MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Nights 45 und 46

Die 21 Kämpfe am Mittwoch und Samstag boten rasante Action en Masse (Foto: Zuffa LLC).

In der dritten Juli-Woche durften wir die positive Seite der viel kritisierten Fließband-Strategie der UFC kennenlernen – wenn die Kämpfe das halten, was sie versprechen, kann so ein UFC-Marathon über zwei Events innerhalb weniger Tage tatsächlich richtig Spaß machen.

Am westlichen Ende des Atlantiks sorgten am Mittwoch u.a. Donald Cerrone und Edson Barboza für Furore, bevor am Samstag auf einer kleinen Insel im Osten des großen Ozeans die Dubliner o2 explodierte, als Conor McGregor die Halle betrat. Von 21 Kämpfen innerhalb dieser Woche gingen nur fünf über die volle Distanz – kurz gesagt, eine Menge Kämpfer genießen gerade tief zufrieden ihre überzeugenden Siege und freuen sich auf einen vielversprechenden Rest des Jahres 2014. Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen der beiden Events:

Conor McGregor
So richtig überzeugt von Conor McGregor waren außerhalb Irlands bisher immer noch recht wenige Fans. Das lag weniger an seinen Leistungen im Octagon und mehr am unausgewogenen Verhältnis aus Trash Talk und tatsächlicher Kampfzeit in der UFC: die beiden Siege gegen Marcus Brimage und Max Holloway schienen einfach zu wenig zu sein, um derartige Mengen an Provokationen und Beleidigungen durch das Internet jagen zu dürfen. Mit seinem Erstrunden-Knockout gegen Diego Brandao hat McGregor diesen Glaubwürdigkeits-Rückstand nun zumindest teilweise aufgeholt – einen derartigen Sieg gegen einen gefährlichen Gegner unter dem immensen Druck einzufahren, den er sich mit seiner großen Klappe eingebracht hat, ist definitiv beeindruckend.

Was kommt als nächstes? Einen Sieg gegen einen Top Ten-Kämpfer braucht „The Notorious“ immer noch, denn vorher wird er als Kämpfer nicht den Respekt bekommen, den er seiner Meinung nach verdient. McGregor hatte schon vor Monaten, als der ursprünglich für Dublin geplante Kampf gegen Cole Miller noch stand, klargemacht, dass er lieber gegen Millers Teamkollegen Dustin Poirier kämpfen würde. Poirier hat in der UFC bisher mehr geleistet als McGregor und hat daher einen besseren Ruf bei den eingefleischten Fans, ist allerdings in der breiten Masse weniger bekannt – der Kampf würde aus diesem Grund für beide Seiten Sinn machen.

Einen Termin haben sich die zwei ebenfalls schon ausgeguckt: bei UFC 178 am 27. September in Las Vegas wollen sie ihren Konflikt im Käfig austragen, und derart konkreten Plänen sind Joe Silva und co. meist nicht besonders abgeneigt. Die Chancen stehen also gut, dass beim Mega-Event im Herbst nicht nur der Rückkampf zwischen Jon Jones und Alexander Gustafsson sowie der zurückkehrende Dominick Cruz eine Menge Aufmerksamkeit abbekommen, sondern auch zwei aufstrebende Federgewichte auf dem Weg zu einem Titelkampf.

Donald Cerrone
Bisher war Donald Cerrone der größte Feind seiner eigenen MMA-Karriere. Mal schien der „Cowboy“ einer der besten Kämpfer der Welt zu sein, mal kam er über bestenfalls Durchschnitt nicht heraus. Seit einem dreiviertel Jahr scheint Cerrone nun einen Rhythmus gefunden zu haben, denn die imposanten vorzeitigen Siege gegen Evan Dunham, Edson Barboza und nun Jim Miller gehören zu den beeindruckendsten seiner Karriere. Da er ohnehin schon einen bekannten Namen und eine Menge Persönlichkeit hat und zuletzt auf Fox sowie im Hauptkampf einer Fight Night zu sehen war, bringt der 31-Jährige marketingtechnisch beste Voraussetzungen mit, um sich in den kommenden Monaten in greifbare Nähe eines Titelkampfes zu bringen.

Mit einem weiteren Sieg im geplanten Kampf gegen Khabib Nurmagomedov bei UFC 178 hätte Cerrone dieses Ziel möglicherweise schon erreichen können, der Dagestani verletzte sich jedoch keine halbe Stunde nach Ankündigung des Kampfes und fällt für den 27. September aus. Da Cerrone angekündigt hat, dieses Jahr sechs Mal kämpfen zu wollen, macht der September-Event in Las Vegas zeitlich Sinn, jetzt fehlt nur noch ein passender Gegner. Allzu viele Möglichkeiten bleiben nicht – wenn Cerrone tatsächlich schnell wieder zurück ins Octagon will, bleibt außer Josh Thomson kaum jemand übrig, falls dieser bei UFC on Fox 12 am 26. Juli gegen Bobby Green gewinnt. Der „Punk“ hätte eigentlich Ende 2013 um den Titel kämpfen sollen, bevor Champion Anthony Pettis verletzt absagte und Thomson stattdessen wenig später eine kontroverse Punktentscheidung an Ben Henderson abgab.

Ilir Latifi
Das UFC-Debüt ist für einen aufstrebenden MMA-Kämpfer immer eine gewaltige Erfahrung, allerdings findet es meist verhältnismäßig unbeachtet auf dem Vorprogramm gegen einen ähnlich unbekannten Gegner statt. Ilir Latifi dagegen sprang eine knappe Woche vor dem Event für den Hauptkampf von UFC Schweden ein und stieg in seinem Debüt gegen einen starken, erfahrenen und sehr bekannten Gegard Mousasi ins Octagon. Die Riesen-Überraschung schaffte der „Sledgehammer“ an jenem Abend nicht, konnte mit seiner beherzten Leistung aber so einige neue Fans gewinnen.

Seit diesem Tag im April 2013 hat der Schwede mit armenischen Wurzeln gezeigt, wozu er unter besseren Voraussetzungen fähig ist – erst ließ er im März Cyrille Diabaté keine Chance und zwang ihn in der ersten Runde zur Aufgabe, jetzt schlug er Chris Dempsey in knapp zwei Minuten K.o. Zwar fanden diese beiden Kämpfe auf dem Vorprogramm statt, am 4. Oktober, auf der nächsten UFC-Show in Schweden, dürfte der 30-Jährige aber mit einiger Sicherheit einen Platz im Hauptprogramm bekommen. Passende Gegner wären beispielsweise Gian Villante, der bisher einige Siege bei Strikeforce und in der UFC einfahren konnte oder alternativ Robert Drysdale, der zwar erst einen Kampf in der UFC vorweisen kann, dank seiner guten Reputation als hochklassiger BJJ-Spezialist aber ebenfalls einen lohnenden Gegner darstellen würde.