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Das TUF 16-Finale steigt heute Nacht

Im Hauptkampf stehen sich Roy Nelson und Matt Mitrione gegenüber.

Am Samstag, den 15. Dezember, ist es mal wieder soweit: In Las Vegas wird der nächste Sieger einer „Ultimate Fighter“-Staffel gekürt werden, wenn die Finalisten Mike Ricci und Colton Smith im Hard Rock Casino aufeinandertreffen werden.

Mit Duellen zwischen Roy Nelson und Matt Mittrione, Pat Barry und Shane del Rosario, Mike Pyle und James Head sowie vielen anderen wird das Programm zusätzlich abgerundet, lediglich die Teilnehmer der 16. TUF-Staffel sind bei der Vergabe der Kämpfe zu kurz gekommen – mit Ausnahme der Finalisten wird kein einziges Team Nelson- oder Team Carwin Mitglied heute Nacht zu sehen sein.

Der Event kann in Deutschland auf ufc.tv verfolgt werden. Lediglich die ersten drei Kämpfe werden auf der Facebookseite der UFC gestreamt.

Roy Nelson vs. Matt Mitrione
Ein weiteres Mal sollten hier die Trainer der aktuellen TUF-Staffel gegeneinander antreten, und ein weiteres Mal haben Verletzungen diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Roy „Big Country“ Nelson (17-7) wird also nicht gegen Shane Carwin kämpfen, sondern auf Matt „Meathead“ Mitrione (5-1) treffen. Glück im Unglück also, denn auch dieser Schwergewichtskampf hat das Potential, eine sehenswerte Schlacht zu werden.

Nelson ist einer dieser Kämpfer, bei denen man mit recht hoher Erfolgswahrscheinlichkeit mit einem von zwei verschiedenen Kampfausgängen rechnen kann, denn auf eindeutige Punktniederlagen folgen meist krachende K.o.-Siege und umgekehrt, sodass Nelson in der Vergangenheit zwar immer für einen unterhaltsamen Kampf gut war, es allerdings nie in die oberen Bereiche der Schwergewichtsklasse geschafft hat. Falls er heute Abend gegen Matt Mitrione bestehen sollte, könnte das allerdings ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein, denn „Meathead“ war in der Vergangenheit selbst recht erfolgreich.

Mit Ausnahme einer Punktniederlage gegen Cheick Kongo im Oktober 2011 hat Mitrione keinen seiner professionellen MMA-Kämpfe verloren, die darüber hinaus alle in der UFC ausgetragen wurden. Nach Siegen gegen Internetlegende Kevin „Kimbo Slice“ Ferguson, Joey Beltran, Christian Morecraft u.a., war die Niederlage gegen Kongo allerdings nicht das größte Übel, denn seitdem haben Verletzungen den 34-Jährigen aus dem Octagon ferngehalten.

Colton Smith vs. Mike Ricci
Das Finale der 16. “The Ultimate Fighter”-Staffel ist gleichzeitig auch der einzige Kampf auf dem Programm, in dem Teilnehmer der Staffel zu sehen sind. Was das über die Qualität der vergangenen Staffel aussagt, kann jeder für sich selbst beurteilen. Fakt ist allerdings, dass mit Colton Smith (3-1) und Mike „The Martian“ Ricci (7-2) die zwei besten Kämpfer nach sechs Wochen Reality-Wahnsinn übrig geblieben sind und sich am Samstag mit der Aussicht auf einen UFC-Vertrag über sechs Kämpfe messen werden.
Mit Smith vs. Ricci werden sich heute Nacht die langjährige Ringererfahrung sowie die messerscharfen Instinkte eines Army Rangers und das mit großem Ehrgeiz gepaarte, hochkarätige Training in einem der weltbesten Gyms gegenüber stehen.

Pat Barry vs. Shane del Rosario
Ein weiterer Schwergewichtskampf rundet das Programm ab – mit Pat „HD“ Barry (7-5) und Shane „No Limits“ del Rosario (11-1) hat UFC-Matchmaker Joe Silva dabei zwei äußerst unterhaltsame Standkämpfer aufeinander angesetzt. Barry konnte zwar nur einen seiner letzten vier Kämpfe gewinnen, ist durch seine fanfreundliche Art im Octagon und seine farbenfrohe Persönlichkeit allerdings immer einen Schritt weiter von der Entlassung entfernt als die meisten anderen UFC-Kämpfer.

Shane del Rosario hat ebenfalls seit langer Zeit keinen Kampf mehr für sich entschieden, war in den vergangenen zwei Jahren allerdings auch nur ein einziges Mal aktiv im Octagon zu sehen – sein UFC-Debüt im vergangenen Mai war gleichzeitig auch sein Comeback von einer durch einen schweren Autounfall verursachten Zwangspause. Gegen Stipe Miocic musste sich der ehemalige Thaibox-Champion zwar in Runde zwei durch T.K.o. geschlagen geben, hatte in einem spannenden Kampf aber durchaus seine Momente und könnte zusammen mit Pat Barry eine explosive Mischung ergeben, die heute Nacht gezündet wird.

Melvin Guillard vs. Jamie Varner
Melin „The Young Assassin“ Guillard (30-11-2(1)) war schon immer einer der talentiertesten Kämpfer in der UFC und konnte durch diese Gabe zahllose Kämpfe gewinnen, einige andere Dinge standen ihm aber stets im Weg, wenn er versuchte, es bis ganz nach oben zu schaffen. Egal ob Probleme mit seiner Disziplin im Training, durchzechte Nächte oder seine suspekten Fähigkeiten am Boden – irgendetwas wurde Guillard an bestimmten Punkten seiner Karriere immer zum Verhängnis. Zuletzt wurde er von Donald Cerrone kalt mit einem Headkick erwischt und steht nun gegen Jamie Varner (20-7-1(2)) unter enormen Erfolgsdruck.

Der ehemalige WEC-Champion Varner weiß ebenfalls, was es heißt, hoch zu klettern und tief zu fallen. Mit dem Verlust des WEC-Gürtels gegen Ben Henderson nach zwei erfolgreichen Titelverteidigungen ging es für Varner steil bergab – nur ein Mal konnte er in seinen nächsten fünf Kämpfen gewinnen; zuletzt verlor er nach seiner Entlassung aus der WEC sogar in regionalen Organisationen. Varner fasste sich jedoch ein Herz, startete durch und gewann zwei Kämpfe vorzeitig, was ihm kurz vor UFC 146 im vergangenen Mai eine langersehnte Möglichkeit einbrachte: Varner konnte kurzfristig gegen Edson Barboza einspringen, gewann den Kampf als haushoher Underdog und war buchstäblich mit einem Schlag wieder oben mit dabei. Eine Niederlage gegen Joe Lauzon dämpfte die Euphorie zwar im August, der Kampf wurde jedoch als „Fight of the Night“ ausgezeichnet und dürfte Varner damit nicht allzu weit zurückgeworfen haben.

Dustin Poirier vs. Jonathan Brookins
Zu Beginn der beinahe TUF-losen TUF-Veranstaltung werden zwei Federgewichtler auf Kollisionskurs gehen. Dustin „The Diamond“ Poirier (12-2) war das letzte Mal in einer markerschütternden, vierründigen Schlacht mit dem „Korean Zombie“, Chan Sung Jung zu sehen. Am Ende der insgesamt 21 actiongeladenen Minuten musste Poirier sich dem Koreaner zwar via D’Arce Choke geschlagen geben, hinterließ aber trotz der Niederlage einen bleibenden Eindruck und einen Kandidaten für den Kampf des Jahres 2012. Schaut man etwas weiter und sieht sich Poiriers vorhergehende Kämpfe an, erkennt man unschwer, dass der erst 23-Jährige trotz der Niederlage weiter auf dem aufsteigenden Ast unterwegs ist.

Für Jonathan Brookins (13-5) sieht es nicht ganz so gut aus. Bereits sein Sieg im Finale der 12. TUF-Staffel war eine äußerst knappe Angelegenheit, und auch seitdem lief es nie so wirklich rund für den aus Portland stammenden Brookins. Einer knappen Niederlage gegen Erik Koch folgte zwar ein spektakulärer Knockoutsieg gegen Vagner Rocha, im Juni unterlag Brookins allerdings Charles Oliveira durch Aufgabe in Runde zwei. Falls er auch gegen Poirier den kürzeren ziehen sollte, könnte Brookins unter Umständen ein weiterer TUF-Sieger sein, der wenige Jahre später aus der UFC entlassen wird.

Vorprogramm:
Zum Abschluss des Vorprogramms geht es im Weltergewicht zwischen zwei Veteranen zur Sache. Sowohl Mike „Quicksand“ Pyle (23-8-1) als auch James Head (9-2) sahen in jüngerer Vergangenheit sehr gut aus, und ein weiterer Sieg könnte für beide den Sprung in die obere Region der dicht besetzten Gewichtsklasse bedeuten.

Zuvor wird im Bantamgewicht TUF-Veteran Johnny Bedford (18-9-1) zum ersten Mal seit seinem Auftritt in der 14. Staffel wieder im Octagon zu sehen sein und dort auf den TUF-Brazil-Teilnehmer Marcos Vinicius (20-3-1) treffen.

Zwei Gewichtsklassen höher wird Vinc Pichel (7-0) im Leichtgewicht auf den bei Greg Jackson trainierenden Russen Rustam Khabilov (14-1) treffen.

Der auf dem Fernsehsender FX beziehungsweise in Deutschland auf ufc.tv übertragene Teil der Vorkämpfe wird ebenfalls im Weltergewicht eingeleitet: Mit TJ Waldburger (15-7) und Nick Catone (9-3) treffen dort zwei starke Kämpfe aufeinander, die allerdings in ihrem jeweils letzen Kampf nicht erfolgreich waren.

Neben den hierzulande auf ufc.tv übertragenen Kämpfen werden am Samstag auch drei Kämpfe über die offizielle Facebook-Präsenz der UFC ausgestrahlt. Dort werden Reuben Duran (8-3-1) und Hugo Viana (6-0) im Bantam-, sowie Mike Rio (8-1) und John Cofer (7-2) im Leichtgewicht aufeinandertreffen, nachdem die Show in der Fliegengewichtsklasse mit einem Kampf zwischen Jared Papazian (14-8-0(1)) und Tim Elliott (8-3-1) eröffnet wurde.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

The Ultimate Fighter: Team Carwin vs. Team Nelson Finale
Samstag, 15.12.2012
Hard Rock Hotel and Casino in Las Vegas, NV, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Roy Nelson vs. Matt Mittrione
Colton Smith vs. Mike Ricci
Pat Barry vs. Shane del Rosario
Melvin Guillard vs. Jamie Varner
Dustin Poirier vs. Jonathan Brookins

Vorprogramm (ufc.tv)
Mike Pyle vs. James Head
Johnny Bedford vs. Marcos Vinicius
Vinc Pichel vs. Rustam Khabilov
TJ Waldburger vs. Nick Catone

Vorprogramm (Facebook)
Reuben Duran vs. Hugo Viana
Mike Rio vs. John Cofer
Jared Papazian vs. Tim Elliott