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Condit vs. Kampmann 2 am Mittwoch

Carlos Condit und Martin Kampmann werden zum zweiten Mal aufeinandertreffen - 2009 setzte Kampmann sich durch.

Nicht einmal zwei Wochen nach dem Debüt auf FOX Sports 1 kehrt die UFC zum zweiten Mal auf den neuen Sender zurück. Mit einem Rückkampf zwischen Carlos Condit und Martin Kampmann führt ein interessanter Weltergewichtskampf den Event an. Das erste Duell der beiden endete im Jahr 2009 in einer kontroversen Punktentscheidung, die die Punktrichter an Kampmann gaben. Seitdem hat sich einiges geändert, und die Resultate werden am Mittwoch zu sehen sein.

Man darf sich aber auf weitere, interessante Kämpfe aus dem Bankers Life Fieldhouse in Indianapolis freuen, wo im Jahr 2010 bereits UFC 119 mit Frank Mir und Mirco CroCop im Hauptkampf stattfand: Im Leichtgewicht kämpfen Donald Cerrone und Rafael dos Anjos um einen Platz am oberen Ende der Nahrungskette, nachdem u.a. Kelvin Gastelum, „Bubba“ McDaniel, Erik Perez und Hatsu Hioki in Aktion zu sehen waren.

Der Event wird, wie üblich, in Deutschland über ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil Vorprogramm) und ufc.tv oder Facebook (erste zwei Vorkämpfe) kostenlos übertragen.

Carlos Condit vs. Martin Kampmann
Angeführt wird der zweite Ausflug der UFC nach Indiana mit einem Rückkampf zwischen zwei der Top-Weltergewichtler des Kaders: Zwischen Carlos „The Natural Born Killer“ Condit (28-7) und Martin „The Hitman“ Kampmann (20-6) wird sich am Mittwoch entscheiden, wer von beiden nach Niederlagen wieder oben einsteigen kann.

Im ersten Kampf, der Condits UFC-Debüt darstellte, gewann Kampmann nach drei Runden eine knappe Punktentscheidung, die viele Zuschauer anders gewertet hätten. Seitdem hat sich viel geändert: Condit erarbeitete sich mit Siegen gegen Jake Ellenberger, Rory MacDonald, Dan Hardy, Nick Diaz u. A. eines der beeindruckendsten Resümees der gesamten Gewichtsklasse, bevor er in spannenden Kämpfen Georges St-Pierre und Johny Hendricks unterlag.

Kampmann dagegen wechselte öfter zwischen Erfolg und Misserfolg und hatte so einige knappe Kämpfe zu überstehen. Nach Siegen gegen Thiago Alves und Jake Ellenberger, die ihn jeweils beinahe schlagen konnten, stand Kampmann im November 2012 in einem Ausscheidungskampf um den vermeintlichen Status des nächsten Herausforderers auf den Titel. Nach 45 Sekunden wurde Kampmann allerdings von Johny Hendricks Linken K.o. geschlagen, und musste seine Titelträume vorerst begraben.

Von Hendricks patentierter Linken zu Boden geschickt zu werden, kann passieren, was Kampmann in der Vergangenheit aber bereits einige Kämpfe (beinahe oder tatsächlich) gekostet hat, ist seine Tendenz, den Gegner in dessen starken Bereichen besiegen zu wollen. Ein Duell mit Jake Shields beispielsweise hätte Kampmann, so die allgemeine Ansicht nach dem Kampf, gewinnen können, wäre er nicht mit einem bereits völlig ausgelaugten Shields auf die Matte gegangen, wo der spätere Titelherausforderer eine knappe Punktentscheidung sicherte. 

Gegen Condit steht der dänische Thaibox-Meister mit stark verbessertem Ringen und BJJ vor der Wahl, sich im Stand mit dem dynamischen Stil des „Natural Born Killer“ zu messen, oder Condit auf den Boden zu bringen. Condit hatte noch nie die beste Verteidigung gegen Takedowns, ist dafür aber vom Rücken aus stets aktiv. Theoretisch sollte Kampmann also bestimmen können, wo der Kampf stattfindet; ob er daraus letztlich auch Kapital schlagen kann oder will, wird sich am Mittwoch zeigen und sollte für einen weiteren, spannenden Kampf der beiden sorgen.

Donald Cerrone vs. Rafael dos Anjos
Im Co-Hauptkampf geht es im Leichtgewicht um den nächsten, großen Schritt in Richtung Titelgeschehen. Donald „Cowboy“ Cerrone (20-5-0(1)) hatte in der WEC bereits die Chance auf den Gürtel und stand auch in der UFC kurz davor, ganz gereicht hat es dann aber doch nie. In der WEC scheiterte er in Titelkämpfen an Jamie Varner und Ben Henderson, in der UFC auf dem Weg zur Titelchance an Nate Diaz und Anthony Pettis. Dem gegenüber stehen meist spektakuläre Siege gegen James Krause, Dennis Siver, Melvin Guillard und zuletzt K.J. Noons.

Rafael dos Anjos (19-6) debütierte bei UFC 91, indem er spektakulär von Jeremy Stephens ausgeknockt wurde. Seitdem ging es bergauf für den Brasilianer, der in den Folgejahren acht Kämpfe gewinnen konnte, u.a. gegen Terry Etim, George Sotiropoulos, Mark Bocek und zuletzt Evan Dunham. Diese Siege hat er zu Anfang meist durch seine Klasse am Boden eingefahren, mittlerweile ist aus ihm allerdings ein kompletter Kämpfer geworden – besonders im Duell mit Mark Bocek zeigte dos Anjos effektive Takedown-Verteidigung und stark verbessertes Boxen, das er gegen einen Standkämpfer vom Kaliber Cerrones mit Sicherheit brauchen wird.

Kelvin Gastelum vs. Brian Melancon
Hier hätte der „Ultimate Fighter“-Sieger der 17. Staffel, Kelvin Gastelum (6-0), eigentlich sein Weltergewichtsdebüt gegen Paulo Thiago geben sollen, der sich allerdings im Training verletzte. Mit Brian Melancon (7-2) ist ein Gegner eingesprungen, der im Juli erst sein UFC-Debüt gegeben hat und nun versuchen wird, die Popularität seines Gegners zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Gastelum wurde zu Beginn der 17. TUF-Staffel als letzter in eines der beiden Teams gewählt und nahm im Laufe der Episoden kaum Kamerazeit in Anspruch, weil er sich nicht in die diversen Dramen einmischte, die eine TUF-Staffel üblicherweise mit sich bringt.
Die größte Überraschung folgte dann aber erst zum Schluss: Im Finale gelang es dem erst 21-Jährigen, den von Anfang an favorisierten Uriah Hall mit effektivem Ringen und schierer Zähigkeit einen Punktentscheid abzunehmen und damit der jüngste TUF-Champion aller Zeiten zu werden.

Brian Melancon war ebenfalls nicht dazu bestimmt, sein UFC-Debüt zu gewinnen. Seth Baczynski hatte im Octagon vier Kämpfe hintereinander gewonnen, bevor er im Dezember 2012 von Mike Pierce ausgepunktet wurde. Bei UFC 162 sollte eigentlich ein runderneuerter Baczynski auftauchen, der mit einem überzeugenden Sieg gegen den zweifachen Strikeforce-Veteranen Melancon wieder zurück auf die Spur kommt. Eine einzige Sekunde vor Ende der ersten Runde schlug Melancon den Favoriten zur Überraschung der ganzen Halle aber kurzerhand K.o. Am Mittwoch steht der 31-Jährige nun vor dem größten Kampf seiner bisherigen Karriere.

Court McGee vs. Robert Whittaker
Weiter geht es im Weltergewicht, wo mit Court „The Crusher“ McGee (15-3) und Robert Whittaker (11-2) zwei „Ultimate Fighter“-Gewinner aufeinandertreffen werden.

McGee, der vor seiner Laufbahn als Profi-Kämpfer jahrelang heroinabhängig war und an einer Überdosis fast gestorben wäre, hat sein Leben nach diesem Vorfall radikal geändert und im MMA eine neue Bestimmung gefunden. Dort hatte der beim Team Pit in Utah trainierende, ehemalige Mittelgewichtler ansehnlichen Erfolg, so gewann er nach dem Sieg bei TUF gegen Ryan Jensen, Dongi Yang und Josh Neer. Nun will er mit einem überzeugenden Sieg am Mittwoch, genau wie sein Gegner, den nächsten Schritt gehen, um aus dem Mittelfeld der Gewichtsklasse auszubrechen. 

Whittaker gewann Ende 2012 die „TUF-Smashes“-Staffel und  machte seinen Einstieg in die UFC im Mai mit einem T.K.o.-Sieg gegen Colton Smith perfekt. Smith hatte seinerseits die 16. TUF-Staffel gewonnen, und falls Whittaker sich am Mittwoch gegen McGee durchsetzen kann, würde er damit der erste TUF-Sieger werden, der zwei weitere TUF-Champions bezwungen hat. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der erst 22-Jährige vor einigen Monaten umgezogen – aus Neuseeland ging es ins knapp 15.000 km entfernte Montréal in Kanada, wo Whittaker sich nun im Tristar Gym neben Georges St-Pierre, Rory MacDonald, Francis Carmont und anderen Top-Kämpfern quält. Erfolg hat diese Entscheidung bereits gebracht, wie der T.K.o.-Sieg gegen Colton Smith im Mai zeigte.

Takeya Mizugaki vs. Erik Perez
Im Bantamgewicht werden ständig neue Herausforderer gesucht, und in diesem Duell zwischen Takeya Mizugaki (17-7-2) und Erik „Goyito“ Perez (13-4) könnte die Vorentscheidung darüber fallen, wer es in der Gewichtsklasse als nächstes an die Spitze schaffen könnte.

Mizugaki war bereits in der WEC ein bekanntes Gesicht, wo er Jeff Curran und Rani Yahya besiegen konnte, allerdings gegen Miguel Torres, Scott Jorgensen und Urijah Faber verlor. Auch in der UFC konnte er die weniger bekannten Kämpfer überzeugend schlagen, kam aber an größeren Namen nicht vorbei. Für den jungen Mexikaner Erik Perez ist er daher der perfekte Test, um dessen aktuelle Position festzustellen.

Perez debütierte im Juni 2012 mit einem Aufgabe-Sieg gegen John Albert in der UFC, dem Erstrunden-Knockouts gegen Ken Stone und Byron Bloodworth folgten. Durch seinen Erfolg und seine mexikanische Herkunft hat Perez bereits jetzt eine große Fan-Basis. Nachdem er im April verletzungsbedingt einen Kampf gegen Johnny Bedford absagen musste, bekommt er nun gegen Mizugaki die Chance, sich in den interessanten Regionen des Bantamgewichts zu positionieren.

Brad Tavares vs. Robert McDaniel
Im ersten Kampf des Hauptprogramms werden zwei weitere TUF-Veteranen aufeinandertreffen. Brad Tavares (11-1) gewann die elfte Staffel der Reality-Serie zwar nicht, ist seitdem aber einer der erfolgreichsten Kämpfer jener Ausgabe. Mit Siegen gegen Phil Baroni, Dongi Yang, Tom Watson und Riki Fukuda ist Tavares mittlerweile ein etabliertes Mitglied der Mittelgewichtsklasse und will sich nun in die oberen Regionen vorkämpfen.

Robert „Bubba“ McDaniel (21-6), der eigentlich nur unter seinem Spitznamen bekannt ist, war in der 17. Staffel zu sehen. Als Trainingspartner von Jon Jones hafteten gewisse Erwartungen an ihm, die er jedoch nicht erfüllen konnte. Zwei Mal verlor er vorzeitig im Haus und der Sieg kam durch ein Nierenversagen seines Gegners zustande. Bei „Bubba“ kommt es stark darauf an, welchen Tag er erwischt, wenn man seinem Trainingspartner und TUF-Coach Glauben schenkt. Auf der Finalveranstaltung der Staffel jedenfalls gelang ihm ein Aufgabe-Sieg gegen Gilbert Smith – ein Erfolg, den er am Mittwoch tunlichst wiederholen sollte, wenn er seine Position in der UFC nicht gefährden will.

Vorprogramm
Da der geplante Kampf zwischen Sarah Kaufman und Sara McMann kurzfristig abgesagt wurde, muss der Event mit zwölf Kämpfen auskommen, von denen sechs im Vorprogramm stattfinden.

Im Mittelgewicht werden Dylan „The Villain“ Andrews (16-4-0(1)) und Papy „Makambo“ Abedi (9-2) aufeinandertreffen. Andrews ist einer der zahlreichen TUF-Veteranen auf dem Programm, der es in der 17. Staffel bis ins Halbfinale schaffte, wo er allerdings von Uriah Hall gestoppt wurde. Mit einem Erstrunden-T.K.o. gegen Jimmy Quinlan bewies der Neuseeländer auf der Finalveranstaltung aber das große Potential, dass er während er Show bereits gezeigt hatte.

Abedi debütierte im November 2011 gegen Thiago Alves in der UFC und schlug sich einige Minuten sogar gut gegen den Veteranen und ehemaligen Titelherausforderer, bis dieser den Schweden niederschlug und zum Rear Naked Choke ansetzte. Auf die gleiche Art endete einige Monate später ein Kampf gegen James Head, bevor Abedi nach einjähriger Pause im April einen geteilten Punktsieg gegen Besam Yousef einfuhr, der seinen Platz in der UFC vorerst sicherte.

Zuvor wird Justin „Fast Eddie“ Edwards (8-2) im Weltergewicht Brandon Thatch (9-1) in der UFC begrüßen. Edwards ging im Oktober 2012 mit einer 1-2-Bilanz in einen Kampf gegen Josh Neer, konnte den für seine Zähigkeit bekannten Veteranen aber nach nur 45 Sekunden per Guillotine-Choke stoppen.
Thatch, der in Colorado beim Grudge Training Center und in Montréal im Tristar Gym trainiert, ist seit längerem auf dem Radar vieler Fans und gibt nun, mit acht aufeinanderfolgenden, vorzeitigen Siegen im Gepäck sein Debüt.

Im Federgewicht werden zwei Kämpfer aufeinandertreffen, die das Potential haben, an der Spitze mitzukämpfen, zuletzt aber verloren haben. Darren „The Damage“ Elkins (16-3) baute sich still und leise eine Bilanz von 5-0 in der Federgewichtsklasse der UFC auf, die Erfolge gegen u.a. Diego Brandao, Antonio Carvalho und Steven Siler beinhalten. Einen kurzfristig angenommenen Kampf gegen Chad Mendes verlor er aber in der ersten Runde durch K.o., was seine Titelträume vorerst zunichte machte.

Hatsu Hioki (26-6-2) gilt als einer der besten Kämpfer Japans, hatte in der UFC aber bisher relativ wenig Erfolg. Nach einem wenig spektakulären Debüt, in dem er George Roop geteilt nach Punkten bezwang, folgte bei UFC 144 in Japan die beeindruckendste Leistung seiner bisherigen UFC-Karriere – drei Runden lang dominierte er Bart Palaszewski nach Strich und Faden und bekam im Anschluss einen Titelkampf angeboten, den er aber mit der Begründung ablehnte, zunächst mehr Erfahrung sammeln zu wollen. Keine so gute Entscheidung, wie sich später herausstellte, denn es folgten Niederlagen gegen Ricardo Lamas und Clay Guida.

Im Weltergewicht kommt es außerdem zum Duell zwischen James Head (9-3) und Jason „The Kansas City Bandit“ High (16-4). Head verlor in seinem UFC-Debüt im Juni 2011 gegen Nick Ring, wechselte daraufhin eine Gewichtsklasse tiefer und bezwang nacheinander Papy Abedi und Brian Ebersole. Ein Kampf gegen Mike Pyle endete jedoch in einem Erstrunden-K.o., der die Erfolgsserie des 29-Jährigen abrupt beendete.

High begann im Mai gegen Erick Silva seinen zweiten Anlauf in der UFC, wurde jedoch nach nur 71 Sekunden zur Aufgabe gezwungen. Gegen Head sollte der „Kansas City Bandit“ also die Erfolge gegen Nate Moore, Quinn Mulhern und Jordan Mein wiederaufleben lassen, um seinen Platz im Octagon zu sichern.

Die ersten beiden, auf Facebook übertragenen Kämpfe werden im Mittel- bzw. Leichtgewicht ausgetragen. Bis 85 Kilo werden Zak Cummings (15-3) und Ben „Benny Blanco“ Alloway (13-4) aufeinandertreffen. Beide sind TUF-Veteranen – Cummings schaffte es bis ins Viertelfinale der 17. Staffel, während Alloway an gleicher Stelle während der internationalen „Smashes“-Version ausschied. Der Australier sicherte sich im Anschluss mit einem Front Kick-K.o. gegen Manuel Rodriguez den „Knockout of the Night“-Bonus, verlor im April allerdings gegen Ryan LaFlare. Cummings trat aus unbekannten Gründen nicht auf der Finalveranstaltung von TUF 17 an und gibt damit am Mittwoch sein UFC-Debüt.

Im Eröffnungskampf könnte im 70 Kilo-Limit ein Feuerwerk zünden: Sowohl Roger Bowling (11-4) als auch Abel „Killa“ Trujillo (10-5) sind massige, explosive Leichtgewichtler, die ihre Kämpfe lieber im Stehen halten, wo es meist ordentlich zur Sache geht. Zuletzt ging die aggressive Herangehensweise für beide allerdings nicht gut aus – Bowling wurde von Anthony Njokuani ausgeknockt, während Trujillo eine Punktentscheidung an Khabib Nurmagomedov abgab, weshalb beide dringend einen Sieg benötigen, um in der UFC zu bleiben.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 27: Condit vs. Kampmann 2
Mittwoch, 28. August 2013
Bankers Life Fieldhouse in Indianapolis, Indiana

Hauptprogramm (ufc.tv)
Carlos Condit vs. Martin Kampmann
Donald Cerrone vs. Rafael dos Anjos
Kelvin Gastelum vs. Brian Melancon
Court McGee vs. Robert Whittaker
Takeya Mizugaki vs. Erik Perez
Brad Tavares vs. Robert McDaniel

Vorprogramm (ufc.tv)
Dylan Andrews vs. Papy Abedi
Justin Edwards vs. Brandon Thatch
Darren Elkins vs. Hatsu Hioki
James Head vs. Jason High

Vorprogramm (Facebook)
Zak Cummings vs. Ben Alloway
Roger Bowling vs. Abel Trujillo