MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 67

Carlos Condit beeindruckte in seinem Comeback-Kampf (Foto: Tobias Bunnenberg).

Am Wochenende war die UFC einmal mehr in Brasilien zu Gast. Und obwohl die Organisation mit nur 3.500 Zuschauern einen Negativ-Rekord in ihrem südamerikanischen Lieblingsreiseziel aufstellte, konnten innerhalb des Octagons einige Kämpfer überzeugen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Carlos Condit
Nach über einem Jahr in der Reha hat Carlos Condit mit seinem T.K.o.-Sieg gegen Thiago Alves gezeigt, dass er immer noch zur Spitze des Weltergewichts gehört. Wie es sich für einen ordentlichen Condit-Kampf gehört, steckte der ehemalige Interims-Champion in der ersten Runde zunächst etwas ein, drehte dann aber im zweiten Durchgang auf und brach dabei Alves’ Nase so offensichtlich, dass der Ringarzt das Duell in der Rundenpause abbrach.

Offiziell hat Condit damit immer noch nur zwei seiner letzten fünf Kämpfe gewonnen, die reine Statistik erzählt in diesem Fall aber wieder einmal nicht die ganze Geschichte. Ein verlorener Titelkampf gegen Georges St. Pierre, eine äußerst knappe Punktniederlage gegen Johny Hendricks und eine Knieverletzung gegen Tyron Woodley lassen keineswegs auf einen Negativtrend in der Karriere des 31-Jährigen schließen, was er in Goiania imposant unter Beweis stellte.

Condit selbst hat nach dem Kampf betont, gerne den Sieger des Weltergewichtstitelkampfes zwischen Robbie Lawler und Rory MacDonald antreten zu wollen. Verständlich, und angesichts der aktuellen Situation in der 77-Kilo-Klasse keine völlig unrealistische Aussicht. Gleichzeitig sind aber auch Tyron Woodley und Johny Hendricks momentan noch auf der Suche nach einem Gegner. Falls die beiden nicht gegeneinander angesetzt werden, dürften sie in der Nahrungskette momentan noch ein Stückchen über Condit stehen – vor allem, weil beide einen Sieg gegen den „Natural Born Killer“ ihr Eigen nennen können und während dessen Verletzungspause aktiv waren. Am wahrscheinlichsten ist daher wohl ein Titelkampf für Hendricks oder eventuell Woodley, während Condit einen Rückkampf gegen den jeweils anderen bekommt.

Darren Till
Kurzfristig eingesprungen, hinterließ Darren Till in seinem UFC-Debüt einen ziemlich guten Ersteindruck. Die durchschlagenden Ellbogenstöße, mit denen er Wendell Oliveira am Wochenende ins Land der Träume schickte, haben vermutlich das eine oder andere Weltergewicht im Kader der UFC aufhorchen lassen. Die brasilianischen Zuschauer im anschließenden Interview in fließendem Portugiesisch anzusprechen, hat Tills gelungene Show nur noch weiter abgerundet.

Der ursprünglich aus Liverpool stammende Engländer, der seit Jahren in Brasilien lebt und jeden seiner MMA-Kämpfe dort bestritten hat, hat sich mit diesem Sieg in eine immer länger werdende Reihe vielversprechender Talente im Weltergewicht eingereiht. Bis an die Spitze ist es für ihn aber trotzdem, oder gerade deshalb, noch ein weiter Weg. Mit 106 Kämpfern ist die 77-Kilo-Klasse die größte der UFC und bietet für vielversprechende Newcomer wie Till jede Menge Möglichkeiten. Einen interessanten Test könnte Claudio Henrique da Silva bieten – der 32-Jährige ist ein respektierter BJJ-Spezialist mit zwei Siegen in der UFC und einem Lebenswandel, der exakt gegenteilig zu Tills Werdegang verlief: Während Till aus Liverpool stammt und in Brasilien lebt, ist Silva in Brasilien aufgewachsen und lebt nun in London.

Mirsad Bektic
Der technische Knock-out in der zweiten Runde gegen Lucas Martins war genau die Art von Sieg, die Mirsad Bektic brauchte. Mit dem dominanten, aber unspektakulären Punktsieg gegen Paul Redmond in seinem letzten Kampf hat Top-Talent Bektic einmal mehr gezeigt, dass er großes Potential hat, für den Durchbruch war der Sieg aber nicht aussagekräftig genug. Vielleicht war das auch der Grund, warum der gebürtige Bosnier am Samstag im Vorprogramm versteckt wurde – eigentlich eine Schande, denn dort zeigte Bektic, dass sein gut abgerundeter Kampfstil gegen alle möglichen Gegnertypen funktioniert, in diesem Fall gegen einen gefährlichen Thaibox-Experten wie Martins.

Lässt sich nur hoffen, dass Bektic in seinem nächsten Kampf eine etwas prestigeträchtigere Position im Programm bekommt, in der er die Chance bekommt, sich einem größeren Publikum vorzustellen. Die bei talentierten Newcomern übliche Frage nach dem Weg an die Spitze stellt sich dabei natürlich auch bei Bektic: Wird die UFC ihm nach drei aufeinanderfolgenden Siegen einen bekannten Namen vorsetzen oder ihn weiter langsam aufbauen? Im stark besetzten Federgewicht gibt es jede Menge Optionen für beide Varianten, für erstere Route würde sich beispielsweise Charles Oliveira anbieten, der ein paar Stunden nach Bektics Kampf dessen Teamkollegen Nik Lentz zur Aufgabe gebracht hat. Falls es etwas langsamer gehen soll, würde auch ein zäher Veteran vom Schlage eines Darren Elkins sicherlich einen guten Test für Bektic bieten.