MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 54

Für Rory MacDonald wird es in seinem nächsten Kampf mit einiger Sicherheit um den Titel gehen (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Nur wenige Stunden nach UFC Schweden startete auf der anderen Seite des Atlantiks gleich die nächste UFC Fight Night im kanadischen Halifax. Im Hauptkampf des Events zementierte Rory MacDonald seine Ansprüche auf einen Titelkampf mit einem T.K.o.-Sieg gegen Tarec Saffiedine, ebenso wie einige Minuten zuvor Raphael Assuncao mit seinem Punktsieg gegen Brian Caraway – dem siebten Sieg in Folge für den Brasilianer, der u.a. vor nicht allzu langer Zeit den aktuellen Champion schlagen konnte.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Rory MacDonald
Zum ersten Mal in seiner mittlerweile viereinhalb Jahre andauernden UFC-Karriere stand Rory MacDonald am Samstag in einem UFC-Hauptkampf, und der 25-Jährige hat das Beste daraus gemacht. Zwar plätscherte der Kampf zunächst zwei Runden lang so vor sich hin, zu Beginn des dritten Durchgangs nahm MacDonald den zuvor nie durch Schläge gestoppten Tarec Saffiedine dann aber mit einer brutalen Kombination spektakulär aus dem Kampf.

Nach der knappen Punktniederlage gegen Robbie Lawler aus dem November 2013 steht MacDonald nun 3-0 mit Siegen gegen Demian Maia, Tyron Woodley und Saffiedine. Alles solide Gegner, die einen Titelkampf durchaus rechtfertigen dürften. Darüber hinaus gibt es momentan niemanden, der ihn in der Theorie überholen könnte. MacDonald steht ganz offiziell auf Platz zwei der Ranglisten und alle Kämpfer hinter ihm haben entweder einen Kampf geplant oder haben zuletzt verloren. Da die UFC angeblich ohnehin vorhat, im März wieder in MacDonalds Wahlheimat Montreal zu veranstalten, drängt sich ein Kampf zwischen „Ares“ und dem Sieger des im Dezember stattfindenden Rückkampfes zwischen Johny Hendricks und Robbie Lawler nahezu auf.

Raphael Assuncao
Manchmal passt einfach das Timing nicht – Raphael Assuncao kann ein Lied davon singen. Vor einem knappen Jahr noch schlug der brasilianische Veteran TJ Dillashaw knapp nach Punkten und brachte sich damit in die beste Position, um bald gegen Renan Barao um den Bantamgewichtstitel kämpfen zu können. Eine Verletzung zum falschen Zeitpunkt brachte jedoch stattdessen Dillashaw diese Chance ein, der das Beste daraus machte und sich im Mai zum neuen Champion krönte.

Assuncao steht nun trotz sieben Siegen in Folge immer noch etwas auf dem Abstellgleis. Der solide Punktsieg gegen Bryan Caraway macht seine Ansprüche noch überdeutlicher als ohnehin schon, unglücklicherweise hat jedoch erst eine Woche zuvor Ex-Champion Dominick Cruz mit einer spektakulären Leistung gegen Takeya Mizugaki eigene Ansprüche auf seinen ehemaligen Gürtel angemeldet. So wie es aussieht, wird der „Dominator“ nun also den nächsten Titelkampf bekommen, womit Assuncao einmal mehr leer ausgehen würde. Theoretisch könnte er warten, da Dillashaw und Cruz aber nicht vor Anfang 2015 kämpfen werden, würde das eine äußerst lange Pause für Assuncao bedeuten.

Beinahe mehr Sinn machen würde es daher für ihn, sich an Ex-Champion Renan Barao zu versuchen. Nach der desaströsen Niederlage gegen Dillashaw und dem Absage-Fiasko bei UFC 177 könnte jetzt der beste Zeitpunkt überhaupt sein, um gegen einen sich möglicherweise nicht ganz auf der Höhe befindenden Barao anzutreten – ein Sieg gegen den so dominanten Ex-Champion würde definitiv jeden möglicherweise noch verbliebenen Hauch eines Zweifels an der Rechtmäßigkeit seiner Titelchance verschwinden lassen.

Chris Kelades
Es sah nicht gut aus für Chris Kelades, obwohl sich gerade einer seiner größten Träume erfüllt hatte. Kelades war auf der Titelseite einer lokalen Zeitung zu sehen, hatte tausende Fans aus seiner Heimstadt Halifax im Rücken, aber mit fünf Tagen Vorbereitungszeit sein UFC-Debüt anzunehmen, endet nun einmal selten gut.

Wie sich herausstellte, sollte gerade diese Geschichte aber unter die „Selten“-Rubrik fallen, als Kelades nach einer harten ersten Runde das Ruder übernahm und Paddy Holohan zwei Runden lang kontinuierlich zermürbte. Die Chancen stehen gut, dass Kelades immer noch nicht so wirklich realisiert hat, wie sehr sich seine Karriere im Laufe der Woche überschlagen hat, letzten Endes kann die nähere Zukunft aber nur gutes für den 33-Jährigen bereithalten. Nun stellt sich nur noch die Frage, wie genau es weitergehen soll – möglich wäre z.B. ein Kampf gegen den Sieger des Duells zwischen Richie Vaculik und Neil Seery, die Anfang November in Australien aufeinandertreffen werden, oder Louis Gaudinot, den Kelades am Samstag gegen Holohan ersetzt hat.