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Demetrious Johnson vs. Joseph Benavidez II

Nach drei Siegen bekommt Joseph Benavidez nun seine zweite Chance auf den Fliegengewichtsgürtel.

Fünfzehn Monate hat es gedauert, bis Joseph Benavidez nun seine zweite Chance auf UFC-Gold bekommt. Ein knappes Jahr nach der haarscharfen Niederlage gegen Demetrious Johnson werden die beiden Top-Fliegengewichtler am Samstag in der Sleep Train Arena in Sacramento, Kalifornien erneut aufeinandertreffen.

Eigentlich hätte Anthony Pettis seinen Leichtgewichtsgürtel hier zum ersten Mal gegen Josh Thomson verteidigen sollen, der Champion musste jedoch wegen einer Knieverletzung absagen. Verletzungen waren in den vergangenen Wochen sowieso ein größeres Thema für diesen Event – gleich sechs Kämpfe wurden von verletzungsbedingten Absagen umgeworfen oder ganz abgesagt, darunter einige ursprünglich geplante Hochkaräter wie Carlos Condit gegen Matt Brown oder Pettis gegen Thomson. Nichtsdestotrotz bietet die neunte Auflage der UFC auf dem Fernsehsender Fox eine Reihe interessanter und richtungweisender Kämpfe für mehrere Gewichtsklassen. Und das Beste für Zuschauer aus Deutschland: der erste Kampf wird am Samstag bereits um 22:00 starten.

Der gesamte Event kann, wie in Deutschland üblich, kostenlos über ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil Vorprogramm) sowie die offizielle Facebook-Präsenz der UFC (erster Vorkampf) verfolgt werden.

Demetrious Johnson vs. Joseph Benavidez
Als Dana White Demetrious „Mighty Mouse” Johnson (18-2-1) bei UFC 152 am 22. September 2012 den Fliegengewichtsgürtel umschnallte, nachdem dieser Joseph „Joe B-Wan Kenobi“ Benavidez (19-3) äußerst knapp schlagen konnte, markierte dies das Ende eines langen Weges hin zur Etablierung der neuen Gewichtsklasse. Knapp sieben Monate zuvor hatten Johnson und Benavidez in Australien Ian McCall beziehungsweise Yasuhiro Urushitani besiegt und sich damit einen Platz im Finale des inoffiziellen Turniers um den ersten Fliegengewichtstitel in der Geschichte der Organisation gesichert. Dummerweise stellte sich im Nachhinein heraus, dass einer der Offiziellen die Punktrichterkarten des Johnson/McCall-Kampfes falsch addiert hatte und Johnsons Sieg eigentlich ein Unentschieden war. Der Kampf musste also wiederholt werden; das gesamte Turnier wurde um Monate in die Länge gezogen. Im Rückkampf bezwang Johnson McCall recht deutlich und sorgte somit dafür, dass das ursprünglich angekündigte Finale bei UFC 152 im kanadischen Toronto tatsächlich stattfand.

Fünf knappe Runden lieferten die beiden sich damals, an deren Ende die Punktrichter den Kampf an Johnson gaben, der damit zum ersten und bisher einzigen Fliegengewichtschampion der UFC wurde. Seit diesem ersten Duell haben beide beinahe makellose Erfolge feiern können. Während Johnson seinen Gürtel zunächst knapp gegen John Dodson verteidigte, zwang er im Juli John Moraga zur Aufgabe und etablierte sich damit endgültig als anerkannter Weltmeister. Benavidez dagegen besiegte nacheinander Ian McCall, Darren Uyenoyama und Jussier Formiga auf dem Weg zurück zu Johnson, die letzten beiden durch imposante technische Knockouts. Es stellt sich daher die Frage, wer von beiden sich seit ihrem ersten knappen Kampf stärker verbessert hat?

Für Benavidez spricht die beeindruckende Bilanz des gesamten Team Alpha Male, seit die Kalifornier vom ehemaligen Thaiboxer und UFC-Kämpfer Duane „Bang“ Ludwig trainiert werden. Lediglich eine einzige, sehr knappe Punktniederlage hat das Team innerhalb eines Jahres hinnehmen müssen, abgesehen davon haben Benavidez, Urijah Faber, Chad Mendes, TJ Dillashaw und Danny Castillo in der UFC mit hervorragenden Leistungen überzeugt. Nicht mehr nur solide Ringer, sondern vielseitige Mixed Martial Arts-Kämpfer steigen seitdem für Team Alpha Male ins Octagon, und vor allem Benavidez hat sich mit Knockouts in seinen letzten beiden Kämpfen hervorgetan. Dem gegenüber steht Johnsons zunehmende Erfahrung als Champion, der in diesem Jahr fast zehn volle Runden im Rampenlicht verbracht und dabei eine Menge Erfahrung gewonnen hat – nicht nur inner-, sondern auch außerhalb des Käfigs. Für wen die Zeit gereicht hat, um sich gegenüber dem anderen abzusetzen, werden wir in der Nacht von Samstag auf Sonntag miterleben dürfen.

Urijah Faber vs. Michael McDonald
Auch im Co-Hauptkampf des Abends wird in Sacramento ein Lokalmatador seine fünfzehn Minuten im Scheinwerferlicht bekommen – Urijah Faber (29-6), ehemals Posterboy der später von der UFC übernommenen WEC, ist „The California Kid“ und der mit Abstand populärste Kämpfer an der amerikanischen Westküste. Faber könnte als der ultimative „Gatekeeper“ auf höchster Ebene bezeichnet werden. Faber besiegt für gewöhnlich jeden, der keinen Gürtel sein Eigen nennen kann, und das auf beeindruckende Art und Weise – in diesem Jahr mussten das bereits Ivan Menjivar, Scott Jorgensen und zuletzt Yuri Alcantara erfahren.

Letzterer bereitete Faber im August anfangs einige Schwierigkeiten, konnte Fabers Druck, Kondition und Erfahrung aber nicht über die vollen drei Runden standhalten. Das ultimative Ziel des „California Kid“ ist aber immer noch der UFC-Gürtel, denn die Erinnerung an seine Zeit als Champion der WEC-Federgewichtsklasse verblasst langsam. Seit ihm dieser Titel im Frühjahr 2010 von José Aldo abgenommen wurde, hatte Faber zwei weitere Male die Chance auf Gold, musste sich aber Dominick Cruz und Renan Barao geschlagen geben. Nach drei gewonnenen Kämpfen in diesem Jahr könnte ein Sieg gegen den aufstrebenden und brandgefährlichen Jungspund Michael „Mayday“ McDonald (16-2) der letzte Schritt auf dem Weg zu einem dritten Titelkampf für den 34-Jährigen sein.

Leicht wird es „Mayday“ McDonald dem Ex-Champion allerdings nicht machen. Ausgeprägte Fähigkeiten in allen Bereichen, aus denen allerdings meist sein Boxen heraus sticht, haben den erst 22-Jährigen innerhalb von zwei Jahren von einem jungen Talent zu einem ernstzunehmenden Titelherausforderer gemacht. Obwohl er seinen ersten Kampf um einen Gürtel im Februar durch Aufgabe gegen Renan Barao verlor, haben zuvor Knockouts gegen Cole Escovedo, Alex Soto und Miguel Torres gezeigt, warum der Kalifornier eine große Zukunft vor sich hat.

Bittere Niederlagen wie die gegen Barao brechen einen Kämpfer entweder, heißt es, oder sie lassen ihn stärker als jemals zuvor wieder zurückkommen. McDonald gehört ohne jeden Zweifel in letztere Kategorie, wie sein Kampf gegen Brad Pickett im August beweist. Der zähe Brite stellte zweifellos einen harten Test für McDonald dar, den er jedoch mithilfe von harten Kicks, präzisen Schlägen und zuletzt einem siegbringenden Triangle Choke mit fliegenden Fahnen bestand. Am Samstag wird „Mayday“ einen noch härteren Test vor sich haben, der ihn allerdings auf den besten Weg in Richtung eines weiteren Titelkampfes schicken könnte.

Chad Mendes vs. Nik Lentz
Am 1. Februar wird José Aldo seinen Federgewichtstitel gegen Ricardo Lamas verteidigen. Entweder Chad „Money“ Mendes (15-1) oder Nik „The Carny“ Lentz (24-5-2(1)) werden den Ausgang jenes Kampfes sehr interessiert verfolgen, denn der Sieger ihres eigenen Duells könnte ganz nahe dran sein an demjenigen, der im Februar den Gürtel mit nach Hause nimmt.

In der frühen Phase seiner UFC-Karriere war Mendes vor allem für dominante Punkentscheidungen bekannt. Damit konnte er sich zwar eine ungeschlagene Bilanz und einen Titelkampf gegen José Aldo sichern, besonders viele Fans hatte der Kalifornier bis dahin aber nicht. Als „Money“ von Aldo dann am Ende der ersten Runde ihres Kampfes mit einem Kniestoß glatt ausgeknockt wurde, hielt sich das Mitleid der MMA-Gemeinde daher in äußerst engen Grenzen. Kurze Zeit später trat allerdings Duane Ludwig in sein Leben, und seitdem der Thaibox-Experte ihn trainiert, sehen die Ergebnisse ganz anders aus: vier aufeinanderfolgende Kämpfe hat Mendes seit seiner Niederlage gegen Aldo durch (T.)K.o. gewonnen, darunter gegen Darren Elkins und zuletzt gegen den äußerst zähen Clay Guida.

Nik Lentz hat in der UFC nicht immer so viel Erfolg gehabt. Als Leichtgewicht hatte er einen ähnlichen Ruf wie der „alte“ Chad Mendes, nämlich den eines unspektakulären Ringers, der unansehnliche Punktentscheidungen einfährt. Auch Lentz war mit dieser Strategie sehr erfolgreich, bis er auf die größeren Namen traf, gegen die er seine Fähigkeiten nicht mehr so effektiv wie gewohnt anbringen konnte – weder gegen Charles Oliveira, noch gegen Mark Bocek oder Evan Dunham konnte Lentz gewinnen, der daraufhin ins Federgewicht wechselte. Seitdem wirkt der bekennende Computer-Nerd wie ausgewechselt: Bei UFC 150 im August 2012 konnte er prompt seinen ersten T.K.o.-Sieg in der UFC einfahren und diesen Erfolg mit Siegen gegen Diego Nunes und Hacran Dias weiterführen. Am Samstag werden in Sacramento die Fähigkeiten dieser beiden sich stets weiterentwickelnden Ringer frontal aufeinanderprallen. Ob Lentz oder Mendes sich in den vergangenen Monaten stärker verbessert haben und wohin es den Sieger im kommenden Jahr verschlägt, werden wir schon bald erfahren dürfen…

Joe Lauzon vs. Mac Danzig
Eröffnet wird der auf Fox übertragene Teil des Programms von zwei Leichtgewichtlern, die beinahe immer in spektakulären Kämpfen zu sehen sind. Besonders auf Joe „J-Lau“ Lauzon (22-9) trifft das zu – der 29-Jährige kann die zweit meisten Bonuszahlungen in der Geschichte der UFC sein Eigen nennen (zwölf), überflügelt lediglich von Anderson Silva. Ein manchmal unangenehmer Nebeneffekt dieser spektakulären Kämpfe ist allerdings die Tatsache, dass Lauzon in einigen davon böse verdroschen wird. Vor einen knappen Jahr beispielsweise wurde er drei Runden lang von Jim Miller durch den Fleischwolf gedreht, Anfang 2012 ging er nach einem perfekt platzierten Headkick von Anthony Pettis zu Boden und in seinem letzten Kampf dominierte Michael Johnson den Bostoner fünfzehn Minuten lang in seiner Heimatstadt. Dem gegenüber stehen ein Aufgabe-Sieg gegen Melvin Guillard in nur 47 Sekunden, ein „Kampf-„ und „Aufgabegriff des Abends“ gegen Jamie Varner oder eine einseitige Grappling-Demonstration an Gabe Ruediger. Bei Lauzon weiß man einfach nie, welche Version seiner selbst auftauchen wird.

Ähnliches gilt für Mac Danzig (21-11-1), der nach sieben Niederlagen in seinen letzten zehn Kämpfen allerdings noch viel näher mit dem Rücken zur Wand steht und um jeden Preis einen Sieg braucht. Danzig gewann Ende 2007 die sechste „Ultimate Fighter“-Staffel und beeindruckte im Anschluss mit einem Aufgabe-Sieg gegen den BJJ-Experten Mark Bocek. Seitdem hat der strikte Veganer allerdings keinen konstanten Erfolg gefunden. Mal beeindruckte er mit K.o.-Power, wie gegen Joe Stevenson, den er mit einem Schlag bewusstlos schlug, mal ging er spektakulär unter, wie zuletzt in einer K.o.-Niederlage gegen Melvin Guillard. Obwohl einige der Niederlagen knapp oder kontrovers waren, steht Danzigs Job in Sacramento definitiv auf dem Spiel – falls er gegen Joe Lauzon nicht gewinnen kannn, wird er sich aller Voraussicht nach einen neuen Arbeitgeber umschauen dürfen.

Vorprogramm
Weitere sieben Kämpfe werden auf dem Vorprogramm ausgetragen. Im Weltergewicht wird Court „The Crusher“ McGee (16-3) auf Ryan LaFlare (9-0) treffen. McGee gewann im Jahr 2010 die elfte Staffel der „Ultimate Fighter“-Reality-Serie – der Erfolg markierte den Höhepunkt einer faszinierenden Wandlung für McGee, der jahrelang heroinabhängig war und 2005 um ein Haar an einer Überdosis gestorben wäre. Nachdem er das Laufen und Sprechen erneut lernen musste, widmete McGee sein Leben dem Kampfsport und hat es innerhalb von acht Jahren zu einem soliden UFC-Kämpfer gebracht, der fünf Octagon-Siege vorweisen kann, u.a. gegen Josh Neer und zuletzt Robert Whittaker. Nachdem Kelvin Gastelum wegen einer Verletzung nicht gegen McGee antreten kann, wird der Crusher nun auf den ungeschlagenen Ryan LaFlare treffen. LaFlare debütierte im vergangenen April in Schweden in der UFC, wo er Ben Alloway dank Überlegenheit im Grappling drei Runden lang dominieren konnte. Im November folgte dann der zweite Streich, als er Santiago Ponzinibbio in Brasilien bezwang. Nun steht er als kurzfristiger Ersatz vor der größten Chance seiner bisherigen Karriere.

Ein weiterer interessanter Kampf wird im Leichtgewicht stattfinden, wo das vierte Team Alpha Male-Mitglied des Abends, Danny „Last Call“ Castillo (16-5), auf den brasilianischen Muay Thai-Spezialisten Edson „Junior“ Barboza (12-1) treffen soll. Sowohl Castillo als auch Barboza konnten den Großteil ihrer UFC-Kämpfe für sich entscheiden – während Castillo von Jacob Volkmann und Michael Johnson besiegt wurde, musste sich Barboza lediglich Jamie Varner geschlagen geben. Daneben können beide jeweils sechs Siege im Octagon verbuchen, weshalb der Sieger des kommenden Kampfes sich in eine sehr komfortable Position innerhalb der Ranglisten bewegen sollte.

Ebenfalls im Leichtgewicht kehrt Bobby „King“ Green (21-5) zum zweiten Mal in einem knappen Monat ins Octagon zurück, wenn er in Sacramento auf Pat „Bam Bam“ Healy (31-16-0(1)) trifft, der ebenfalls erst Ende September im Käfig stand. Green debütierte im Februar als einer der zahlreichen übernommenen Strikeforce-Veteranen in der UFC, sorgte mit einer beherzten Leistung gegen Jacob Volkmann allerdings dafür, dass viele Fans ihn unbedingt wieder sehen wollten. Erst bei der „Fight for the Troops“-Veranstaltung im Fort Campbell Anfang November war es dann allerdings soweit. Mit James Krause lieferte Green sich einen ausgeglichenen Kampf, der jedoch unglücklich endete, nachdem Green seinen Gegner mehrfach unter der Gürtellinie getroffen hatte, der beim dritten Mal in die Knie ging, woraufhin der Ringrichter den Kampf etwas kontrovers als T.K.o.-Sieg für Green abbrach. Gegen Healy kann Green zeigen, wozu er wirklich fähig ist – genau das will auch „Bam Bam“ präsentieren, der ebenfalls ein respektierter Strikeforce-Veteran ist.

Vier Siege und eine Niederlage erkämpfte der zähe Amerikaner mit irischen Wurzeln in der mittlerweile geschlossenen Organisation, bevor er bei UFC 159 im vergangenen April zum ersten Mal seit 2006 wieder für die UFC antrat. Im Kampf des Abends zwang er Jim Miller zur Aufgabe und gewann damit obendrein auch noch den Bonus für den Aufgabegriff des Abends. Als sich später jedoch herausstellte, dass Healy einige Wochen vor dem Kampf an einem Joint gezogen hatte, wurde der gesamte Bonus – eine stolze Summe von 130.000 Dollar, mitsamt Sieg-Bonus von der UFC einbehalten. Der größte Erfolg in Healys Karriere hatte sich damit in einen schieren Albtraum entwickelt, und im September folgte zu allem Überfluss noch eine Niederlage gegen Khabib Nurmagomedov. Bei UFC on Fox 9 bekommt Healy also die Chance, das Jahr 2013 doch noch mit einem guten Nachgeschmack hinter sich lassen zu können.

Scott „Young Guns“ Jorgensen (14-7) wird zum ersten Mal seit seiner Niederlage gegen Urijah Faber im April ins Octagon zurückkehren und dabei sein Debüt im Fliegengewicht geben. Schon vor dem Misserfolg gegen Faber hatte der WEC-Veteran in der UFC so einige Höhen und Tiefen zu durchleben, so stehen Siegen gegen Ken Stone, Jeff Curran und John Albert weitere Niederlagen gegen Eddie Wineland und Renan Barao gegenüber. Am Samstag sollte er eigentlich auf Ian McCall treffen, der sich jedoch verletzte und von John Dodson ersetzt wurde, der allerdings ebenfalls verletzungsbedingt absagen musste und nun seinerseits vom UFC-Neuling Zach „Fun Size“ Makovsky (16-4) vertreten wird. Makovsky trat zwischen 2010 und 2012 acht Mal für Bellator FC an, deren Bantamgewichtsgürtel er sich nach der dritten Staffel sichern konnte. Zwar verlor er den Titel gegen Eduardo Dantas und wurde nach einer weiteren Niederlage von Bellator entlassen, hat sich mit zwei Siegen in regionalen Promotionen aber nun seine Chance in der UFC erarbeitet, in der er gleich einen Härtetest vor die Fäuste bekommen wird.

Sam „Hands of Stone“ Stout (19-9-1) braucht bei UFC on Fox 9 dringend einen Sieg. Schon seitdem der frühere Thaiboxer Teil der UFC ist, ist seine Erfolgsrate höchst inkonsistent. In letzter Zeit allerdings haben sich die Niederlagen für den Kanadier aus London, Ontario etwas zu sehr gehäuft, weshalb er am Wochenende in Sacramento unter ordentlichem Zugzwang steht. Zwar sind seine Kämpfe dank einer Vorliebe für harte Schlachten im Stand und beachtlichen Nehmerfähigkeiten so gut wie immer unterhaltsam, seit dem Tod seines Trainers Shawn Tompkins im Sommer 2011 hat Stout sein ansehnliches Potential allerdings nicht mehr abrufen können. Nach Niederlagen gegen James Krause, John Makdessi und Thiago Tavares in seinen letzten fünf Kämpfen braucht der fünffache „Fight of the Night“-Gewinner deshalb unbedingt einen Sieg, um seine Zukunft in der UFC zu sichern.
Gleiches gilt für Cody McKenzie (14-3), der zwar seinen letzten Kampf gegen Leonard Garcia gewinnen konnte, von sechs UFC-Kämpfen allerdings die Hälfte verloren hat. Zwar konnte der Grappling-Spezialist Aaron Wilkinson und MarcusLeVesseur jeweils per Guillotine Choke zur Aufgabe bringen, wurde jedoch seinerseits von Yves Edwards, Vagner Rocha und Chad Mendes vorzeitig besiegt.

Einmal mehr im Leichtgewicht, stehen die Zeichen zwischen Abel „Killa“ Trujillo (10-5-0(1)) und Roger Bowling (11-4-0(1)) auf Sturm. Die beiden wenig technischen, dafür umso wilderen Kämpfer mit wuchtiger Schlagkraft standen sich bereits im August gegenüber und lieferten genau den Kampf ab, den man erwartete. Zumindest, bis Trujillo nach neun spektakulären Minuten einen scheinbar illegalen Kniestoß landete, nach dem Bowling nicht mehr weitermachen konnte, sodass der Kampf im „No Contest“ endete. Im Anschluss beschimpften die beiden sich leidenschaftlich via Twitter, die zweite Chance auf einen Sieg wird sich also keiner der beiden entgehen lassen wollen.

Im ersten Kampf des Abends, der via Facebook übertragen wird, trifft Darren Uyenoyama (8-4) auf den ersten Türken im Octagon: Alptekin „Alp“ Ozkilic (8-1) lebt zwar in den Staaten, hat aber türkische Wurzeln und konnte dort einige Ringer-Meisterschaften gewinnen. Diese Fähigkeiten haben immerhin Bantamgewichtschampion Dominick Cruz überzeugt, ihn als Ringer-Trainer einzustellen – am Samstag bekommt „Alp“ nun mit Uyenoyama direkt einen harten Test vor die Fäuste. „BC“ hat bisher drei Mal in der UFC gekämpft und dort „Kid“ Yamamoto und Phil Harris besiegt, bevor er im vergangenen April von Joseph Benavidez T.K.o. geschlagen wurde.


Anbei das gesamte Programm:

UFC on FOX 9: Johnson vs. Benavidez 2
Samstag, 14. Dezember 2013
Sleep Train Arena in Sacramento, Kalifornien, USA

Fliegengewichtsitelkampf (ufc.tv)
Demetrious Johnson (c) vs. Joseph Benavidez

Hauptprogramm (ufc.tv)
Urijah Faber vs. Michael McDonald
Chad Mendes vs. Nik Lentz
Mac Danzig vs. Joe Lauzon

Vorprogramm (ufc.tv)
Court McGee vs. Ryan LaFlare
Danny Castillo vs. Edson Barboza
Bobby Green vs. Pat Healy
Scott Jorgensen vs. Zach Makovsky
Sam Stout vs. Cody McKenzie
Abel Trujillo vs. Roger Bowling

Vorprogramm (Facebook)
Darren Uyenoyama vs. Alptekin Ozkilic