MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 61

Frank Mir gelang in Brasilien ein triumphales Comeback (Foto: Tobias Bunnenberg).

Zum ersten Mal in diesem Jahr ging es für die UFC am vergangenen Sonntag nach Brasilien. Wie so oft, bestand das Programm größtenteils aus einer Reihe einheimischer Kämpfer, die den Wettquoten nach deutlich unterlegenen Gegnern aus anderen Ländern gegenüberstanden. An diesem Abend jedoch sorgten die vermeintlichen Opferlämmer für einen unwahrscheinlichen Rekord: Ganze zehn Underdogs nacheinander brachten ein ums andere Mal die brasilianischen Zuschauer zum Schweigen und so manchen Buchmacher zum Verzweifeln.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Frank Mir
Einfach war es im vergangenen Jahr nicht, Frank Mir zu sein. Im Mai 2013 kämpfte der ehemalige UFC-Schwergewichtschampion noch gegen Junior dos Santos um seinen früheren Gürtel, auf eine K.o.-Niederlage in diesem Kampf folgten noch drei weitere Rückschläge. Nachdem er im Februar 2014 eine deutliche Punktentscheidung an Alistair Overeem abgab, nahm Mir sich eine Auszeit, ließ die ein oder andere alte Verletzung heilen, stellte sein Training um und erntete am Wochenende die Früchte dieser Anstrengungen. Der Erstrunden-K.o. gegen "Bigfoot" Silva wird ihm sicherlich keinen Titelkampf einbringen, hält ihn aber bis auf weiteres in seiner alten Position als respektierter Alter Hase, der noch nicht völlig zerschossen ist und immer noch Fans zieht.

Ausruhen darf Mir sich auf seinen Lorbeeren natürlich trotzdem nicht, denn dieser Sieg wird wohl auch bedeuten, dass er weiterhin Top-Gegner vor die Fäuste bekommen wird. Ob UFC-Rückkehrer Mirko Cro Cop noch dazugehört, wird sich am 11. April in Krakau gegen Gabriel Gonzaga zeigen – der Kroate hatte Interesse bekundet, seine alten UFC-Niederlagen rächen zu wollen, zu denen auch Mir gehört. Ob die UFC diesen Rückkampf angesichts des über weite Strecken ereignislosen ersten Duells für eine gute Idee hält, darf allerdings bezweifelt werden. Ansonsten braucht Josh Barnett noch einen Gegner für seinen eigenen Comeback-Kampf und auch Ben Rothwell stand seit seinem K.o.-Sieg gegen Alistair Overeem im September nicht mehr im Octagon.

Michael Johnson
Nach zwei Niederlagen in Folge kämpfte Michael Johnson im August 2013 gegen Joe Lauzon eigentlich um seinen Job, letztlich aber startete "The Menace" an jenem Abend eine beeindruckende Siegesserie, die er am Wochenende hinter feindlichen Linien beeindruckend ausgebaut hat. Mit der Punktentscheidung gegen den gefährlichen Thaiboxspezialisten Edson Barboza hat Johnson nun vier sehr solide Siege nacheinander auf der Bilanz stehen und dürfte damit  einen weiteren Sprung in der Nahrungskette hinlegen.

Gleichzeitig geht es im geschäftigen Leichtgewicht aber angesichts der schieren Masse an Top-Kämpfern stets nur langsam voran -  die ganz großen Namen werden Johnson also voraussichtlich noch vorenthalten bleiben, sofern Ben Henderson nicht doch in die 70-Kilo-Klasse zurückkehrt. Alternativ könnte ein Duell mit dem Sieger des Kampfes zwischen Jorge Masvidal und Al Iaquinta (UFC Fight Night 62, 4. April) interessant sein oder auch mit Josh Thomson, falls dieser am 21. März bei der 63. UFC Fight Night Gilbert Burns schlagen kann. 

Matt Dwyer
Auf den ersten Blick schien es so, als wenn Matt Dwyer einzig aus dem Grund nach Brasilien geflogen wurde, um dem Lokalmatadoren William Macario einen leichten und spektakulären Sieg zu ermöglichen. Die harten Fäuste des Brasilianers und der recht offene Kampfstil des Kanadiers schienen wie gemacht für einen spektakulären K.o., der dann auch tatsächlich eintrat. Allerdings nicht so, wie erwartet, denn letztlich war es Dwyer, der "Patolino" in Poro Alegre mit einem Superman-Punch zum Schock der ganzen Halle auf die Bretter gehen ließ und dafür obendrein noch 50.000 Dollar für die "Performance of the Night" einsackte.

Nachdem er im vergangenen Oktober von Albert Tumenov regelrecht zerstört wurde, hat dieser Sieg Dwyer als allererstes den Job gerettet und seinem Bankkonto ein nettes Polster verschafft, in der aktuellen Rangliste bleibt er aber natürlich trotzdem irrelevant. Vermutlich wird sein nächster Gegner also ebenfalls jemand aus dem weiten Mittelfeld sein, der einen aktuellen Erfolg verbuchen konnte, beispielsweise der Sieger einer der drei Weltergewichtskämpfe bei UFC Polen. Neben Duellen zwischen Seth Baczynski und Leon Edwards sowie Pawel Pawlak und Sheldon Westcott wird dort auch der Balinger Peter Sobotta ins Octagon steigen und gegen Sérgio Moraes versuchen, seinen zweiten UFC-Sieg zu holen.