MMA

Die Ergebnisse von UFC Halifax

Die UFC gastiert zum ersten Mal im Scotiabank Centre in Halifax, Nova Scotia, Halifax (Foto: Zuffa LLC).

Neben der Veranstaltung in Stockholm findet am 4. Oktober eine weitere UFC-Show statt, und zwar auf der anderen Seite des Atlantiks im kanadischen Halifax. Groundandpound ist vor Ort und berichtet live aus dem Scotiabank Centre.

Pedro Munhoz vs. Jerrod Sanders
Im ersten Kampf des Abends trifft Pedro Munhoz im Bantamgewicht auf Jerrod Sanders. Der Kampf ist letztlich schneller vorbei als die Walkouts - Pedro Munhoz kontert einen Takedownversuch Sanders' mit einem Guillotine Choke. Sanders slamt seinen Gegner, kann den Griff dadurch aber nicht lockern und muss kurz darauf abklopfen.
Sieger durch Aufgabe (Guillotine Choke) nach 39 Sek. in Rd. 1: Pedro Munhoz

Albert Tumenov vs. Matt Dwyer
Nach dem raschen Auftakt geht es im Weltergewicht mit zwei K.o.-Spezialisten weiter. Und genau aus diesem Grund endet auch dieser Kampf früh in der ersten Runde - Dwyer lehnt sich genau in einen linken Headkick seines Gegners und geht auf die Bretter. Zwar kommt er danach wieder kurzzeitig auf die Beine, das jedoch nur, um Sekunden später die gleiche Technik noch einmal mit dem Kopf zu absorbieren.
Sieger durch T.K.o. (Headkick und Schläge) nach 1:03 Min. in Rd. 1: Albert Tumenov

Patrick Holohan vs. Chris Kelades
Fliegengewicht Chris Kelades hat den Kampf gegen Patrick Holohan mit nur fünf Tagen "Vorbereitungszeit" angenommen, hat dafür aber die lautstarke Unterstützung der Fans in seiner Heimatstadt im Rücken. Viel bringt ihm das zunächst jedoch nicht, denn Holohan bringt sich, nachdem der Kampf früh auf der Matte landet, in gute Positionen und arbeitet bis zum Ende des ersten Durchgangs kontinuierlich an verschiedenen Aufgabegriffen.

In Runde zwei dagegen ist es Kaledes, der zunächst einige harte Kniestöße zum Körper anbringt und dann am Boden die Kontrolle übernimmt. Kurzzetig sieht es so aus, als ob er Holohan mit einem GUillotine Choke zum Abklopfen zwingen kann, der jedoch entkommen kann. Trotzdem steckt der Ire für den Rest der Runde eine Menge Groundandpound ein und wird am Ende nur durch den Rundengong gerettet.

Runde drei verläuft nicht ganz so actionreich, Kaledes behält aber dennoch über weite Teile die Kontrolle über seinen angeschlagenen Gegner. Holohan kann einige Griffe verhindern, kommt aber nicht zurück auf die Beine und muss immer wieder Schlagsalven einstecken, bis der Kampf unter tosendem Jubel der Zuschauer nach 15 Minuten endet.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (29:28, 29:28, 29:28): Chris Kelades

Jason Saggo vs. Paul Felder
Jason Saggo scheint sich mit Paul Felder ungern im Stand auseinandersetzen zu wollen, zumindest verschwendet er nach einigen ausgetauschten Kicks keine Zeit, seinen Gegner auf den Boden zu bekommen. Felder kann sich erst kurz vor Rundenende aus der Unterlage befreien, in den verbleibenden Sekunden aber nicht mehr allzu viel ausrichten.

Im zweiten Durchgang das gleiche Spiel. Felder landet einige einzelne Schläge und Kicks, Saggo versucht, ihn auszukontern und auf die Matte zu befördern. Dieses Mal jedoch mit weniger Erfolg, sodass sich das Geschehen an den Käfigzaun verlagert. Nach einiger Zeit schafft Saggo es doch noch, seinen Gegner zu werfen, landet allerdings selbst in der Unterlage. Kurz vor Rundenende schafft er es zurück auf die Beine, die Punktrichter dürfte er mit dieser Runde allerdings nicht überzeugt haben.

Auch zu Beginn der letzten Runde kontrolliert Felder das Geschehen zunächst im Grappling und scheint zu diesem Zeitpunkt der körperlich stärkere Mann zu sein. sodass Saggos Takedown-Versuche immer wieder abgewehrt werden bzw. Felder recht schnell zurück auf die Beine kommt und dort Treffer landet. Knapp zwanzig Sekunden vor Schluss muss er jedoch noch einmal eine Schrecksekunde überstehen, als Saggo ihn niederschlägt und zum Armbar ansetzt, für den die Zeit schlussendlich aber nicht mehr reicht.
Sieger durch geteilten Punktentscheid (28:29, 29:28, 28:29): Paul Felder

Olivier Aubin-Mercier vs. Jake Lindsey
Mercier und Lindsey tauschen zunächst im Stand einige Kicks und Schläge aus, bevor Judo-Experte Mercier seine Expertise dazu nutzt, um den Kampf auf die Matte zu verlagern. Dort kann Lindsey sich jedoch gut verteidigen und schafft es gegen Ende der Runde sogar, selbst in die Oberlage zu kommen.

Runde zwei dagegen spielt sich während der kompletten ersten Hälfte im Stand ab, wo beide Kämpfer mehrfach treffen, sich aber keinen klaren Vorteil verschaffen können. Gegen Mitte der Runde allerdings schafft es Mercier doch noch, Lindsey auf die Matte zu befördern, wo kurze Zeit später ein umgedrehter Triangle Choke den Kampf beendet.
Sieger durch Aufgabe (Umgedrehter Triangle Choke) nach 3:22 Min. in Rd. 2: Olivier Aubin-Mercier

Daron Cruickshank vs. Anthony Njokuani
Taekwondo gegen Thaiboxen – Raron Cruickshank gegen Anthony Njokuani ist auf dem Papier eine Ansetzung, die nicht langweilig werden kann. Das denken sich wohl auch die beiden Kämpfer, die recht wenige Risiken eingehen und sich meist auf einzelne Aktionen oder kurze Kombos beschränken. Cruickshank schafft es nach mehreren Versuchen schließlich gegen Ende der Runde, das Geschehen auf den Boden zu verlagern und dürfte sich die Runde damit wohl gesichert haben.

In Runde zwei scheint Cruickshank das gleiche Ziel zu haben, Njokuani kann den Takedown trotz abgefangenem Kick jedoch verhindern und konzentriert sich von da an lieber auf Fausttechniken. Cruickshank antwortet mit einem eingesprungenen Kniestoß, der Njokuani in den Rückwärtsgang zwingt, was der „Detroit Superstar“ dazu nutzt, ihn zu greifen, einmal quer durch das Octagon zu tragen und unter tosendem Jubel mit Wucht auf die Matte zu slammen. Dort scheint er mit einem Kniestoß jedoch Njokuanis Kiefer zu erwischen, weshalb der Kampf kurz unterbrochen wird. Anschließend landet Cruickshank einige solide Treffer, kann sich bis zum Rundenende aber keine allzu klaren Vorteile erarbeiten.

In den letzten fünf Minuten geht es im Stand weiter – Njokuani kann zwar den meisten Attacken seines Gegners ausweichen, seine Konter landen aber ebenfalls selten im Ziel. Im Laufe der Runde wird Njokuani mit zwei vermutlich verlorenen Runden im Rücken aktiver, Cruickshank antwortet darauf jedoch mit einer Minute auf der Uhr mit einem Takedown. Njokuani setzt zum Triangle Armbar an, den Cruickshank jedoch verteidigt.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27, 30:27, 30:27): Daron Cruickshank

Mitch Gagnon vs. Roman Salazar
Das Hauptprogramm startet anschließend im Bantamgewicht. Mitch Gagnon hat sich in seiner bisherigen UFC-Laufbahn einen Namen als versierter Grappler gemacht und zeigt in Halifax schnell den Grund dafür. Nach einer kurzen Abtastphase sichert sich Gagnon den Rücken seines kurzfristig eingesprungenen Gegners, setzt zum Rear Naked Choke an und beendet den Kampf damit nach knapp zwei Minuten Minuten.
Sieger durch Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 2:06 Min. in Runde 1: Mitch Gagnon

Jingliang Li vs. Nordine Taleb
Weiter geht es im Weltergewicht zwischen Jingliang Li und Nordine Taleb. Beide agieren recht verhalten, Li gelingt es lediglich mit einigen Lowkicks, einen Akzent zu setzen und zwei Cuts bei Taleb zu öffnen.

In der zweiten Runde entwickelt sich das Duell zu einem Boxkampf, in dem beide einige Treffer landen. Taleb schafft es schließlich, Li zu Boden zu bringen, kann dort jedoch nicht viel anrichten. Zurück auf den Beinen.ist es dann Li, der mehrfach zum Takedown ansetzt, Taleb jedoch nicht auf der Matte halten kann.

In Runde drei bringen die beiden die Zuschauer zum Buhen, da der Kampf mittlerweile einem Fechtduell mit Jabs und Innen-Lowkicks ähnelt. Ein Takedownversuch Lis endet schließlich mit Taleb in seiner Guard, wo der Kampf nach drei Runden endet.
Sieger durch geteilten Punktentscheid (29:28, 28:29, 30:27): Nordine Taleb

Elias Theodorou vs. Bruno Santos
Im Mittelgewicht kehrt als nächstes TUF: Nations-Gewinner Elias Theodorou zum ersten Mal seit seinem Staffel-Sieg ins Octagon zurück. Gegen den stämmigen Brasilianer Bruno Santos hat der „Spartan“ zunächst mehr Probleme als in seinen bisherigen Kämpfen, die er zumeist recht problemlos gewonnen hat. Das Duell spielt sich zunächst hautpsächlich im Clinch ab, in dem sich keiner der beiden signifikante Vorteile verschaffen kann.

In Runde zwei liegt weiterhin stets die Gefahr des Clinches in der Luft, Theodorou beginnt jedoch, sich mit konstant angebrachten Kicks auf den Punktrichterzetteln leicht abzusetzen. Santos dagegen verlässt sich mehr auf seine Fäuste, kommt aber zu selten durch und kann seinen Gegner auch nicht mehr zu Boden oder an den Zaun bringen. Zumindest bis dieser ausrutscht und doch auf dem Rücken landet. Kurz vor Ende des Durchgangs kommt Theodorou dann wieder auf die Beine.

In Runde drei schafft Santos zunächst erneut den Takedown, Theorodou kommt jedoch wieder auf die Beine und slammt seinen Gegner seinerseits mehrfach auf die Matte, da er Santos nicht unten halten kann, dieser aber auch nicht ganz von Theodorou loskommt. Mit zwei Minuten auf der Uhr kann sich der Kanadier schließlich die Mount sichern, was bei einem weiblichen Santos-Fan direkt hinter der dem Presse-Block einen Kreischanfall mittlerer Stärke auslöst, der bis zum Kampfende nach drei vollen Runden auch nicht mehr abflaut.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (29:28, 29:28, 29:28: Elias Theodorou

Chad Laprise vs. Yosdenis Cedeno
Im Weltergewicht nimmt Standkampfspezialist Chad Laprise seinen Gegner Yosdenis Cedeno überraschenderweise zu Boden und arbeitet von dessen Rücken aus an einem Rear Naked Choke, den der „Pink Panther“ allerdings verteidigt. Die Drehung in Laprises Guard funktioniert anschließend jedoch nicht ganz und letztlich landen beide im Clinch, bevor die Runde auf den Beinen endet.

Zu Beginn der zweiten Runde landen beide erneut im Clinch. Nachdem sie sich lösen, versucht Laprise, seinen Gegner am Käfig zu stellen und mit Schlägen zu bearbeiten, kann jedoch nicht sein Ziel finden und findet sich kurz darauf ein weiteres Mal im Clinch wieder. Von dort aus kann er Cedenos allerdings zu Boden ziehen und sich erneut den Rücken sichern. Auch hier kann er jedoch nicht viel ausrichten, stattdessen dreht Cedeno den Spieß um und landet in Laprises Guard.

Durchgang drei spielt sich zunächst hauptsächlich im Stand ab, wo beide Einzelschläge und vor allem Lowkicks austauschen. Niemand kann sich klare Vorteile erarbeiten, Laprise kontrolliert jedoch die meiste Zeit über die Laufwege und dürfte damit den besseren Eindruck auf die Punktrichter machen. Eine Minute vor Schluss untermauert er diese Tendenz noch mit einem Takedown und einem Slam, als Cedeno es beinahe schafft, sich zu lösen.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27 30:27, 30:27): Chad Laprise

Raphael Assuncao vs. Bryan Caraway
Das Duell zwischen den Grappling-Assen Raphael Assuncao und Bryan Caraway spielt sich zunächst ausschließlich im Stand ab, wo beide einige Treffer landen können, vor allem Assuncao mit Kicks, Rechten und einem eingesprungenen Kniestoß. Der Bodenkampf dagegen bleibt fast vollständig außen vor, da keiner der beiden den anderen auf die Matte befördern und dort halten kann.

In Runde zwei macht sich zunehmend ein Geschwindigkeitsunterschied bemerkbar – während Assuncao weiterhin immer wieder Treffer setzt, kann er Caraways sporadischen Attacken fast immer ausweichen, zumindest bis dieser einen Schlag antäuscht und sich stattdessen in einen Takedown duckt. Unten halten kann er Assuncao aber nicht, sodass es wenig später im Stand genauso weitergeht wie zuvor.

In Runde drei scheint Caraway der etwas fittere Kämpfer zu sein, der Assuncao in den Rückwärtsgang zwingt und damit beginnt, die besseren Treffer zu landen. Nur mit dem Takedown will es immer noch nicht so recht klappen, stattdessen findet er sich nach einem missglückten Versuch beinahe in einem Würger wieder – Caraway befreit sich jedoch und lässt den Kampf so an die Punktrichter gehen.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27, 30:27, 30:27) Raphael Assuncao

Rory MacDonald vs. Tarec Saffiedine
Um halb zwei Uhr morgens Ortszeit ist es schließlich Zeit für den Hauptkampf. Beide beginnen zunächst verhalten, den Respekt vor den Fähigkeiten des jeweils anderen merkt man ihnen an. Gegen Mitte der Runde verlagert MacDonald den Kampf kurzzeitig auf den Boden, Saffiedine schafft es jedoch zurück auf die Beine, wo die Runde endet.

Die zweite Runde läuft im Prinzip genauso ab – zwischendurch lassen beide sich auf den einen oder anderen Schlagabtausch ein, ansonsten gibt es aber hauptsächlich vereinzelte Jabs und Lowkicks zu sehen, was auf den Tribünen erste Buhrufe verursacht.

Diese haben anscheinend auch die beiden wahrgenommen, denn in Durchgang drei werden beide etwas aktiver. Saffiedine fängt an, häufiger seine gefürchteten Lowkicks ins Ziel zu bringen, während MacDonald urplötzlich eine harte Rechts-Links-Kombination ins Ziel bringt, die Saffiedine auf die Bretter gehen lässt. MacDonald setzt nach und beendet den bis dahin ereignisarmen Kampf damit auf spektakuläre Art.
Sieger durch T.K.o. (Schläge) nach 1:28 Min. in Rd. 3: Rory MacDonald



Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 54: MacDonald vs. Saffiedine
Samstag, 4. Oktober 2014
Scotiabank Centre in Halifax, Nova Scotia, Kanada

Rory MacDonald bes. Tarec Saffiedine via T.K.o. (Schläge) nach 1:28 Min. in Rd. 3
Raphael Assuncao bes. Bryan Caraway einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Chad Laprise bes. Yosdenis Cedeno einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Elias Theodorou bes. Bruno Santos einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Nordine Taleb bes. Jingliang Li geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 30:27)
Mitch Gagnon bes. Roman Salazar via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 2:06 Min. in Rd. 1

Daron Cruickshank bes. Anthony Njokuani einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Olivier Aubin-Mercier bes. Jake Lindsey via Aufgabe (Umgedrehter Triangle Choke) nach 3:22 Min. in Rd. 2
Paul Felder bes. Jason Saggo geteilt nach Punkten (28:29, 29:28, 28:29)
Chris Kelades bes. Patrick Holohan einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Albert Tumenov bes. Matt Dwyer via T.K.o. (Headkick und Schläge) nach 1:03 in Rd. 1
Pedro Munhoz bes. Jerrod Sanders via Aufgabe (Guillotine Choke) nach 0:39 Min. in Rd. 1