MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 57

Frankie Edgar fuhr gegen Cub Swanson einen dominanten Sieg ein (Foto: Zuffa LLC).

Eine Menge Action gab es am vergangenen Wochenende im texanischen Austin zu sehen – Deutschlands Nick Hein ging auf dem Vorprogramm gegen James Vick leer aus, eine Reihe anderer Kämpfer konnten dafür große Siege einfahren, die ihren Karrieren einen soliden Schub geben dürften.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Frankie Edgar
Armer Cub Swanson – seinen Titelkampf hatte er in der Theorie eigentlich schon sicher, trotzdem entschied er sich dafür, diesen Kampf gegen Frankie Edgar anzunehmen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte, denn nach einer ausgeglichenen ersten Runde übernahm Edgar wie gewohnt das Ruder, hier jedoch noch um einiges klarer als in den meisten seiner bisherigen Kämpfe. Nur vier Sekunden vor Kampfende gelang ihm dann auch noch der vorzeitige Sieg mit einer Mischung aus Rear Naked Choke und Genickhebel.

Bei aller Dominanz gegen Swanson hat Edgar zwei Probleme: Zum einen hatte er 2013 bereits seine Chance gegen Aldo und verlor nach Punkten, zum anderen sitzt in Dublin gerade ein in Maßanzügen verpackter Ire, der es dank cleveren Selbst-Marketings in Rekordzeit ins Titelgeschehen geschafft und ganz nebenbei noch seine ersten vier Kämpfe in der UFC überzeugend gewonnen hat. Conor McGregor muss im Januar erst einmal an Dennis Siver vorbei, falls er das jedoch schaffen sollte, dürften Edgars Chancen auf einen Aldo-Rückkampf dramatisch sinken.

Nimmt man Aldo aus dem Geschehen, bleiben nicht viele andere Optionen für Edgar übrig. Die offensichtlichsten Alternativen wären Chad Mendes und Ricardo Lamas – Mendes jedoch hat, wenn auch in einem hochspannenden Kampf, gerade erst gegen Aldo verloren, Lamas einige Monate zuvor in einem recht unspektakulären Duell ebenfalls. Edgar hat seit seiner Titel-Niederlage am meisten gearbeitet, eine Niederlage gegen Mendes oder Lamas würde die UFC jedoch erst recht in eine Zwickmühle stecken. Um dieses Risiko gar nicht erst einzugehen, müsste man Edgar entweder doch auf Aldo ansetzen, oder ihm jemanden geben, der in der Rangliste weit unter ihm steht. Der nächste freie Kämpfer mit einem Sieg im Rücken ist jedoch Nik Lentz auf Nummer 9 – ein Kampf, der für Edgar wenig Sinn machen würde. Auf den Sieger des Duells McGregor/Siver zu warten, würde ihm eine lange Pause einbringen, womit Mendes und Lamas am Ende als einzig sinnige Gegner übrig bleiben. Bleibt für Edgar also nur, auf einen wohl platzierten Spinning Back Kick von Dennis Siver zu hoffen…

Joseph Benavidez
Benavidez ging als höchster Favorit des ganzen Programms in seinen Kampf gegen den recht unbekannten Dustin Ortiz und gewann am Ende „nur“ nach Punkten. Trotzdem konnte „Joe B-Wan Kenobi“ mit einer beeindruckenden Leistung rundum überzeugen. Harte, schnelle und präzise Kombinationen im Stand und gute Übergänge zu seinen Takedowns sorgten für einen deutlichen Punktsieg in einem höchst unterhaltsamen Kampf, was zum Teil jedoch auch Dustin Ortiz zuzuschreiben ist. Der Trainingspartner von Pascal Krauss ließ sich von harten Gegentreffern nicht entmutigen und hielt stets entschlossen dagegen – mit etwas schlechteren Nehmerfähigkeiten hätte dieser Kampf durchaus auch schon vorzeitig enden können.

Eine glanzvolle Leistung von Benavidez, der sich nun jedoch in einer etwas verzwickten Position befindet, die der von Frankie Edgar ähnelt. Zwei Mal hat Benavidez bereits gegen den momentan unantastbar wirkenden Champion Demetrious Johnson verloren. Während der erste Kampf denkbar knapp war, wurde Benavidez im zweiten Duell Ende 2013 nach wenigen Minuten ausgeknockt, was seine Chancen auf einen dritten Kampf schlecht aussehen lässt. Wie Benavidez am Samstag und mehrere Male zuvor bewiesen hat, ist er so ziemlich jedem anderen Fliegengewicht in der UFC jedoch einen Schritt voraus. Mit Ian McCall und Jussier Formiga hat er darüber hinaus zwei Top 5-Kämpfer geschlagen, viele Möglichkeiten bleiben also nicht übrig, wenn Benavidez keine längere Pause einlegen will. Ein Weg wäre, zwischen ihm und John Dodson einen Kampf um den Status des nächsten Herausforderers anzusetzen, wenn Dodson sich von seiner Knieverletzung erholt hat. Eine Alternative könnte jedoch auch John Lineker sein, der sich zumindest selbst in unmittelbarer Titelnähe sieht und Benavidez mit seiner enormen Schlagkraft eine andere Herausforderung bieten würde als seine letzten Gegner.

Paige van Zant
Paige van Zants UFC-Traum platzte fürs Erste, als sie dank ihres 1994er-Jahrgangs aus dem Teilnehmerfeld der aktuellen „The Ultimate Fighter“-Staffel ausgeschlossen wurde, an deren Ende die erste Championesse der neuen Strohgewichtsklasse gekrönt werden wird. Im Rückblick scheint diese Enttäuschung gar nicht so tragisch zu sein, denn so bekam sie die Chance auf diesen Debüt-Kampf, den sie am Samstag sehr beeindruckend gewann. Ihr Duell mit Kailin Curran war über weite Strecken wenig technisch, dafür aber umso unterhaltsamer und zeigte eine Menge Potential bei der erst 20-jährigen Kalifornierin. Körperlich schien sie ein ganzes Stück stärker zu sein als Curran, die sie in der dritten Runde per T.K.o. stoppen konnte, und Zeit genug für technische Fortschritte hat sie allemal.

Dank ihres Aussehens und ihrer Frohnatur besitzt das ehemalige Model darüber hinaus auch außerhalb des Käfigs die Voraussetzungen, um zu einem Fanliebling zu werden. In Bezug auf ihre nächste Gegnerin gibt es nur zwei Möglichkeiten – entweder, sie wird auf eine der vielen TUF-Teilnehmerinnen angesetzt, oder eine der wenigen Kämpferinnen, die bisher ebenfalls Erfolg im Strohgewicht hatten. Falls direkt eine potentielle Herausforderin auf den noch vakanten Gürtel aufgebaut werden soll, könnte man van Zant auf die Siegerin des Kampfes zwischen Cláudia Gadelha und Joanna Jedrzejczyk ansetzen, die bereits jeweils einen UFC-Sieg ihr Eigen nennen können und im Dezember bei UFC on FOX 13 aufeinandertreffen werden.