MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 56

Senkrechtstarter Thomas Almeida hat nach seinem "Fight of the Night"-Debütsieg gut Lachen (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de).

Nicht nur in Sydney wurde am Wochenende das Octagon aufgebaut, auch in Brasilien fand eine UFC Fight Night statt. Genauer gesagt die 56. Ausgabe der Reihe in Uberlandia – zwar konnte die Show im Großen und Ganzen nicht mit ihrem australischen Pendant vom Vortag mithalten, einige Überraschungen und spannende Kämpfe gab es aber auch hier zu sehen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Ovince St. Preux
Einige ziemlich verrückte Wochen liegen hinter Ovince St. Preux. Frisch von seiner Niederlage gegen Ryan Bader hätte er eigentlich in einem Drei-Runden-Kampf auf den weitgehend unbekannten Francimar Barroso treffen sollen. Nachdem Jimi Manuwa sich jedoch verletzte, musste ein Ersatzgegner für „Shogun“ Rua her, und „OSP“ bekam den Zuspruch für den auf fünf Runden angesetzten Hauptkampf gegen die Legende. Die scheinbar weit größere Herausforderung war letztlich schneller vorüber als Bruce Buffers Kämpfer-Vorstellung, denn St. Preux schickte seinen populären Gegner nach einer knappen halben Minute mit einem linken Konterhaken auf die Bretter. 

Die Punktniederlage gegen Bader hat St. Preux damit grandios überschattet und sich gleichzeitig wieder in die interessanten Regionen des Halbschwergewichts vorgearbeitet, allerdings bleiben immer noch die Fragen nach seiner Kondition und ringerischen Defensive bestehen – die aktuelle Situation im Halbschwergewicht macht es auch nicht unbedingt wahrscheinlich, dass jemand geeignetes diese vermeintlichen Schwachstellen St. Preuxs in näherer Zukunft austestet.. „OSP“ selbst forderte nach dem Kampf etwas überraschend den weitaus niedriger gelisteten Fabio Maldonado aus, der natürlich ohne Umstände annahm. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die UFC sich im Falle St. Preuxs eher im Bereich der unteren Top Ten orientiert, wo zum Beispiel Ruas eigentlicher Gegner Jimi Manuwa warten würde. Stilistisch könnte dieser Kampf interessant sein und außerdem einem neuen Gesicht den Weg in Richtung der wirklich prestigeträchtigen Ansetzungen ebnen.

Thomas Almeida
Mit 16 aufeinanderfolgenden Siegen, die meisten davon Knockouts, galt Thomas Almeida im Vorfeld seines UFC-Debüts am Samstag als eines der vielversprechendsten Talente der Federgewichtsklasse. Zwar konnte „Thominhas“ seinen Gegner Tim Gorman am Wochenende nicht vorzeitig besiegen, im Laufe der drei Runden zeigte er aber sowohl eine für seine 23 Jahre bemerkenswerte Ruhe, Kondition, Technik und nicht zuletzt Herz. Die 50.000 Dollar für den „Fight of the Night“-Bonus haben die beiden sich redlich verdient, und für Almeida schließen sie einen rundum gelungenen Einstand in der UFC gebührend ab.

Wie immer bei vielversprechenden, jungen Talenten gibt es ab jetzt im Grunde genommen nur zwei Wege für Almeida – entweder, die UFC versucht, ihn behutsam aufzubauen und Erfahrung im Octagon sammeln zu lassen, oder er wird direkt ins Haifischbecken geworfen und bekommt einen etablierten Gegner vorgesetzt. Angesichts seines Alters dürfte erstere Route wahrscheinlicher sein, eine Möglichkeit in dieser Richtung wäre beispielsweise Mike Wilkinson, der nach seinem überraschenden Erstrunden-K.o. gegen Niklas Bäckström eine Menge Momentum hinter sich hat, allerdings in den Ranglisten momentan keine Rolle spielt.

Colby Covington
Neue Kämpfer verpflichtet die UFC oft dann, wenn ein Event in deren Heimatstadt/-region/-Land ansteht. Colby Covington dagegen hat innerhalb weniger Monate seine ersten beiden UFC-Kämpfe auf zwei unterschiedlichen Seiten der Erde bestritten und zwei Mal überzeugend gewonnen. Seinem durch Schläge herbeigeführten Aufgabesieg im August in Macau ließ er am Wochenende einen Aufgabe-Sieg gegen Wagner Silva folgen.

In der hart umkämpften Weltergewichtsklasse ist es natürlich schwierig, irgendwie hervorzustechen und sich seinen Weg nach oben zu bahnen; vor allem, wenn man in den ersten Vorkämpfen feststeckt. Diese Zeiten sollten für Covington vorerst einmal vorbei sein – zwei vorzeitige Siege dürften dem 26-Jährigen aus dem American Top Team eine kleine Beförderung nach oben einbringen. Ein geeigneter Tanzpartner könnte beispielsweise Chris Clements sein, der nur einen Tag vorher in Sydney Vik Grujic ausknocken konnte.