MMA

Anderson Silva vs. Nick Diaz am Samstag bei UFC 183

Welcher der beiden Superstars wird sich am Samstag in Las Vegas durchsetzen können? (Foto: Zuffa LLC)

Endlich ist es so weit – Anderson Silva kehrt nach über einem Jahr Verletzungspause ins Octagon der UFC zurück, und mit Nick Diaz steht ihm dort einer der polarisierendsten Kämpfer aller Zeiten gegenüber. Außerdem werden am Samstag viele andere bekannte Gesichter in den Käfig steigen, die stets für jede Menge Action zu haben sind – neben Joe Lauzon, Thiago Alves und Tom Watson sind dabei u.a. noch Miesha Tate, Ian McCall und Diego Brandao zu nennen.

UFC 183 wird in Deutschland über den UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Während das Vorprogramm für Abonnenten kostenlos zur Verfügung gestellt wird, kostet das Hauptprogramm zusätzlich noch einmalig 15,99 Euro (SD)  bzw. 17,99 Euro (HD).

Anbei alle Startzeiten für UFC 183 auf ufc.tv:

Vorprogramm Teil 1: Sonntag, 1. Februar, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2: Sonntag, 1. Februar, 2 Uhr
Hauptprogramm: Sonntag, 1. Februar, 4 Uhr

Hauptkampf
He Back! Über ein Jahr nach seinem Horror-Beinbruch im Rückkampf gegen Chris Weidman – den Mann, der ihm im Sommer 2013 nach fast sieben Jahren als Champion seinen Mittelgewichtsgürtel abnahm – wird Anderson "The Spider" Silva (33-6) wieder ins Octagon steigen. Sein Titel wird dabei zwar nicht auf dem Spiel stehen, dafür fällt sein Kampf gegen Nick Diaz (26-9-0(1)) definitiv in die Kategorie "fun fights", um es einmal mit den Worten von UFC-Präsident Dana White auszudrücken.

Mit Silva und Diaz hat man zwei der größten und polarisierendsten Namen des Kaders aufeinander angesetzt, und obwohl dieser Kampf auf den ersten Blick wie ein Missmatch zugunsten des Brasilianers wirkt, gibt es nach den langen Pausen der beiden Kontrahenten schlicht zu viele offene Fragen, um dieses Duell im Vorfeld richtig einordnen zu können. Die brennendste Frage ist dabei wohl, wie Anderson Silva nach dem Schienbeinbruch zurückkehren wird? Ganz wie die alte, unberechenbare Killer-Maschine, die über Jahre hinweg jeden noch so starken Gegner spektakulär zerlegt hat? Nach zwei Niederlagen in Folge mit einem etwas konservativeren Kampfstil? Wird er mit dem geheilten Bein genau so ungehemmt zutreten wie bisher? Physisch zumindest scheint der 39-Jährige voll auf der Höhe zu sein, und wenn auch der mentale Part stimmen sollte, könnte uns hier ein weiteres Highlight einer imposanten Karriere bevorstehen.

Auch Diaz wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in den Käfig steigen, genau genommen liegt sein letzter Kampf sogar noch ein ganzes Stück länger zurück als Silvas: Im März 2013 war der Bad Boy aus Stockton zuletzt zu sehen, als er eine Fünf-Runden-Punktentscheidung an Georges St-Pierre verlor. Nach dem Kampf trat ein angesäuerter Diaz vom Kampfsport zurück, genau wie bereits ein Jahr zuvor nach einer Punktniederlage gegen Carlos Condit im Kampf um den Weltergewichts-Interimsgürtel. Am Samstag wird ihm mit Silva ein noch gefährlicherer Gegner gegenüberstehen – da man nicht wissen kann, was man Anfang 2015 von beiden Kämpfern erwarten kann, strahlt dieses Duell trotzdem eine besondere Faszination aus.

Co-Hauptkampf
Als Jon Jones und Chael Sonnen Anfang 2013 ihre Teams für die 17. "The Ultimate Fighter"-Staffel wählten, blieb ein junger, unscheinbarer Kerl als letzter Kämpfer übrig. Von Kelvin Gastelum (10-0) wurde im Vorfeld des Turniers angesichts des äußerst starken Teilnehmerfelds schlicht nicht viel erwartet, aber – wie das Internet sagen würde – was dann passierte, konnte niemand glauben. Wie ein Messer durch heiße Butter schnitt Gastelum durch seine drei Gegner und sicherte sich auf dem Weg ins Finale zwei Siege durch Aufgabe- und einen per K.o. Einzig Uriah Hall war innerhalb des TUF-Hauses noch beeindruckender, auch er musste sich dem Senkrechtstarter jedoch am Ende ihres Staffelfinal-Kampfes im April 2013 geschlagen geben. In den nicht einmal zwei Jahren seit diesem Triumph hat Gastelum noch vier weitere Kämpfe gewonnen, u.a. gegen Rick Story und zuletzt Jake Ellenberger.

Nach Hall und Ellenberger wird der 23-Jährige nun mit Tyron "T-Wood" Woodley (14-3) auf einen weiteren athletischen Power-Puncher treffen. Von sechs Kämpfen in der UFC hat der gelernte Ringer vier gewonnen, jeden davon vorzeitig. Zuletzt knockte er im August Dong Hyun Kim in nur 61 Sekunden aus, nachdem er knapp zwei Monate zuvor gegen Rory MacDonald nichts von seinem aggressiven Kampfstil zeigte und eine klare Punktentscheidung verlor. Die Resulate dieser beiden Kämpfe stehen stellvertretend für Woodleys bisherige UFC-Karriere, denn der große Haken seines eigentlich äußerst imposanten Laufs ist die Unberechenbarkeit, mit der er mal grandiose, mal völlig unbeeindruckende Leistungen abruft. Auf dem Papier ist Woodley nach Siegen gegen Namen wie Josh Koscheck und Carlos Condit daher eine gefährliche Ansetzung für jedes Weltergewicht, gegen einen Kelvin Gastelum muss "T-Wood" sein Potential aber auch am Kampfabend abrufen, ansonsten könnte es eine lange Nacht für ihn und der endgültige Durchbruch für Gastelum werden.

Geheimtipps
Jahrelang war er in der Versenkung verschwunden, nach nur einem Kampf seit Anfang 2012 soll am Samstag aber nun das "richtige" Comeback von Thiago "Pitbull" Alves (20-9) folgen. Bis Mitte 2009 zog der Brasilianer eine Schneise der Verwüstung durch die Weltergewichtsklasse, bevor seine Serie beim historischen "UFC 100"-Event von Georges St-Pierre gestoppt wurde. Seitdem hat der Thaibox-Experte nur die Hälfte seiner nächsten sechs Kämpfe gewinnen können, als größter Gegner hat sich in dieser Zeit jedoch seine eigene Gesundheit herausgestellt. Auf eine arteriovenöse Malformation, eine Komplikation zwischen Arterien und Venen, folgten schwere Muskel- und Knieverletzungen, die Alves in der sich stetig weiterentwickelnden Weltergewichtsklasse mit fortschreitender Zeit immer weiter in die Irrelevanz abgedrängt haben.

Über seinen immer noch bekannten Namen will der "Pitbull" sich nun zurück ins Rampenlicht kämpfen, und wo würde sich dieser Plan besser umsetzen lassen als in Las Vegas? Dort wird Alves am Wochenende auf Jordan "Young Gun" Mein (29-9) treffen, mit 25 Jahren und 38 Profi-Kämpfen einen der jüngsten Veteranen des Sports. Der Kanadier ist, wie Alves, meist in unterhaltsamen Duellen zu sehen und hat 16 seiner 29 Siege durch (T.)K.o. eingefahren. Bei Strikeforce und in der UFC musste er sich bisher lediglich Tyron Woodley und Matt Brown geschlagen geben, daneben konnte er in beiden Organisationen bisher insgesamt fünf Siege einfahren. Zuletzt schlug Mein im August Mike Pyle technisch K.o., nun soll mit dem Ex-Titelherausforderer Alves ein richtig wertvoller Name auf das Resümee.

Ebenfalls auf dem Programm steht der "Bonus-König", Joe "J-Lau" Lauzon (24-9). Der 13-fache Gewinner eines "Knockout-", "Submission-" oder "Fight of the Night"-Bonus wird in der MGM Grand Garden Arena auf den gefährlichen New Yorker Al "Ragin" Iaquinta (10-3-1) treffen.
Wer nicht noch extra für das Hauptprogramm bezahlen will, dem seien auf dem Vorprogramm der Fliegengewichtskampf zwischen "Uncle Creepy" Ian McCall (13-4-1) und dem schlagstarken John Lineker (24-7) sowie im Federgewicht das vielversprechende Grappler/Standkämpfer-Duell zwischen Diego Brandao (18-10) und Jimy Hettes (11-2) ans Herz gelegt.


Anbei das gesamte Programm:

UFC 183: Silva vs. Diaz
Samstag, 31. Januar 2015
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Anderson Silva vs. Nick Diaz
Tyron Woodley vs. Kelvin Gastelum
Joe Lauzon vs. Al Iaquinta
Thales Leits vs. Tim Boetsch
Thiago Alves vs. Jordan Mein

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Miesha Tate vs. Sarah McMann
Ed Herman vs. Derek Brunson
Ian McCall vs. John Lineker
Rafael Natal vs. Tom Watson

Diego Brandao vs. Jimy Hettes
Richardson Moreira vs. Ildemar Alcantara
Thiago Santos vs. Andy Enz