MMA

Burt Watson erklärt plötzlichen UFC-Abgang

Burt Watson bei der Arbeit (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Vergangene Woche gab der langjährige UFC-Eventkoordinator Burt Watson urplötzlich und unerwartet die Trennung von seinem Arbeitgeber bekannt.  Was auf den ersten Blick keine große Sache für irgendjemanden außerhalb der UFC sein dürfte, löste online eine gigantische Empathie-Welle aus. Während seiner 14 Jahre in der Organisation hatte Watson sich offenbar jede Menge Fans gemacht, die nun wissen wollten, was diese Entscheidung ausgelöst hatte.

Nachdem die letzten Tage über diverse Gerüchte die Runde machten, die u.a. Mark Munoz und Ronda Rouseys Teamkollegen ein Zerwürfnis mit Watson und dessen anschließenden Abgang andichteten, räumte dieser am Montag in der "MMA Hour" mit dem Gemunkel auf und legte seine Version der Geschehnisse dar. Demnach sei ein Anruf eines Kollegen innerhalb der UFC, einer "Person mit Authorität", der Auslöser für ihn gewesen, nach dem Wiegen für UFC 184 abrupt die Zelte abzubrechen und selbst die Veranstaltung am nächsten Tag unbeachtet verstreichen zu lassen: "Ich wurde angesprochen, und zwar auf eine unangemessene Art und Weise, zumindest meiner Meinung nach. Meine Arbeit und meine Art, diese Dinge zu regeln wurden in Frage gestellt (...). Und ganz ehrlich, ich habe das nicht gutgeheißen. Ich habe es nicht hingenommen."

Auslöser des besagten Anrufs wiederum sei ein Missverständnis bei der Organisation eines Shuttles für Mark Munoz gewesen, der am 27. Februar zwei Anläufe brauchte, um das Mittelgewichtslimit für seinen anstehenden Kampf auf die Waage zu bringen. Munoz musste somit etwa eine Stunde länger als geplant am Ort des Wiegens bleiben, bevor er das Gewicht im zweiten Versuch packte und anschließend in das etwa zehn Minuten entfernte Hotel transportiert werden musste. Für Watson eigentlich ganz normaler Arbeitsalltag, in diesem Fall sollte ein simples Missverständnis jedoch weitreichende Folgen haben: Der von ihm eingeplante Van erschien nicht und Munoz erreichte das Hotel schließlich erst mit einer weiteren Stunde Verspätung. Einen mysteriösen Anruf später war Watsons fast eineinhalb Jahrzehnte andauernde UFC-Karriere Geschichte.

"Ich weiß nicht, wie das passiert ist oder wie es so weit eskalieren konnte, dass ich einen Anruf von jemandem bekam, der dann auf solche Weise mit mir sprach", so Watson. Der konkrete Inhalt dieses Gesprächs und vor allem der Gesprächspartner selbst bleiben allerdings immer noch sein Geheimnis. Sein Selbstverständnis innerhalb der UFC und den Grund, warum der Anruf ihn verletzte, versuchte Watson lediglich mithilfe einer bildhaften Umschreibung deutlich zu machen: "Es gibt einen Grund, warum eine (Wolfs-)Mutter ihre Jungen in der Höhle allein lässt. Sie muss Nahrung finden, Baby. Aber sie wird zurückkommen. Wenn du in diese Höhle gehst und die Jungen allein vorfindest, dann ist die Mutter entweder da draußen auf der Suche nach Nahrung, sie ist am Jagen oder sie ist tot. Aber sie würde ihre Jungen nicht einfach so zurücklassen."

Während damit klar sein sollte, wie schwer Watson trotz seines fortgeschrittenen Alters und dem schnell wachsenden Terminkalender der UFC der plötzliche Abgang fällt, sollte man kein Comeback erwarten: "Ich habe keine Absichten, das jemals zu tun", so Watson auf die Frage, ob er sich mit dem Anrufer und ehemaligen Kollegen ausgesprochen habe. "Diese Situation ist für mich abgeschlossen." Trotzdem wird er nach seinem spektakulären und gleichzeitig wenig glamourösen Abtritt nicht einfach so in der Versenkung verschwinden: "Glaubt mir, ich werde nicht einfach vom Angesicht der Erde fallen. Das wird einfach nicht passieren. Und falls doch, dann werdet ihr es mitbekommen, denn I'll be rollin' right."