MMA

Conor McGregor vs. Dennis Siver bei UFC Boston

Wer wird Boston als Sieger verlassen - Conor McGregor oder der Mannheimer Dennis Siver? (Foto: Zuffa LLC).

Eigentlich hätte man die 59. UFC Fight Night auch schlicht „UFC McGregor“ nennen können. In sämtlichen Werbe-Materialien bekommt Dennis Siver lediglich einen Bruchteil der Sendezeit überlassen oder wird gleich ganz außen vor gelassen. Dadurch hat sich gleichzeitig aber auch die potentielle Schockwelle vergrößert, die im Falle eines Siver-Sieges durch die MMA-Welt jagen würde. Auf welchen Ausgang man auch immer hofft, jede Menge Aufmerksamkeit ist diesem Duell jedenfalls garantiert.

UFC Boston kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv im Abo zu haben ist. Anbei die Startzeiten in der Nacht von Sonntag auf Montag:

Hauptprogramm:  Mo., 19. 1., ca. 4 Uhr
Vorprogramm: Mo., 19.1., ca. 0 Uhr

Hauptkampf

Mehr als 21 Jahre nach der Gründung der Organisation wird am Sonntag der erste Deutsche in einem UFC-Hauptkampf stehen – die Rede ist natürlich von Dennis Siver (22-9-0(1)), der in Boston auf den irischen Senkrechtstarter Conor „The Notorious“ McGregor (16-2) treffen wird. Geht man nach den Wettquoten, dann müssten die beiden gar nicht mehr in den Käfig steigen, denn McGregor geht als haushoher Favorit in den Kampf. Was nicht großartig verwunderlich ist, immerhin hat der Ire es in nicht einmal zwei Jahren in der Organisation geschafft, mit nur vier Kämpfen fast ganz an die Spitze zu kommen. Hauptsächlich verantwortlich dafür sind wohl seine große Klappe und eine beeindruckende Fähigkeit, die Leute auf die eine oder andere Art in seinen Bann zu ziehen. Bisher konnte er dem dadurch entstandenen Hype darüber hinaus auch noch im Octagon neue Munition geben, immerhin hat er allein im letzten Jahr Diego Brandao und Dustin Poirier in der ersten Runde ausgeknockt.

Falls er auch Siver bezwingen sollte, wird McGregor in einigen Monaten auf Federgewichtschampion José Aldo treffen – der Job des Mannheimers ist es also, dies zu verhindern. Besonders gut aufgenommen wurde die Ansetzung allgemein nicht – vor allem McGregors Zweifler wollen ihn seit Monaten gegen einen starken Ringer sehen, und als der ist der gelernte Kickboxer Siver nicht bekannt. Was dabei gerne vergessen wird, ist Sivers beeindruckende Weiterentwicklung in diesem Bereich, aus dem reinen Standkämpfer ist mit den Jahren ein überall versierter MMA-Kämpfer geworden, der sein Ringen und Jiu-Jitsu auch im Octagon schon öfter erfolgreich zur Anwendung gebracht hat. Von seinen letzten vier Kämpfen hat Siver lediglich einen verloren: Im Sommer 2013 gegen Cub Swanson, den er zu Beginn des Duells einige Zeit lang auf der Matte kontrollieren konnte…

Co-Hauptkampf
15 Tage ist es her, dass Donald „Cowboy“ Cerrone (26-6-0(1)) in Las Vegas das junge Top-Talent Myles Jury drei Runden lang dominiert und nach Punkten geschlagen hat. Nachdem Eddie Alvarez, den Cerrone erst ein paar Monate zuvor ebenfalls besiegen konnte, vor ein paar Wochen ausfiel, wird der „Cowboy“ nun auf einen alten Bekannten treffen. Ben „Smooth“ Henderson (21-4), ehemaliger WEC- und UFC-Leichtgewichtschampion, konnte Cerrone vor Jahren bereits zwei Mal schlagen, hatte zuletzt jedoch weniger Erfolg als sein Freund und Rivale. Während Cerrone seit Ende 2013 sechs Kämpfe in Folge überzeugend gewonnen und meist vorzeitig beendet hat, wurde Henderson in seinen letzten vier Kämpfen zwei Mal vorzeitig besiegt.

Die Rückschläge gegen Anthony Pettis und Rafael dos Anjos rahmen Siege gegen Josh Thomson und Rustam Khabilov ein – nur durchschnittlich jeden zweiten Kampf zu gewinnen, ist aber nicht der Anspruch Hendersons, weshalb gegen Cerrone der dritte Sieg ihrer Trilogie her muss. Für Cerrone dagegen ist der kurzfristig angenommene Kampf ein immenses Risiko, das sich aber im Erfolgsfall mehr als auszahlen und einen großen Schritt in Richtung Titelkampf bedeuten würde. Ganz abgesehen davon war vor allem der erste Kampf der beiden eine ausufernde Schlacht, vor dem Bildschirm darf man sich also auf ordentlich Action freuen.

Geheimtipp
Auf dem Vorprogramm wird es ebenfalls recht irisch zugehen – so wird unter anderem im Fliegengewicht Patrick „The Hooligan“ Holohan (10-1-1) auf Shane „Insane“ Howell (13-8) treffen. Der „Hooligan“ debütierte im letzten Sommer bei UFC Dublin im Octagon und holte sich vor ekstatischen Fans einen Aufgabe-Sieg gegen Josh Sampo, was seine unbefleckte Bilanz weiterhin intakt hielt – die außerdem lediglich einen Sieg beinhaltet, bei dem Holohan über die Runden musste. Einige Monate später bei UFC Halifax gab er nach einer starken ersten Runde jedoch die letzten beiden Durchgänge an den kurzfristig eingesprungenen Chris Kelades ab und musste die erste Niederlage seiner Karriere hinnehmen. Aus diesem Grund wird Holohan also vermutlich als erster von drei Kämpfern aus dem Dubliner SBG-Gym mit jeder Menge Motivation in seinen Kampf bei UFC Boston gehen.

Dort wird er auf Shane Howell treffen, der seinem ersten UFC-Sieg noch hinterherjagt. Im Juni unterlag er dem jungen Talent Ray Borg durch Aufgabe – auf die gleiche Weise hat er zuvor schon vier Mal verloren, während Holohan acht seiner zehn Siege auf diese Weise eingefahren hat. Am Samstag wird er auf der Matte also aufpassen müssen, so oder so darf man aber Feuerwerke erwarten, denn über die volle Distanz gehen beide nur selten.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 59: McGregor vs. Siver
Sonntag, 18. Januar 2015
TD Garden in Bostin, Massachusetts, USA

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Conor McGregor vs. Dennis Siver
Donald Cerrone vs. Benson Henderson
Uriah Hall vs. Ron Stallings
Norman Parke vs. Gleison Tibau

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Cathal Pendred vs. Sean Spencer
John Howard vs. Lorenz Larkin
Zhang Lipeng vs. Chris Wade
Patrick Holohan vs. Shane Howell
Johnny Case vs. Frankie Perez
Charles Rosa vs. Sean Soriano

Matt Van Buren vs. Sean O’Connell
Tateki Matsuda vs. Joby Sanchez