MMA

Daron Cruickshank sieht sich bei UFC Halifax als Favorit

Daron Cruickshank hat die Top 20 fest im Blick (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de)

2014 hätte ein perfektes Jahr für Daron Cruickshank werden können, zumindest sah es bis zum vergangenen Juli so aus, als der 29-jährige Standspezialist nach drei Runden eine Punktentscheidung an Jorge Masvidal abgab. Zuvor hatte der „Detroit Superstar“ sowohl Mike Rio als auch Erik Koch per Headkick K.o. getreten, was ihn erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte.

Die Niederlage hätte also zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, um das mühsam aufgebaute Momentum zu zerstören. Cruickshank selbst hat sich allerdings nicht allzu lange mit Grübeleien über die vertane Chance aufgehalten: „Ich bin nicht der Typ, der nach einer Niederlage monatelang an sich selbst zweifelt, ich will dann lieber wieder zurück in den Käfig. Ich habe für solche Fälle ein spezielles Gedächtnis – drei Sekunden und ich habe das alles vergessen.“

Den Grund für die Niederlage hat er natürlich trotzdem analysiert und ist dabei zu einem recht simplen Schluss gekommen: „Ich wurde nicht auf einen Bodenkampf vorbereitet“, gibt Cruickshank offen zu Protokoll. „Masvidal sollte eigentlich dieser supertolle Standkämpfer sein, weshalb ich mich auf einen Kampf auf den Beinen vorbereitet habe. Nachdem ich ihn in der ersten Runde mit der Rechten niedergeschlagen hatte, hatte er darauf aber keine Lust mehr und hat von da an versucht, mich zu Boden zu bringen.“

Die Chancen, dass ihm ein solches Missgeschick am Samstag erneut passieren wird, sind dagegen eher gering, wenn man Cruickshank fragt. Im kanadischen Halifax wird er im letzten Kampf des über den UFC Fight Pass übertragenen Vorprogramms auf Anthony Njokuani treffen. Njokuani ist ebenfalls für seine Expertise auf den Beinen bekannt, wird Cruickshank dessen Ansicht nach aber nicht mit einer grapplinglastigen Strategie überraschen können: „Anthony hat im Stand ziemlich viele verschiedene Werkzeuge, die ihm auf der anderen Seite aber im Grappling fehlen. Jedes Mal, wenn es in einem seiner Kämpfe auf den Boden ging, hat er verloren.“

Cruickshanks Plan ist daher einfach – zumindest, falls seine offenherzig erklärte Strategie tatsächlich das ist, was er am Samstag im Käfig anwenden will: „Ich habe vor, ihn konstant unter Druck zu setzen und in den Rückwärtsgang zu zwingen, indem ich versuche, den Takedown zu bekommen.“ Also wird aus dem hochklassigen Standduell nichts? „Ich versuche immer, einen spektakulären Kampf abzuliefern“, relativiert Cruickshank. „Ich versuche, ein Kämpfer für die Fans zu sein, aber das allerwichtigste ist es natürlich, den Kampf zu gewinnen.“

Mit einem möglichst überzeugenden Sieg gegen Njokuani im Rücken will der „Detroit Superstar“ anschließend dort weitermachen, wo er vor dem Masvidal-Kampf aufgehört hat – Schritt für Schritt soll es die Ranglisten entlang weiter nach oben gehen: „Überzeugende Siege lassen dich in den Ranglisten immer einen großen Sprung machen. Ich bin aber immer noch jung in diesem Sport und habe eine Menge zu tun. Nach diesem Kampf könnte ich mir einen Top 20-Gegner vorstellen, aber das wird man abwarten müssen.“

Langfristig jedenfalls hat Daron Cruickshank seine Karriere schon recht detailliert ausgetüftelt: „In einem Jahr sehe ich mich in den Top 20 und in fünf Jahren in einem Titelkampf.“ Los gehen soll es am Samstagabend in Halifax – man darf gespannt sein.