MMA

Britische UFC-Legende Ian Freeman will Kampf gegen Kimbo

Die britische MMA-Legende Ian Freeman war nicht sonderlich beeindruckt vom Bellator-Kampf zwischen Kimbo Slice und Ken Shamrock. Der UFC-Veteran würde nun gern selbst noch einmal die Handschuhe überstreifen und bei Bellator gegen Slice in den Käfig steigen.

So berichtet die britische Sportnachrichten-Seite dailysport.co.uk, Freeman würde für einen Kampf gegen Slice ein Comeback wagen. Auf Nachfrage von GNP1.de bestätigte der 48-Jährige:

"Kimbo ist old-school, genau wie ich. Er ist jünger, aber old-school. Ich bin ja kein Idiot, ich würde nie zurückkehren, um einen der jungen Wilden herauszufordern. Da wäre ich ja bekloppt. Aber die Menschen sehen gerne Old-School-Fights. Ich finde es lustig, wenn mich Leute für zu alt halten. Bisher ist mir die Puste noch nicht ausgegangen, ich trainiere drei Stunden jeden Tag, an fünf Tagen pro Woche, und wenn meine Jungs sich auf einen Wettkampf vorbereiten, dann tue ich das mit ihnen. Ich habe heute mehr drauf als vor 10 Jahren. Das Alter habe ich zwar nicht auf meiner Seite, Kimbo aber auch nicht. Ich sage nicht, dass ich ihn mit Leichtigkeit besiegen würde, aber ich würde ihn auf jeden Fall besiegen. Kimbo ist ein gefährlicher Striker, aber ich bin ein Ground-and-Pound-Experte und meine Submissions sind inzwischen auch gut. Es wäre spannend, zu sehen, wer stehen bleibt und wer den Kampf auf den Boden verlagert. Die Kampfstile entscheiden darüber, ob ein Kampf gut oder schlecht wird. Heute bin ich viel besser als noch zu meinen Glanzzeiten. 15 Jahre als Coach haben meine Fähigkeiten dramatisch verbessert. Eins ist sicher: Mein Takedown-Shoot wäre viel schneller gewesen, mein Choke hätte Kimbo einschlafen lassen und ich wäre nicht nach zwei Schlägen zu Boden gegangen."

Ian Freeman ist ein Pionier der britischen MMA-Szene, ein früherer Cage-Warriors-Schwer- und Halbschwergewichtschampion und der erste Mann, der den späteren UFC-Champion Frank Mir besiegen konnte. Freeman gab sein Debüt 1999, schon ein Jahr später debütierte er bei UFC 24 in der MMA-Champions-League. 2013 hing er seine Handschuhe mit einer Bilanz von 20-7-1 an den Nagel. Heute verdient er sein Geld als lokaler Promoter und Kommentator bei M-1 Global.

Seit Jahren führt er zudem eine öffentliche Fehde mit UFC-Hall-of-Famer Ken Shamrock, gegen den er bereits mehrfach in den Käfig steigen sollte. Shamrock sagte die Kämpfe jedoch immer verletzungsbedingt ab.

"Meine erste Reaktion (als ich von dem Kampf gehört habe) war: 'Wird Shamrock auftauchen?' Dann dachte ich mir: '"Warum meidet er mich jahrelang und kämpft dann gegen Kimbo?'", so Freeman. "Und irgendwann war mir klar, dass sich in diesem Kampf jemand hinlegen würde."

Slice besiegte Shamrock am Freitag durch T.K.o. in der ersten Runde, nachdem er zuvor zu Boden gebracht und in einen Rear-Naked-Choke gezwungen wurde, den er jedoch verteidigen konnte. Kritiker, darunter UFC-Kommentator Joe Rogan, haben jedoch Zweifel an der Echtheit des Kampfes angemeldet, da sowohl Takedown als auch Choke wirkten wie aus einem Wrestling-Kampf.

"Wenn das nicht gestellt war, dann war das der schlechteste Fight der MMA-Geschichte", so Freeman. "Manch einer sagt, der Kampf kann nicht gestellt gewesen sein, weil Shamrock am Ende einen Cut hatte. Aber wenn das Geld stimmt, wird jeder verzweifelte Mann eine Faust kassieren. Ich würde für den richten Preis meine Großmutter verprügeln, verdammt!"

Auch Freeman muss sich seit seiner Ansage von gestern mit Kritikern herumschlagen. Nicht jeder findet die Idee gut, das er mit 48 Jahren und nach zwei Jahren Ruhestand noch einmal zu einem Kampf in den Käfig steigen will. Kimbo Slice ist ein Fan-Liebling, zieht Millionen vor der Fernseher. Den Kampf gegen Shamrock sahen im Schnitt 2,1 Millionen Menschen. Ein Kampf gegen ihn bedeutet also auch immer eine Menge Geld.

"Manch einer sagt, ich würde das nur des Geldes wegen tun. Guten Morgen, ihr Dumpfbacken - warum sonst sollte ich kämpfen? Ich werde es sicherlich nicht umsonst tun, ich habe schließlich eine Familie zu ernähren. Wie auch immer, das wird auf jeden Fall ein unterhaltsamer und sehr interessanter Kampf. Manch einer wird einschalten um mich gewinnen zu sehen, manch einer um mich verlieren zu sehen, andere wiederum wollen einfach nur einen tollen Kampf sehen. Und das ist alles worum es geht."

Ein reiner Medien-Stunt soll die Comeback-Ankündigung jedenfalls nicht sein. Freeman meint es ernst:

"Natürlich meine ich es ernst. Ein Kämpfer hängt die Handschuhe niemals so richtig an den Nagel. Ich wollte schon immer gegen Shamrock kämpfen, doch der hat immer wieder abgesagt. Kimbo hat ihn besiegt. Warum soll ich nun also nicht gegen den in den Ring steigen, der den Mann besiegt hat, gegen den ich kämpfen wollte? Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke."