Allgemein

Côté, Mein, Makdessi, Story und viele mehr in Aktion

Im Hauptkampf wird Georges St-Pierre auf seinen Rivalen Nick Diaz treffen.

Bevor Georges St. Pierre und Nick Diaz am Wochenende ihre jahrelang aufgebaute Rivalität im Octagon beenden werden, wird es aus dem Bell Centre in Montreal sieben Vorkämpfe zu sehen geben.

Mit Patrick Côté, Antonio Carvalho, Jordan Mein, John Makdessi, Daron Cruickshank, Rick Story und vielen anderen haben die UFC-Matchmaker Joe Silva und Sean Shelby einige explosive Kämpfer aufs Programm gepackt, die das Hauptprogramm gebührend einleiten sollten. Während einige von ihnen versuchen werden, auf imposante Siege in ihren letzten Kämpfen aufzubauen, stehen andere mit dem Rücken zur Wand und müssten sich im Falle einer Niederlage wohl auf den Rausschmiss gefasst machen. 

Wie üblich kann das Hauptprogramm sowie ein Teil der Vorkämpfe kostenlos auf ufc.tv verfolgt werden, nachdem die ersten drei Ansetzungen des Vorprogramms via Facebook gezeigt wurden.

Patrick Côté vs. Bobby Voelker
Mit Patrick „The Predator“ Côté (18-8) wird an diesem Wochenende ein weiterer ehemaliger Anwärter auf Anderson Silvas Mittelgewichtstitel eine Kategorie tiefer in die Weltergewichtsklasse wechseln. Für Coté ist dieser Wechsel eine Art Rettungsring für seine UFC-Karriere, denn nach seinem erfolglosem Versuch, Silva den Gürtel zu entreißen, ging es für ihn in der UFC stetig bergab – Niederlagen gegen Alan Belcher und Tom Lawlor führten im Jahr 2010 schließlich zu seinem Rausschmiss.

Außerhalb des UFC-Octagons war Côté nicht zu bezwingen und sammelte vier Siege in Folge an, der erste Kampf zurück in der MMA-Champions-League endete aber in Form einer Punktniederlage gegen Cung Le direkt wieder negativ für den Frankokanadier. Der zweite Versuch, bei UFC 154 gegen Alessio Sakara, mündete zwar in einem Sieg, war aber nicht minder enttäuschend – der Kampf wurde bereits nach etwas über einer Minute abgewunken, nachdem Sakara seinen Gegner mit Ellbogen und Schlägen ausgeknockt hatte. Die Wiederholung zeigte jedoch zwischen 5 und 9 unerlaubte Schläge zum Hinterkopf Côtés, der nach fünf Minuten der Entscheidungsfindung und ohrenbetäubendem Buhen schließlich zur Freude der kanadischen Fans zum Sieger durch Disqualifikation ernannt wurde.

Am Samstag hätte Coté daher eigentlich in einem Rückkampf auf Sakara treffen sollen, beim Italiener wurde jedoch ein Nierenproblem diagnostiziert, sodass Côté nun den Strikeforce-Import Bobby „Vicious“ Voelker (24-8) vor die Fäuste bekommt. Voelker war einer der sehr aktiven Kämpfer, bis er im Jahr 2009 bei Strikeforce unterzeichnete: Ganze 27 Mal stand er in weniger als vier Jahren seit seinem Debüt im Februar 2006 im Käfig oder Ring und ging aus 20 dieser Kämpfe als Sieger hervor. Das Chaos um die langsame Schließung von Strikeforce sorgte jedoch dafür, dass Voelker seit einem T.K.o.-Sieg gegen Roger Bowling im Juli 2011 nicht mehr aktiv war. Nun bekommt er mit diesem Kampf gegen Côté die Chance, die verlorene Zeit wettzumachen.

Antonio Carvalho vs. Darren Elkins
Der vorletzte Kampf auf dem Vorprogramm wird zwischen zwei Federgewichtlern ausgetragen, die zuletzt einigen Erfolg im Octagon hatten: Antonio „Pato“ Carvalho (15-5) gewann zwei seiner drei Kämpfe in der UFC, Darren „The Damage“ Elkins (15-2) sogar fünf aus sechs. Letztmalig waren beide im November des letzten Jahres zu sehen, als sie sich in eben jenem Gebäude, in dem auch ihr nächster Kampf stattfinden wird, jeweils einen Punktsieg sicherten. Während Carvalho sich haarscharf per geteiltem Punktentscheid an Rodrigo Damm vorbeischob, dominierte Elkins Steven Siler drei Runden lang mit Takedowns und Submission-Versuchen. Elkins sicherte sich damit den fünften Sieg in Folge – eine Rarität in der mittlerweile sehr hart umkämpften Federgewichtsklasse. Die Tatsache, dass jeder dieser fünf Kämpfe über die volle Distanz ging, hat Elkins bisher davon abgehalten, vom Vor- ins Hauptprogramm aufzusteigen, Carvalho dagegen konnte seine beeindruckende Leistung bei UFC 149 in seinem letzten Kampf nicht wiederholen – auf beiden lastet also der Druck, eine möglichst erinnerungswürdige Show abzuliefern, denn der Gewinner dieses Kampfes könnte sich damit auf dem besten Weg in die Top 10 befinden.

Dan Miller vs. Jordan Mein
Zuvor wird es zwischen Dan Miller (14-6-0(1)) und Jordan „Young Gun“ Mein (26-8) im Weltergewicht zur Sache gehen. Miller ist ein Veteran der UFC, war nach einem guten Start seiner Karriere im Octagon allerdings nicht mehr allzu erfolgreich in der UFC. Wegen seiner loyalen Einstellung gegenüber der Organisation und der Bereitschaft, einen Kampf auch mit minimaler Vorbereitungszeit anzunehmen, hatte er bei Dana White und co. zu seinem Glück immer einen Stein im Brett und überstand die bitteren Niederlagen, ohne vor die Tür gesetzt zu werden. Mit einem Sieg in seinem letzten Kampf, der gleichzeitig sein Debüt im Weltergewicht war, hat sich Miller nach fünf Niederlagen in seinen letzten sieben Kämpfen wieder etwas Luft geschaffen, eine weitere Niederlage am Samstag könnte allerdings im Hinblick auf den überfüllten Kader der UFC doch noch den Rauswurf bedeuten.

Jordan Mein ist einer der jüngsten Veteranen, die zurzeit in einer der großen Organisationen antreten. Nachdem der damals 17–Jährige im Jahr 2006 sein Profi-Debüt per Rear-Naked Choke gegen Rory MacDonald verlor, erarbeitete er sich in den folgenden Jahren eine Bilanz von 26 Siegen und acht Niederlagen, die drei Kämpfe bei Strikeforce und Kämpfe gegen Namen wie Tyron Woodley, Mike Ricci, Marius Zaromskis oder Jason High beinhaltet. Falls er auch sein Octagon-Debüt gewinnen kann, dürfte ihn das auf den besten Weg in eine vielversprechende Zukunft schicken.

John Makdessi vs. Daron Cruickshank
Dieser Leichtgewichtskampf hat das Potential, den großen Namen auf dem Programm die Show zu stehlen. Mit John „The Bull“ Makdessi (10-2) und Daron „Detroit Superstar“ Cruickshank (12-2) werden sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwei hochdekorierte und explosive Standkämpfer gegenüberstehen, die beide in ihrem jeweils letzten Kampf die bisher beste Leistung ihrer Karriere hingelegt haben.

Dabei stand Makdessi im November 2012 noch kurz vor dem Aus in der UFC. Mit zwei Niederlagen im Rücken hätte ein dritter Misserfolg in seinem Kampf gegen Sam Stout wohl oder übel den Rausschmiss bedeutet. Stout, der zu diesem Zeitpunkt gerade einen Sieg gegen Spencer Fisher eingefahren hatte, fand jedoch kein Mittel gegen Makdessis präzise und perfekt getimte Konter. Vor allem seinen Jab brachte Makdessi immer wieder durch und konnte seinem Landsmann eine mehr als deutliche Punktniederlage zufügen.

Daron Cruickshank ging als einer der Favoriten in die 15. „Ultimate Fighter“-Staffel, wurde jedoch direkt im ersten Kampf von James Vick ausgeknockt. Einige Monate später zeigte er allerdings, warum viele Zuschauer im TUF-Haus auf ihn gesetzt hatten. Nach einem Punktsieg gegen Chris Tickle im Juni 2012 setzte er im Dezember ein beeindruckendes Statement, als er Henry Martinez eineinhalb Runden im Stand vorführte, bevor er ihn im zweiten Durchgang schließlich mit einem Headkick endgültig auf die Bretter schickte.

Vorprogramm (Facebook)
Wie üblich werden drei Kämpfe auf der offiziellen Facebookseite der UFC gestreamt. Mit Rick „The Horror“ Story (14-6) vs. Quinn Mulhern (18-2) wird dieser Teil des Programms von einem vielversprechenden Kampf angeführt. Story galt noch vor weniger als zwei Jahren als einer der gefährlichsten Anwärter auf Georges St-Pierres Thron, nachdem er mit Johny Hendricks und Thiago Alves zwei Top-Kämpfer besiegen konnte. Eine überraschende Niederlage gegen Charlie Brenneman sowie weitere Misserfolge gegen Martin Kampmann und Demian Maia haben ihn allerdings für absehbare Zeit aus der Spitze der Weltergewichtler entfernt – gegen Mulhern wird Story stattdessen am Wochenende wohl um seinen Job kämpfen. Der BJJ-Schwarzgurt Mulhern wurde aus dem Strikeforce-Kader in die UFC übernommen und wird gegen Story versuchen, auf einen Sieg gegen Yuri Villefort im Mai 2012 aufzubauen.

Zuvor wird im Bantamgewicht Team Alpha Male-Kämpfer T.J. Dillashaw (6-1) auf den Japaner Issei Tamura (7-3) treffen. Dillashaw setzte im Finale der 14. TUF-Staffel den Sieg mit einer T.K.o-Niederlage gegen John Dodson in den Sand, kam jedoch mit zwei beeindruckenden Siegen gegen Walel Watson und Vaughan Lee wieder zurück. Tamura dagegen gewann sein UFC-Debüt im vergangenen Jahr durch K.o., zog einige Monate später gegen Raphael Assuncao jedoch selbst per T.K.o. den Kürzeren.

Eröffnet wird der Event mit einem Bantamgewichtskampf zwischen George Roop (12-9-1) und Reuben Duran (8-4-1). Sowohl Roop als auch Duran wurden in ihren jeweils letzten Kämpfen ausgeknockt und werden am Samstag mit einiger Sicherheit um ihren Job kämpfen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 158: St. Pierre vs. Diaz
Samstag, 16. März 2012
Bell Centre in Montreal, Quebec, Kanada

Weltergewichtstitelkampf
Georges St. Pierre (c ) vs. Nick Diaz

Hauptprogramm (ufc.tv - 03:00 Uhr)
Carlos Condit vs. Johny Hendricks
Jake Ellenberger vs. Nate Marquardt
Chris Camozzi vs. Nick Ring
Mike Ricci vs. Colin Fletcher

Vorprogramm (ufc.tv - 01:00 Uhr)
Patrick Côté vs. Bobby Voelker
Antonio Carvalho vs. Darren Elkins
Dan Miller vs. Jordan Mein
John Makdessi vs. Daron Cruickshank

Vorprogramm (Facebook - ca. 23:35 Uhr)
Rick Story vs. Quinn Mulhern
T.J. Dillashaw vs. Issei Tamura
George Roop vs. Reuben Duran