MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 66

Mark Munoz trat mit einem Knall von der großen Bühne ab (Foto: Nazariy Kryvosheyev).

Am Samstag war die UFC zum ersten Mal auf den Philippinen zu Gast und legte mit spannenden Kämpfen vor ausverkaufter Kulisse eine Punktlandung hin. Mit Gegard Mousasi, Mark Munoz, Costa Philippou und natürlich dem Top-Hauptkampf zwischen Frankie Edgar und Urijah Faber standen darüber hinaus relevante Namen und Kampfansetzungen auf dem Programm, die alle ganz unterschiedliche Ergebnisse herausgeholt haben.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Frankie Edgar
Frankie Edgar hat es nicht leicht. Seit mittlerweile fünf Jahren kämpft der 33-Jährige aus New Jersey durchgehend auf dem höchsten Level und hat dabei nie besser ausgesehen als in den vergangenen zwölf Monaten. Trotz vier Siegen in Folge und einer ultraknappen Punktniederlage gegen Champion José Aldo kann Edgar sich aber nicht sicher sein, wo er in der Federgewichtsklasse steht. Ob man nun der Meinung ist, dass Conor McGregor ihm seine zweite Chance unrechtmäßig vor der Nase weggeschnappt hat oder nicht – der anstehende Titelkampf des Iren hat Edgars Weg zurück an die Spitze definitiv verlängert und verkompliziert. Dabei ist gerade das aber vielleicht auch gar nicht so schlecht gewesen, denn letztlich hat Edgar die zusätzlichen Chancen, die sich dadurch aufgetan haben, bestmöglich genutzt.

Der Kampf gegen Urijah Faber war sicherlich nicht der spektakulärste oder spannendste, in dem man Edgar oder Faber je gesehen hat, das Ergebnis aber spricht für sich: Niemand hat es in den letzten Jahren geschafft, Urijah Faber derartig den Wind aus den Segeln zu nehmen und ausnahmslos jede Runde auf den Punktrichterzetteln einzusacken. Anstatt auf seine, wenn auch extrem beachtlichen, Nehmerfähigkeiten vertrauen zu müssen, kämpft die 2015er-Version von Frankie Edgar taktischer und effektiver: Weniger einstecken, systematischer Austeilen, lautet die Devise für „The Answer“, die zuletzt auch gegen Top-Leute bestens funktioniert hat. Das Timing für einen Titelkampf hätte zwar eigentlich auch schon nach Edgars Aufgabe-Sieg gegen Cub Swanson im November gepasst, nachdem McGregors Blockbuster-Duell mit Aldo nun aber bald aus dem Weg ist, dürfte nun eigentlich wirklich niemand mehr zwischen Edgar und einem Rückkampf gegen Aldo stehen – oder einem Kampf gegen McGregor, den viele Fans mit Edgars ringerischen Fähigkeiten im Hinterkopf vielleicht sogar lieber sehen würden. Der einzige, übrig gebliebene X-Faktor in dieser Planung heißt Chad Mendes, der mit Aldo ebenfalls über die volle Distanz ging und im April erst Ricardo Lamas in der ersten Runde ihres Kampfes ausgeknockt hat. Falls die UFC allerdings nicht einen der beiden durch ein direktes Duell verheizen will, dann dürfte Edgar derjenige sein, der sich noch einmal am Champion versuchen darf…

Mark Munoz
Mixed Martial Arts ist ein undankbarer Sport. Je bedeutender die Erfolge zu Glanzzeiten, desto unglamouröser der Abgang am Ende der Karriere, könnte man mit Blick auf Legenden wie Chuck Liddell oder BJ Penn meinen. Mark Munoz konnte nie die Erfolge der ganz Großen reproduzieren, stand aber trotzdem kurz davor, als jemand, der zu lange dabeigeblieben ist, in die Annalen des Sports einzugehen – vier niederschmetternde Niederlagen in fünf Kämpfen, allesamt durch Aufgabe oder Knockout, degradierten Munoz zwischen Mitte 2012 und Anfang 2015 vom potentiellen Titelherausforderer zum abgeschriebenen Blatt. Außerdem verpasste der 37-Jährige durch das Trainieren anderer Kämpfer, sein eigenes Training, die Verwaltung seines Gyms und die Reisen rund um die Welt eine Menge Schlüsselereignisse im Leben seiner Kinder. Mit anderen Worten: Munoz hat erkannt, dass es die beste Entscheidung sein dürfte, dieses Kapitel seines Lebens abzuschließen. Schon als dieser Kampf angekündigt wurde, war klar, dass er Munoz’ letzter Auftritt im Octagon werden würde, unabhängig vom Ergebnis.

Mit Luke Barnatt hat Munoz dabei keine leichte Aufgabe vor den Fäusten gehabt, die er aber nichtsdestotrotz mit Bravour gemeistert hat. Eine die meiste Zeit über geschickt angewandte Mischung aus harten Schlägen, Takedowns und Munoz’ gefürchtetem Groundandpound sicherten dem Kalifornier schließlich einen eindeutigen Punktsieg, der stark an den Sieg gegen Tim Boetsch vor zwei Jahren erinnerte. Im Anschluss würdigte Munoz während einer langen Dankesrede seine Unterstützer und legte seine Handschuhe in der Mitte des Octagons symbolisch nieder. Ein hochemotionaler Moment für den langjährigen Kämpfer, Trainer und Gym-Besitzer, der sich ins Private zurückziehen und von nun an wieder dem Familienleben widmen wird.

Neil Magny
Conor McGregor hat nach fünf UFC-Kämpfen einen Titelkampf bekommen, Dan Hardy nach vier und Joanna Jedrzejczyk nach zweien – Neil Magny hat seit Februar 2014 ganze sieben Mal nacheinander im Octagon gewonnen und trotzdem würden ihn viele UFC-Fans wohl nie auf der Straße erkennen. Magnys Gegner wurden mit der Zeit zwar zunehmend gefährlicher, aber nicht namhafter – von aufstrebenden Talenten wie William Macario und Alex Garcia über etablierte Veteranen wie Tim Means bis hin zu körperlich überlegenen K.o.-Maschinen wie seinen Gegner vom Samstag, Hyun Gyu Lim: Magny hat sich gegen eine lange Reihe der verschiedensten Gegnertypen behauptet und sollte in seinem nächsten Kampf definitiv einen prestigeträchtigen Namen vorgesetzt bekommen, der ihm die Chance bietet, endlich mehr Aufmerksamkeit zu bekommen als bisher.

Den Sprung in die offizielle Rangliste zumindest hat er schon mal geschafft – sich auf Platz 13 in der hart umkämpften Weltergewichtsklasse vorzuarbeiten, ist eine Leistung für sich, mit der er momentan sogar den hoch gehandelten Gunnar Nelson überholt hat. Ein Kampf gegen den Sieger des nächsten Kampfes des Isländers könnte trotzdem Sinn machen: Nelson wird im Juli bei UFC 189 auf John Hathaway treffen – beides namhafte Kämpfer, die Magny nach vorne bringen könnten. Alternativ braucht auch Tarec Saffiedine noch einen Gegner für seinen ersten Kampf nach der bitteren Niederlage gegen Rory MacDonald im vergangenen Oktober. Gegen wen auch immer Neil Magny als nächstes in den Käfig steigen wird: Für ihn ist es langsam an der Zeit, die Früchte seiner Arbeit einzustreichen.