MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC on Fox 12

Ein neues Wochenende, ein neuer UFC-Event: Am Samstag schlossen sich im kalifornischen San José einmal mehr die Tore des Octagons, live übertragen auf dem populären TV-Sender Fox. Vor der nun anstehenden, ziemlich selten gewordenen Drei-Wochen-Pause vor der nächsten Veranstaltung konnten einige Kämpfer noch beeindruckende Statements setzen, die ihre Aussichten für den Rest des Jahres 2014 beachtlich verbessert haben.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Robbie Lawler
Einer der wohl offensichtlichsten Kandidaten für den „Kämpfer des Jahres“-Award 2014 ist am Samstag zum dritten Mal in knapp vier Monaten in den Käfig gestiegen. Fünf unterhaltsame Runden lieferte sich „Ruthless“ mit Matt Brown, der zwar die vollen 25 Minuten lang erbittert gegenhielt, am Ende des Tages aber vom besseren Kämpfer geschlagen wurde. Damit hat Lawler sich den versprochenen Rückkampf gegen Champion Johny Hendricks redlich verdient, der seit ihrem Duell Mitte März verletzt aussetzen musste. Nach drei großen Kämpfen hintereinander kann sich „Ruthless“ jetzt vermutlich erst einmal ein paar Wochen Ruhe gönnen, bevor er Trainingscamp Nummer vier in Angriff nimmt.

Zwar bedeutet Lawlers Sieg, dass im Weltergewicht der gleiche Titelkampf zum zweiten Mal hintereinander stattfinden wird, Lawlers beeindruckende Siege in der Zwischenzeit haben das Gefühl eines direkten Rückkampfes aber gar nicht erst aufkommen lassen, denn für das zweite Duell stellen sich nun etliche neue Fragen: Wird Lawler seine Erfolgswelle und die gewonnene Erfahrung aus drei aufeinanderfolgenden Kämpfen ausnutzen können? Hat Hendricks im Gegenzug die lange Verletzungspause geschadet? Kann der Champ mit dem verheilten Bizepsriss so viel mehr abrufen, dass es einen größeren Unterschied im Kampfverlauf macht? Wer diese Fragen beantwortet wissen oder einfach nur einen guten Kampf sehen will, darf sich freuen – in ein paar Monaten startet Runde sechs zwischen Lawler und Hendricks.

Anthony Johnson
Eine reife Leistung, die Anthony Johnson da aufs Parkett gelegt hat: Nicht nur sein 44-Sekunden-Knockout gegen Antonio Rogerio Nogueira, sondern sein gesamtes Karriere-Comeback seit der unehrenhaften Entlassung aus der UFC Anfang 2012 beeindruckt. Wobei Comeback vielleicht das falsche Wort ist – Johnson nutzt nun sein Potential aus, was ihm das sture Abkochen ins Welter- oder Mittelgewicht bis vor einigen Jahren noch verbaut hat.
Nach seinem überzeugenden, dominanten Punktsieg gegen Phil Davis im April hat „Rumble“ am Samstag nachgelegt. Mit zwei soliden Erfolgen im UFC-Halbschwergewicht hat er sich eine gute Basis geschaffen, um in den kommenden Monaten einen Angriff auf die Top Fünf und dann einen Titelkampf zu starten. Viele Möglichkeiten für seinen nächsten Kampf bleiben Johnson allerdings nicht. Für einen direkten Titelkampf ist es noch etwas zu früh, knapp darunter gibt es kaum passende Gegner. Die beste Option wäre es wohl, „Rumble“ gegen den Sieger des Kampfes zwischen Ryan Bader und Ovince St. Preux antreten zu lassen, die am 16. August im Hauptkampf der 47. UFC Fight Night aufeinandertreffen werden. Alternativ wäre sogar ein Kampf gegen Glover Teixeira möglich, falls die UFC dazu bereit ist, einen potentiellen Herausforderer gegen einen Ehemaligen zu stellen, der bereits recht deutlich von Jon Jones geschlagen wurde und damit für einen zeitnahen Rückkampf außer Frage steht.

Dennis Bermudez
Für viele aufstrebende Federgewichte dürfte es schwer mit anzusehen sein, wie Conor McGregor in seinem dritten UFC-Kampf bereits im Hauptkampf eines Events in seinem Heimatland steht und sich durch eine extrem große Klappe an einer ganzen Reihe von Mitbewerbern vorbeimogelt. Einer von denen, die sich seit Jahren abmühen, aber nie wirkliche Anerkennung dafür bekommen haben, ist Dennis Bermudez. Seit Mai 2012 hat der „The Ultimate Fighter“-Finalist der 14. Staffel sechs Gegner nacheinander besiegt, dümpelte dabei aber stets auf dem Vorprogramm herum.

Nun hat „The Menace“ zum ersten Mal seine Chance auf dem Hauptprogramm bekommen, und das gleich auf Fox. Gegen Clay Guida hat Bermudez das meiste aus dieser Chance gemacht, den Veteranen nach acht dominanten Minuten per Rear Naked Choke zum Abklopfen gezwungen und könnte damit endlich den lang ersehnten Durchbruch geschafft haben. Neben einem saftigen 50.000$-Scheck für die „Performance of the Night“ darf Bermudez sich jetzt wohl auf einen prestigeträchtigen nächsten Kampf freuen. Ein passender Gegner könnte beispielsweise Ricardo Lamas sein, der im Februar gegen José Aldo verlor und im Juni mit einem Sieg gegen Hacran Dias zurückkam. Alternativ könnte ein, wenn auch etwas weniger namhaftes, Duell mit Yuri Alcantara zeigen, welches der beiden Federgewichte in näherer Zukunft in Titelnähe kommen kann.