MMA

Dana White rechtfertigt sich zum Kokain-Skandal um Jon Jones

Dana White (Foto: Elias Stefanescu/Groundandpound.de)

Vor wenigen Tagen stand Jon Jones im Hauptkampf von UFC 182. Gegen Daniel Cormier verteidigte der Champion im Halbschwergewicht seinen Gürtel zum achten Mal. Schon vor dem Kampf konnte ihm Kokain-Konsum nachgewiesen werden, was jedoch erst später publik wurde. UFC-Präsident Dana White erklärte nun gegenüber der Presse, warum Jones trotz positivem Drogentest ins Octagon steigen durfte.

„Nein, wir haben nie darüber nachgedacht den Kampf abzusagen“, so White. „In erster Linie war Jones körperlich gesund und zweitens würden wir den Kampf nur dann absagen und Jones bestrafen, wenn es leistungssteigernde Substanzen waren, auf die er positiv getestet wurde. Er hatte außerdem einen Kampfvertrag, den er und wir erfüllen müssen. “

Der positive Drogentest wurde von der zuständigen Sportbehörde Nevadas bereits einen Monat vor der Veranstaltung der UFC gegenüber bestätigt. Trotzdem fand White es richtig, das Ergebnis intern zu halten und damit nicht vor der Begegnung an die Öffentlichkeit zu gehen.

„Cormier musste nicht informiert werden“, so White. „Nur wenn Jones für leistungssteigernde Substanzen getestet worden wäre, hätten wir alles abgesagt. So ist das eine ganz andere Situation. Hier wurde jemand auf Kokain getestet und da macht man sich Sorgen um die Person. Vergiss mal den Kampf, denk an Jon Jones, der jetzt in der Entzugsklinik sitzt. Dort werden sie ihn untersuchen und seine Situation auswerten.“

Im Vergleich zu anderen Athleten, die in der Vergangenheit aufgrund von Marihuana oder anderen Substanzen getestet wurden, kam Jones ohne Bestrafung davon, weder durch die UFC noch durch die Nevada State Athletic Commission (NSAC). Der Grund dafür war u.a., dass der unangekündigte Test außerhalb der Wettkampfzeit stattfand. Wettkampfzeit bedeutet bis zu 12 Stunden vor dem Wettkampf. Bei solchen Kontrollen steht Kokain nicht auf der WADA-Liste verbotener Substanzen.

„Vor einigen Jahren, wenn man positiv auf Marihuana getestet worden wäre, hätten alle Gift und Galle gespuckt“, so White weiter. „Es war Wahnsinn. Wir halten uns ans die Regeln der NSAC und aufgrund der ganzen Situation und Legalisierung von Marihuana und anderen Drogen hat sich die Lage etwas beruhigt.“

Abschließend sah White etwas Positives im ganzen Kokain-Skandal um Jones: „Nichts geschieht ohne Grund und es ist eine gute Sache, dass er diesen Fehler begangen hat. Wer hätte sonst gewusst, dass er Hilfe braucht? In einer Situation wie dieser denkt man nicht an das Image von Jones, sondern über seine Gesundheit nach. Er wird zurückkehren, ob man ihn mag oder nicht. Er ist ein taffer Kerl und der gewichtsübergreifend beste Kämpfer der Welt.“

Die NSAC hat des Weiteren eine Anhörung für den 12. Januar angesetzt, in der sie über Dopingtests außerhalb der Wettkampfphase, also außerhalb dieser 12-Stunden-Regelung, diskutieren will. Spekuliert wird darüber, ob entschieden wird,  dass die WADA-Regeln, die auch für Olympia-Athleten gelten, geändert werden, so dass Kokain und andere Szene-Drogen zu jeder Zeit geahndet werden können.