MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 53

Gunnar Nelson musste am Samstag eine überraschende Niederlage gegen Rick Story einstecken (Foto: Zuffa LLC).

Zum dritten Mal kehrte die UFC am Wochenende in die schwedische Hauptstadt zurück, was allerdings als große Nacht der schwedischen Talente gedacht war, endete in einem Desaster für die einheimischen Kämpfer – nur zwei von sechs Schweden auf dem Programm konnten ihren Kampf gewinnen, und auch Fan-Favorit Gunnar Nelson verließ das Octagon nicht als Sieger. Des einen Freud ist jedoch bekanntermaßen des anderen Leid, und so dürfen sich einige der vermeintlichen Underdogs nun über die Früchte ihrer unerwarteten Siege freuen.

Wir werfen einen kurzen blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Rick Story
Rick Storys Rolle für UFC Schweden war eigentlich recht klar festgelegt: Ein weiterer Name auf Gunnar Nelsons Resümee zu werden. Jemand muss allerdings vergessen haben, Story davon in Kenntnis zu setzen, denn der Amerikaner setzte Nelsons Hype Stück für Stück ein Ende, bis er nach fünf Runden die Punktentscheidung zugesprochen bekam. Story hat sich damit von einem Entlassungs-Kandidaten, der im Juli erst mit einem Sieg auf dem Vorprogramm seinen Job gerettet hat, zum Sieger eines Hauptkampfes gemausert.

Stellt sich nur die Fragen, was nun? Niemand hat so wirklich damit gerechnet, dass Story diesen Kampf klar und ohne Kontroverse gewinnt. Mit relativ aktuellen Niederlagen gegen Kelvin Gastelum und Mike Pyle in der Bilanz wird Story sich mit dem Sieg gegen Nelson nicht in Titelnähe bringen, die Aufmerksamkeit der Szene ist ihm aber fürs Erste sicher. Mitte November tritt Jake Ellenberger in Mexiko gegen Kelvin Gastelum an – falls Ellenberger gewinnt, würde ein Duell mit ihm sicherlich Sinn machen, da Ellenberger nach zuletzt zwei Niederlagen wieder Erfolge braucht, um die Nahrungskette emporzuklettern, während Story nach dem letzten Kampf auch nicht mit einem No-Name abgespeist werden kann. Darüber hinaus hat er Ellenberger bereits 2008 in der regionalen Szene geschlagen und seit dessen UFC-Aufstieg einen Rückkampf gefordert.

Alternativ braucht auch Stephen Thompson noch einen Gegner, der zwar bisher kaum bekannte Namen besiegt hat, dafür aber seine letzten vier Kämpfe gewinnen konnte, zuletzt bei UFC 178 gegen Patrick Coté.

Jan Blachowicz
Auch der KSW-Champion Jan Blachowicz war wohl eigentlich eher dafür bestimmt, den Lokal-Matadoren Ilir Latifi auf dem Weg in Richtung Top 15 gut aussehen zu lassen, der Pole nutzte jedoch einen krachenden Kick zur Leber, um diese Pläne zu durchkreuzen . Blachowicz setzt damit seine Siegesserie fort, die mittlerweile sechs Erfolge am Stück umfasst und nun auch ein überaus erfolgreiches UFC-Debüt.

Ein Titelkampf ist trotz seines Status als KSW-Champion natürlich noch in weiter Ferne, vor allem, da Blachowicz in den Staaten noch völlig unbekannt ist. Ändern könnte man das mit einem Kampf gegen Fabio Maldonado, falls er bei UFC 179 Hans Stringer besiegt oder gegen Anthony Perosh, falls er im November an Guto Inocente vorbeikommt.

Mike Wilkinson
Auch für Mike Wilkinson galt am Samstag eigentlich ‚flieg hin, um deinen Gegner gut aussehen zu lassen.’ Wilkinson war mit Niklas Bäckström gegen eines der vielversprechendsten europäischen Talente der UFC angesetzt worden, und das nach einer Erstrundenniederlage in seinem letzten Kampf, der verletzungsbedingt nun schon knapp eineinhalb Jahre her ist. Bäckström dagegen hatte im Mai erst sein UFC-Debüt mit einer „Performance of the Night“ gegen Tom Niinimäki gewonnen und sollte vor heimischem Publikum wohl als nächster großer Star aufgebaut werden.

Vielleicht ist Bäckström sein Erfolg zu Kopf gestiegen, vielleicht ist Wilkinson einfach der bessere Kämpfer – am Samstag zumindest schickte der „Warrior“ seinen favorisierten Gegner mit einer Rechten umstandslos ins Land der Träume, und das nach nicht einmal eineinhalb Minuten der ersten Runde. Für ihn gilt nun das gleiche wie auch für Story – was kommt als nächstes?

Bäckström hätte mit einem Sieg wohl einen großen Sprung nach oben gemacht, Wilkinson dagegen fehlt das Momentum und der Hype, weshalb sein nächster Gegner vermutlich nicht großartig bekannter sein wird als Bäckström. Potentielle Namen wäre beispielsweise der Sieger des Kampfes zwischen Felipe Arantes und Andre Fili, die bei UFC 179 aufeinandertreffen werden. Alternativ auch Maximo Blanco, der in Berlin Andy Ogle und vor wenigen Wochen in Japan Dan Hooker schlagen konnte, dank seines Rufes als chronischer Regelbrecher aber wohl noch ein bis zwei Siege braucht, um in der Rangliste einen deutlichen Sprung zu machen.