Titelkampf im Schwergewicht zwischen Björn Schmiedeberg und Andreas Kraniotakes kochten die Zuschauer nach dem Urteil der Punktrichter. Die Punktrichter werteten unabhängig voneinander auf allen drei Zetteln 48-48, 48-48 und 47-47 Unentschieden. Kraniotakes und Schmiedeberg sind gleichstark. Auch dies Urteil sorgte für Unruhe.

Im Hauptkampf entschieden aber gleich drei erfahrene Kampfrichter, aus zwei verschiedenen Ländern, diese haben einstimmig den Kampf so gewertet.

Anbei das Regelwerk, zum Nachlesen bitte hier klicken!