MMA

Desmond Green: „Ich will noch mal gegen Weichel kämpfen!"

Desmond Green will sich am 19. Dezember in die UFC kämpfen (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Desmond Green war an einem Wendepunkt seiner noch jungen Karriere angekommen, als er im Mai in Daniel Weichels Rear-Naked Choke abklopfte und damit das Finale des Federgewichtsturniers von Bellator verlor. Wenig später wurde er von der Organisation vor die Tür gesetzt, doch was zunächst ein harter Rückschlag zu sein schien, entpuppte sich wenig später als Segen für seine Karriere.

„Der Kampf gegen Weichel – weißt du, er ist ein guter Gegner, aber wenn du dir den Kampf anschaust, dann war ich deutlich am gewinnen und wurde dann auf der Matte erwischt“, resümiert Green sein Duell mit dem deutschen „Wiesel“. „Ich würde liebend gerne noch einmal gegen ihn kämpfen. Eine Millionen Mal, von mir aus, und ich denke nicht, dass es dieses Ergebnis noch einmal geben würde.“

Das tatsächliche Ergebnis ihres ersten Kampfes führte jedoch dazu, dass Green von Bellator MMA entlassen und wenig später von Jeff Aronson kontaktiert wurde, dem Geschäftsführer der aufstrebenden Titan Fighting Championships. Aronson bekundete Interesse daran, ihn zu verpflichten und wollte wissen, ob er momentan mit einem soliden Team trainierte. Das tat Green nicht, tatsächlich war er gerade ohnehin auf der Suche nach einem neuen Gym, um sein Training nach der Niederlage auf das nächste Level zu hieven: „Ich hatte einen einzigen Trainer, einen Ex-Kämpfer. Er war mein Headcoach, mein Jiu-Jitsu-Trainer, mein Box-Trainer und mein Muay Thai-Trainer… Ich hatte genau zwei Trainingspartner, ein Welter- und ein Bantamgewicht. Sie haben mir wirklich geholfen, aber es ist eben etwas anderes, wenn du mit aktiven Kämpfern arbeitest.“

Von denen fand der New Yorker jede Menge ein paar hundert Kilometer weiter nördlich auf der anderen Seite der Grenze zu Kanada, wo Firas Zahabi ein paar Autominuten aus der Montrealer Innenstadt heraus das berühmte Tristar Gym führt. Mit ihm setzte Aronson Green in Kontakt und wenig später war der frühere College-Ringer auch schon auf dem Weg in die gym-eigene Kämpfer-Unterkunft, die ‚Tristar Dorms’. Obwohl er eigentlich nur für einen einwöchigen Besuch eingeplant war, war Green so begeistert vom Konzept des Gyms, dass er einfach sein gesamtes Trainingscamp für seinen Kampf gegen Miguel Torres dort verbrachte. „Ich habe gutes Training mitgenommen und habe mir nur noch gedacht ‚Hier musst du bleiben’“, so Green über seinen ersten Eindruck des Gyms, das Top-Namen wie Rory MacDonald und Georges St-Pierre hervorgebracht hat. „Die Jungs hier sind ständig am Kämpfen und immer bereit. Das macht einen Unterschied und hat mir sehr geholfen.“

Kurz, nachdem er sein erstes professionelles Trainingscamp für den größten Kampf seiner Karriere gestartet hatte, fand Green jedoch heraus, dass es ein kleines Problem mit seinem nächsten Gegner gab – wäre Green ein wenig früher nach Montreal gekommen, wäre Torres sein Trainingspartner gewesen: „Gleich, als ich den Kampf angenommen hatte, hat Firas mich zur Seite genommen und mir gesagt, dass Torres hier oft trainiert hat – wovon ich nichts wusste – und er zwar kein Problem mit dem Kampf habe, weil Torres ihn angenommen hat, er mir aber auch keine Geheimnisse oder ähnliches verraten würde. Ich habe das verstanden und respektiert.“

Aber auch ohne das ein oder andere nützliche Geheimnis, das Zahabi und einige seiner Kämpfer ihm sicherlich hätten verraten können, ließ Green es im Oktober bei Titan FC 31 leicht aussehen, den UFC-Veteran und ehemaligen WEC-Champion Torres in weniger als einer Minute mit einem Kniestoß K.o. zu schlagen: „Ich hatte es immer im Gefühl, dass ich ihn vorzeitig besiegen könnte, aber ich hätte nicht gedacht, dass es schon in der ersten Runde passieren würde. Ich dachte, dass ich eine Menge Schaden anrichten könnte, weil ich größer und stärker bin als er. Aber wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass ich Torres innerhalb der ersten Minute ausknocken würde, dann hätte ich wohl widersprochen.

„Es bedeutet mir viel und es ist gut für mein Selbstbewusstsein. Er galt einmal als einer der besten Kämpfer der Welt, es ist für mich also eine reife Leistung, nicht nur gegen ihn anzutreten, sondern ihn auch noch vorzeitig zu besiegen.“



Mit diesem Sieg dürfte sich Green einen großen Schritt näher an einen UFC-Vertrag manövriert haben – ein Ziel, dass er mit Entschlossenheit und Disziplin verfolgt. „Ich bin am Mittwoch nach dem Kampf ins Gym zurückgekehrt und habe mein nächstes Camp gestartet. Mein Manager hat mir gesagt, dass ich seiner Meinung nach ein Angebot der UFC bekommen könnte, wenn ich eine gute Leistung und einen vorzeitigen Sieg abliefere. Und falls nicht, dann nach meiner ersten Titelverteidigung. Ich liebe diesen Sport und ich denke, dass ich jetzt dort bin, wo ich sein muss, um dorthin zu kommen, wo ich sein will. Und wenn ich angekommen bin, will ich jeden auseinandernehmen, der mir in den Weg gestellt wird.“

Um den Titan FC-Federgewichtsgürtel zu verteidigen, muss Green ihn natürlich erst einmal gewinnen. Die Chance dazu wird er am Freitag gegen den „The Ultimate Fighter“-Alumni und UFC-Veteranen Steven Siler bekommen, und obwohl „Super“ Siler gerade auf der großen Bühne um einiges erfahrener ist als Green, zeigt sich der „Predator“ nicht allzu beeindruckt von der Karriere seines Gegners: „Er ist mittelmäßig. Es gibt nichts, das er wirklich gut macht. Er hat ein paar gute Siege und ein paar böse Niederlagen. Ich glaube, dass er mich für einen leichten Gegner hält, weil er in der UFC war. Aber das ist keine gute Einstellung – er hält sich für besser, als er eigentlich ist.

“Ich will ihn vorzeitig besiegen. Wir kämpfen fünf Runden, ich habe also 25 Minuten Zeit, um diesen Typen zu stoppen und das ist mehr als genug für mich, um da rauszugehen, ihm meinen Willen aufzuzwingen und ihn zu brechen.“

Das mag sich so anhören, als wenn da jemand versuchen würde, seinen Kampf zu hypen, für Green ist es aber lediglich die ehrliche Analyse seines Gegners und seine Reaktion auf einige Dinge, die Siler kürzlich über ihn gesagt hat: „Tatsächlich hat er damit angefangen. In seinem ersten Interview hat er gesagt, dass ich diesen Titelkampf nicht verdiene. Er hat seine letzten drei Kämpfe verloren, er ist überhaupt nicht in der Position, um das zu behaupten. Der Unterschied zwischen ihm und mir ist, dass er von der UFC entlassen wurde. Er gehört dort nicht hin. Ich dagegen gehöre genau dort hin, ich werde ein Champion sein – die Leute sehen es und die Leute wissen es. Ich habe erst vor zwei Jahren mit dem Sport angefangen, er dagegen ist schon eine ganze Weile dabei und seine Zeit ist abgelaufen. Es ist vorbei.“


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Desmond Green: „Siler’s time is up. It’s over“
“The Predator” plans to make an example out of Steven Siler at Titan FC 32.

Desmond Green reached a crossroads in May when he succumbed to Daniel Weichel’s Rear Naked Choke in the final of Bellator’s Season 10 featherweight tournament and was released from the promotion afterwards – but what seemed like a major setback would prove to be a big blessing in disguise for the 25 year old “Predator”.

“The fight with Weichel – you know, he is a good opponent, but if you watch the fight, I was clearly winning the fight and got caught on the ground”, Green recalls his match with the German “Weasel”. “I’d love to get that rematch, I’d fight him a million times again and I don’t think it’d be that outcome.”

With the actual outcome of their first fight, though, Green received his walking papers by Bellator MMA and not long after that was approached by Jeff Aronson, the CEO of surging promotion Titan Fighting Championships. Aronson told him that he was interested in signing him and asked if he was currently training with a recognized team. Green was not – in fact, he was searching for a new gym anyway to lift his skills up to the next level: “I had one coach, really, who was an ex-fighter. He was my headcoach, my Jiu Jitsu coach, my boxing coach, my Muay Thai coach… I had two training partners, one Welter- and one Bantamweight. They helped me out a lot, but it’s different when you train with active fighters.”

He would find a lot of those just a few hundred miles north of the border in Canada, where Firas Zahabi runs the well-known Tristar Gym just a few minutes out of downtown Montreal. That’s who Aronson put Green in contact with and shortly after that, the former college wrestling-standout was on his way to the Gym’s own fighter accommodation, the ‘Tristar Dorms’. Originally just planned in for a one-week-visit, Green liked the concept of the Gym so much that he just stayed for his whole camp for his upcoming fight against Miguel Torres. “I was getting good work in, so I just went like ‘I need to stay here’”, Green says about his initial impression of the famous Gym that has produced standouts such as Rory MacDonald and, most notably, the UFC’s former Welterweight Champion and future Hall of Famer, Georges St-Pierre. “The guys here are fighting all the time and are constantly ready and that makes a difference, it helps out a lot.”

After he had just started the first professional training camp of his life for the biggest fight of his career, though, Green learned that there was a minor problem with his upcoming foe – had Green arrived at Tristar a bit sooner, Torres actually would have been his teammate: “Right when I picked the fight, Firas pulled me to the side and he was like ‘Torres used to train here’ – and I had no clue that he did. He told me that he didn’t have a problem with the fight because Torres wanted the fight but that he wouldn’t be able to give me any secrets on him. That was understood and I respected it.”

But even without some specific information from Zahabi and a few of his protégés that might have helped him, Green made short work of the UFC veteran and former WEC champion, knocking him out with a knee strike in under a minute back at Titan FC 31 in October: “I always had a feeling that I was going to be able to finish him but I didn’t think it was going to come in the first. I thought that I was bigger and stronger than him and that I could hurt him. But if someone told me that I was going to knock Torres out in the first minute I’d be like ‘Nah’.

“It means a lot to me and it does a lot for my confidence. He was, at one time, regarded as one of the best guys pound for pound in the world, so for me to go out there and not only compete but finish a guy like that is definitely a big accomplishment.”

With that win, he might have set himself up for a UFC contract soon coming his way, a goal that he pursues with determination and discipline. “I came back to Tristar on Wednesday after the fight and started training again for the next camp. My manager told me that he thinks that if I get a good performance and a finish, I might get a UFC offer and if not, then after my first title defence. I love this sport, so it feels like I am where I have to be to get where I want to be and when I get there, I want to smash up whoever they give me.”

In order to defend the Titan FC featherweight title, Green of course has to win it first. He will get that chance on Friday against “The Ultimate Fighter” alumn and UFC veteran Steven Siler, and even though “Super” Siler has plenty of experience and lots of fights on the big stage, “The Predator” is not overly impressed by his opponent’s résumé: “He’s mediocre. There is nothing he does really well. He has some nice wins and he also has some bad losses. I guess he thinks that he’s going to go out there and make light work of me because he used to fight in the UFC but that’s a bad mentality to have. He feels better than he really is.

“I want to finish him. We’ve got five rounds, so that’s 25 minutes for me to put this guy away and that’s more than enough time for me to go out there, impose my will and break him.”

That might sound like someone is trying to hype up his fight, but to Green it’s just his honest assessment of Siler and his reaction on stuff that Siler has said about him in the past: “He actually started it. He said in his first interview that he thinks that I don’t deserve a title shot. He has lost his last three fights, he has no room to talk about me not deserving a title shot. The difference between me and him is that he got released from the UFC. He doesn’t belong there. Me, I do belong there, I’m going to be a champion – people see it, people know it. I just started two years ago, he has been in it for a while and his time is up. It’s over