MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC on FOX 11

Fabricio Werdum verdiente sich am Samstag entgegen der Wettquoten einen Titelkampf gegen Cain Velasquez.

Die elfte Ausgabe der UFC auf FOX bot am Samstag trotz enttäuschender TV-Quoten reichlich Action sowie einige handfeste Überraschungen, die die Zukunft mehrerer Gewichtsklassen in den kommenden Monaten beeinflussen dürften.

Von Fabricio Werdums überraschendem Sieg gegen Travis Browne bis hin zu Thiago Alves’ brillantem Karriere-Comeback gab es am Wochenende viel zu sehen und zu diskutieren im Amway Center von Orlando. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Fabricio Werdum
Aus und vorbei schien es mit den Titelambitionen Fabricio Werdums im Octagon zu sein, als er 2008 von Junior dos Santos mit einem Aufwärtshaken auf die Bretter und aus der UFC geschickt wurde. Seitdem ist viel passiert in der Karriere des mittlerweile 36-jährigen Brasilianers, verloren hat er in den fünfeinhalb Jahren seit seiner Entlassung aber nur einen einzigen Kampf. Nach UFC-Siegen gegen Roy Nelson, Mike Russow und Antonio Rodrigo Nogueira hat sich „Vai Cavalo“ mit dem dominanten Punktsieg gegen Travis Browne nun doch noch seine Chance auf den wichtigsten Schwergewichtstitel der MMA-Welt gesichert – als Underdog bei den Buchmachern lieferte Werdum gegen den gefährlichen Browne eine äußerst solide Leistung ab. Obwohl Browne sich im Laufe der fünf Runden mehrere Verletzungen zuzog und Werdum ihn nicht vorzeitig stoppen konnte, hat der Brasilianer in allen Ebenen des Kampfes überzeugt. Solange dem Kampf in den kommenden Monaten nicht irgendetwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt, kann man also davon ausgehen, dass Werdum gegen Ende des Jahres auf Champion Cain Velasquez treffen wird.

Donald Cerrone
Ob Donald Cerrone als Sieger aus dem Octagon steigen wird, kann man nie ruhigen Gewissens vorhersagen - dass der Kampf spektakulär wird, davon kann man jedoch getrost ausgehen, wenn „Cowboy“ auf dem Programm steht. Cerrones Kampf gegen den brasilianischen Muay Thai-Spezialisten Edson Barboza hat dies am Samstag erneut mehr als deutlich gemacht. Barboza begann den Kampf aggressiv mit schnellen, harten Fäusten und Kicks und konnte Cerrone damit bereits in den ersten Sekunden ordentlich zusetzen. „Cowboy“ jedoch behielt die Ruhe, widerstand den Blitzattacken seines Gegners und erwischte ihn im richtigen Moment mit einer Linken, die Barboza zu Boden schickte und den Weg für den siegbringenden Rear-Naked Choke freimachte. Nach einem unruhigen Jahr 2013 hat sich Cerrone mit drei vorzeitigen Siegen innerhalb weniger Monate wieder ins Gespräch gebracht und könnte schon bald wieder ins Titelrennen einsteigen. Jemand, der in diesem Jahr ebenfalls diesen Anspruch hat, ist Myles Jury. Der 25 Jahre alte Team Alliance-Kämpfer hat erst im März gegen Diego Sanchez seinen fünften Sieg im Octagon eingefahren – der Sieger eines Kampfes zwischen ihm und Cerrone könnte sich in unmittelbarer Reichweite eines Titelkampfes positionieren. 

Thiago Alves
Zwei Jahre nach seinem letzten Kampf wurde am Samstag wieder der „Pitbull“ von der Leine gelassen – mit einem actionreichen Punktsieg gegen Seth Baczynski bog der ehemalige Titelherausforderer Thiago Alves vier Operationen nach seiner unglücklichen Niederlage gegen Martin Kampmann im März 2012 wieder auf die Siegerstraße ein. Von den zwei Jahren Abstinenz hat man dem Brasilianer dabei allerdings rein gar nichts angemerkt – sein bekanntes kraftvolles, dynamisches und technisch sauberes Thaiboxen war auch am Samstag in aller Pracht zu bewundern. Gut platzierte Schläge und vor allem Alves’ patentierte Lowkicks nahmen Seth Baczynski von Anfang an den Wind aus den Segeln. Lediglich dessen Kämpferherz ist es wohl zu verdanken, dass der Kampf nach drei Runden den „Fight of the Night“-Bonus erhalten hat und nicht bereits irgendwann in der zweiten oder dritten Runde vorbei war. In das momentan höchst chaotische Titelrennen im Weltergewicht wird Alves nach der langen Pause zwar nicht direkt mit einsteigen, dank seines Namens und seiner Leistung wird er aber in seinem nächsten Kampf höchstwahrscheinlich einen relativ bekannten Gegner vor die Fäuste bekommen – alles im Bereich von Kelvin Gastelum bis hin zu Matt Brown läge im Bereich des Möglichen.