MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 62

Demian Maia hinderte am Samstag Ryan LaFlares Hype-Zug an der Abfahrt (Foto: Tobias Bunnenberg).

Wer dem Geschehen in der UFC nicht völlig rigoros folgt, kannte wohl kaum einen Namen auf dem Programm der 62. UFC Fight Night, die am vergangenen Wochenende in Rio de Janeiro stattgefunden hat. Trotzdem sorgten die insgesamt 24 Kämpfer für den einen oder anderen spektakulären Moment – neben zwei höchst fragwürdigen Ringrichter-Entscheidungen waren das ansonsten glücklicherweise nur positive Leistungen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Demian Maia
Als Demian Maia zu Beginn seiner UFC-Karriere einen Gegner nach dem anderen die Überlegenheit seines BJJ spüren ließ, schien sich langsam aber sicher ein neuer Star im Mittelgewicht zu entwickeln. Von diesem Potential ist 2015 nicht mehr viel übriggeblieben, und doch hat Demian Maia, mittlerweile im Weltergewicht unterwegs, mit seinem Punktsieg gegen den hoch gehandelten Ryan LaFlare gezeigt, dass mit ihm immer noch zu rechnen ist.

Mit diesem Sieg könnte sich Maia als „Gatekeeper“ in der momentan extrem stark umkämpften Weltergewichtsklasse etabliert haben. Ob dem BJJ-Experten das gefällt oder nicht, ist natürlich eine andere Frage, immerhin schwingt in diesem Ausdruck stets ein negativer Beigeschmack mit. Trotzdem zeigt ein Blick auf seine letzten Kämpfe, dass Maia gegen die Top-Leute meist knapp den Kürzeren zieht, aber jeden unterhalb dieses Niveaus deutlich in seine Schranken weisen kann. Was natürlich die Frage nach seinem nächsten Gegner in den Raum wirft. Stilistisch wäre ein Duell mit Gunnar Nelson sicherlich hochinteressant, allerdings hat der Isländer seinen letzten Kampf nach Punkten gegen Rick Story verloren. Story selbst ist dabei allerdings keine besonders spannende Alternative, der Ende 2012 von Maia in der ersten Runde ihres Kampfes zur Aufgabe gezwungen wurde. Letztlich wird es für Maia also wohl auf das Timing ankommen – falls er bereit ist, ein wenig zu warten, könnte er auf Tyron Woodley treffen, der nach seinem Sieg gegen Kelvin Gastelum momentan einen gebrochenen Fuß ausheilt.  

Godofredo Pepey
Es gibt Kämpfer, die ihre Karriere als geschäftliche Investition sehen und für die der Sieg – egal wie überzeugend oder (un-) spektakulär – das einzige ist, was zählt. Dann gibt es Kämpfer, die scheinbar nur aus der Motivation heraus den Käfig betreten, ihren Gegner auf möglichst spektakuläre Art und Weise aus dem Weg zu räumen. Godofredo Pepey zählt sicherlich zu letzterer Kategorie – der 27-jährige Brasilianer hat das Octagon bisher ausschließlich in seinem Heimatland betreten und am Samstag zum dritten Mal hintereinander einen Bonus für die „Performance of the Night“ abgeräumt. Die insgesamt 150.000 Dollar an Bonuszahlungen hat er sich dabei redlich verdient, denn seine letzten drei Siege hat er per eingesprungenem Kniestoß, Triangle Armbar aus der Mount und, am Samstag gegen Andre Fili, via eingesprungenem Triangle Choke eingefahren.

Der stets aggressiv kämpfende Pepey wird sich mit seinem riskanten Kampfstil wohl nie einen UFC-Titelgürtel holen können, auf den brasilianischen Fight Night-Shows steht er aber seit jeher für garantierte Action. Mit Andre Fili hat die UFC das Niveau seiner Kontrahenten ein Stück weit angehoben, einen großen Namen mit Siegesserie im Rücken wird Pepey trotz drei spektakulärer Siege in Folge aber wohl trotzdem noch verwehrt bleiben. Stattdessen könnte man ihn in einigen Monaten gegen den Sieger des Kampfes zwischen Diego Brandao und Jimy Hettes sehen, die bei UFC on FOX 15 am 18. April aufeinandertreffen werden oder alternativ gegen Hatsu Hioki, falls er am 16. Mai in Manila Dan Hooker besiegen kann  – aus gutem Grund vermutlich wieder im ersten Hauptkampf einer brasilianischen Fight Night.

Kevin Souza
Kevin Souza brauchte als ehemaliger Boxer nach eigenen Angaben lange, um sich mit dem MMA anzufreunden, bevor er sich schließlich selbst im Käfig versuchte. Ein Glück, dass er diesen Schritt gegangen ist, denn der ehemalige Jungle Fight-Champion hat sich nach drei Kämpfen in der UFC als jemand entpuppt, den man auf dem Schirm haben sollte. Nach einem knappen Punktsieg in seinem Debüt gegen Felipe Arantes hat er nun nacheinander Mark Eddiva und Katsunori Kikuno auf die Bretter geschickt, was ihm für seinen nächsten Kampf einen etwas bekannteren Gegner bescheren sollte.

Interessant könnte dabei möglicherweise ein Duell mit Dennis Siver sein, der natürlich ebenfalls einen Hintergrund im Standkampf hat und mit seiner Niederlage gegen Conor McGregor auf eine 1-2-Bilanz (abzüglich des No Contest gegen Manny Gamburyan) in seinen letzten drei Kämpfen abgerutscht ist. Der Kampf hat das Potential, spektakulär zu werden und entweder als Comeback für Siver zu dienen oder den Zuschauern mit Souza einen neuen Top-Kämpfer vorzustellen – beides dürfte der UFC mehr oder weniger recht sein.