MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 55

Konnte Luke Rockhold sich mit seinem Aufgabe-Sieg in Sydney den nächsten Titelkampf sichern? (Foto: Zuffa LLC)

Auf dem Papier sah die 55. UFC Fight Night im australischen Sydney nicht nach viel aus, in der Praxis überzeugte der Event aber restlos. Alle elf Kämpfe endeten vorzeitig, womit die Veranstaltung einen Rekord in der modernen Ära der UFC aufstellte.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Luke Rockhold
„Michael Bisping besiege ich mit einer Hand“, kündigte Luke Rockhold im Vorfeld des Kampfes gegenüber GNP an, und diese Vorhersage hat das 30-jährige Mittelgewicht aus der American Kickboxing Academy am Wochenende wahr gemacht. Im ersten Durchgang ihres auf fünf Runden angesetzten Hauptkampfes hielt Rockhold sich auffällig zurück und zeigte kaum Offensive. Das änderte sich in Runde zwei, und nachdem Bisping den ersten Kicks und Schlägen noch knapp ausweichen konnte, läutete schließlich ein Headkick den Anfang vom Ende ein. Rockhold folgte seinem Gegner auf den Boden und zwang ihn mit einem One-Arm-Guillotine-Choke zum Abklopfen, während er sich mit einem Arm auf der Matte abstützte.

Rockhold verbesserte seine UFC-Bilanz damit auf drei Siege bei nur einer Niederlage, in seinem Debüt gegen einen Vitor Belfort auf der Höhe seiner TRT-Nutzung (Testosteron-Ersatz-Therapie). Mit zusätzlichen Strikeforce-Siegen u.a. gegen „Jacare“ Souza und Tim Kennedy im Rücken kann der Kalifornier extrem starke Argumente in der Diskussion um den nächsten Titelherausforderer nach Belfort anbringen. Ob er seine Chance auf den Mittelgewichtsgürtel tatsächlich als nächstes bekommt, bleibt allerdings fraglich, denn Chris Weidman und Belfort werden erst Ende Februar aufeinandertreffen, was für Rockhold eine lange Pause bedeuten würde.

Trotz seines Punktsieges gegen „Jacare“ Souza macht ein Rückkampf ihres mittlerweile drei Jahre alten Duells momentan wohl am meisten Sinn, denn auch der Brasilianer konnte in der UFC mit vier aufeinanderfolgenden, dominanten Siegen mehr als überzeugen. Alternativ würde auch der gerüchteweise bereits in der Vergangenheit geplante Kampf gegen Lyoto Machida im Bereich des Möglichen liegen, sofern der Ex-Champion am 20. Dezember CB Dollaway schlagen kann.

Al Iaquinta
Die Leichtgewichtsansetzung zwischen Ross Pearson und Al Iaquinta schien im Vorfeld eher dazu gedacht gewesen zu sein, den Veteranen Pearson auf dem Weg zu prestigeträchtigeren Duellen beschäftigt zu halten. Jemand muss vergessen haben, Al Iaquinta Bescheid zu geben, denn der Teamkollege von Mittelgewichtschampion Chris Weidman schickte Pearson in Runde zwei auf die Bretter und sicherte sich damit den bei weitem größten Sieg seiner noch jungen Karriere.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie es weitergehen soll? Die oberen Regionen des Leichtgewichts sind momentan mal wieder hart umkämpft und viele Kämpfer bereits verplant. Eine spannende nächste Ansetzung könnte dabei Iaquinta gegen den Sieger des Co-Hauptkampfes der 57. UFC Fight Night am 22. November sein, in dem Bobby Green und Edson Barboza aufeinandertreffen werden. Angesichts seiner fehlenden Star-Power könnte es aber auch gut sein, dass die UFC-Matchmaker Iaquinta zunächst noch gegen jemanden aus dem Mittelfeld ansetzen, beispielsweise den Sieger des Kampfes zwischen K.J. Noons und Daron Cruickshank, die am 12. Dezember in Las Vegas aufeinandertreffen werden.

Robert Whittaker
Eine der überraschenderen Karriere-Wendungen der letzten Monate kam ans Licht der Öffentlichkeit, als Robert Whittaker nach zuletzt zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen und einem recht glanzlosen Sieg im Weltergewicht seinen Wechsel ins Mittelgewicht bekanntgab. Zu allem Überfluss wurde er dort auch gleich noch in Form von Clint Hester gegen jemanden angesetzt, der vor nicht allzu langer Zeit noch mit dem Gedanken gespielt hat, rauf ins Halbschwergewicht zu wechseln.

Der Massen-Unterschied schien Whittaker letztlich im Octagon jedoch kaum zu stören, denn der junge Australier behielt im Stand auch in den wildesten Schlagabtauschen meist die Oberhand und landete harte Treffer an Hesters Kinn. In Runde zwei machte er dann mithilfe eines Kniestoßes den Sack zu und konnte damit den größten Sieg seiner bisherigen Karriere samt Bonus für den „Fight of the Night“ feiern. Mit einem derart spektakulären Sieg gegen eines der kraftvolleren Mittelgewichte des UFC-Kaders in einer neuen Gewichtsklasse zu debütieren, dürfte Whittaker eine komfortable Ausgangsposition in der 85-Kilo-Klasse verschaffen. Hocharbeiten muss sich der 23-Jährige auf der Rangliste trotzdem noch, was sich zum Beispiel mit einem Sieg gegen Luke Barnatt bewerkstelligen ließe, falls dieser am 22. November Roger Narvaez besiegen kann.