MMA

Cung Le: "Ich werde noch besser sein als gegen Rich Franklin"

Cung Le will mit Michael Bisping dort weitermachen, wo er 2012 mit Rich Franklin aufgehört hat. (Foto: Zuffa LLC)

Als Cung Les Nase im November 2011 unter einer Reihe brutaler Kniestöße Wanderlei Silvas entzwei brach und der Ringrichter den etwas speckigen, nicht ganz fokussiert wirkenden Le vor weiteren Einschlägen rettete, schien die Kampfsport-Karriere des vietnamesischen Sanshou-Experten vorbei zu sein. Nach einer längeren Pause kehrte Le jedoch mit einem Punktsieg gegen Patrick Coté ins Octagon zurück, bevor er ein Jahr nach dem Silva-Kampf den ehemaligen UFC-Champion Rich Franklin in der ersten Runde mit einem einzigen Schlag auf die Bretter schickte.

Trotz des beeindruckenden Sieges sah beinahe so aus, als wenn der mittlerweile 42-Jährige seine MMA-Karriere zugunsten einer Hollywood-Laufbahn beendet hätte; fast zwei Jahre später wird er nun aber doch noch in den Käfig zurückkehren. Mit Michael Bisping gibt er sein Comeback gegen einen Top-Gegner, der darüber hinaus schon immer für ein sehr produktives Mundwerk bekannt war. Die vergangenen Monate verliefen vor diesem Hintergrund recht ruhig, wenige Tage vor dem Kampf konnte Bisping aber scheinbar doch nicht der Versuchung widerstehen, noch einmal kräftig an der PR-Schraube zu drehen und in der Presse, u.a. gegenüber Groundandpound, über seinen nächsten Gegner herzuziehen.

Den stören Bispings Sticheleien allerdings gar nicht. “Bisping setzt sich mit all diesem Gerede nur selbst unter Druck, und darüber kann ich nur lachen. Ich komme aus einem vom Krieg zerrissenen Land, in dem ich in zwei Flüchtlingslagern gelebt habe – sein Gehabe stört mich nicht.“ Mittlerweile dagegen verdient Le seine Brötchen zum Teil mit diversen Filmrollen, so war er u.a. mit Dennis Quaid in „Pandorum“ oder an der Seite von Channing Tatum im Kampfsportfilm „Fighting“ zu sehen. Auch dafür hatte Bisping den einen oder anderen Spruch übrig, Le allerdings sieht auch hier keinen besonderen Grund, sich dadurch belästigt zu fühlen: „Bisping kann über meine Film-Karriere sagen, was er will. Es läuft gut. Wir werden ja sehen, was er zu meinem Freund Channing Tatum zu sagen hat, wenn er ihn am Octagon sieht.”

Auf Hollywood reduzieren sollte Bisping ihn seiner Meinung nach jedenfalls nicht – immerhin war Le schon immer eine Koriphäe im Stand und hat in den vergangenen Jahren auch an den restlichen Disziplinen hart gearbeitet: „Wenn Bisping denkt, dass ich nur im Stand gefährlich bin, dann hat er seine Hausaufgaben nicht gemacht.“ Wenn Le am Samstag gegen den Briten in den Käfig steigt, tut er das aus zwei Gründen – weil er es immer noch will und immer noch kann: „Ich genieße den Wettkampf. Ich will das so lange weiter machen, wie ich kann. Ich will nicht später auf diese Zeit zurückblicken und mich fragen, was ich hätte erreichen können.“

Sein für einen Kampfsportler sehr fortgeschrittenes Alter von 42 Jahren jedenfalls lässt er nicht als Ausrede für sich selbst gelten: „Meine Freunde sagen, ich sein ein genetischer Freak. Als ich die 40 erreicht habe, wurde alles ein bisschen schwieriger, aber dank meiner neuen Ernährung fühle ich mich großartig. Ich kann immer noch so viel machen, wie ich es früher schon konnte und jetzt bin ich bereit, mich selbst auszutesten. Es kann losgehen (…). Ich werde besser sein als gegen Franklin.“ Könnte er also mit einem Sieg wieder ins Titelgeschehen einsteigen und einen vermutlich letzten Anlauf an die Spitze wagen? Einen bestimmten Gegner hat Le tatsächlich im Kopf, wobei der Titel dabei eine eher untergeordnete Rolle spielt: „Ich würde liebend gerne gegen Anderson Silva antreten. Es wäre unglaublich, gegen jemanden kämpfen zu können, zu dem man so aufschaut. Es ist eine Ehre, überhaut zur Diskussion über einen Kampf gegen ihn zu stehen.“

Zu weit vorausblicken oder sich selbst überschätzen will Le auf der anderen Seite ebenso wenig, und sein Gegner sollte das seiner Meinung nach trotz potentiell großer Kämpfe in der Zukunft auch nicht tun: „Bisping muss erst einmal an mir vorbeikommen, und ich werde ihm das nicht leicht machen. Ich bin die Backsteinmauer, gegen die er anrennen wird – wenn er mich unterschätzt, dann freue ich mich nur noch mehr darauf, da reinzugehen und zu kämpfen.“

Die UFC Fight Night 48 wird am Samstag ab 12:30 Uhr deutscher Zeit live über den via ufc.tv erhältlichen UFC Fight Pass übertragen.