MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 52

Mark Hunt hat sich mit seinem K.o. gegen Roy Nelson am Samstag einmal mehr einen spektakulären Sieg gesichert (Foto: The Wifechaser/Creative Commons).

Auch in diesem Jahr hat der mittlerweile alljährliche Japan-Besuch der UFC nicht enttäuscht – die für eine eigentlich kleine Fight Night sehr stark besetzte Veranstaltung verlangte mit ihrer Startzeit zwar viel von Fans außerhalb der asiatischen Zeitzonen, bot im Gegenzug aber eine Handvoll spannender Kämpfe, die Einfluss auf die Kräfteverhältnisse in einigen Gewichtsklassen haben werden.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Mark Hunt
Der Hauptkampf zwischen den beiden Schwergewichtsdampframmen Mark Hunt und Roy Nelson endete genau so, wie man es erwartet hatte – mit einem krachenden Knockout. Und wieder einmal war es Mark Hunt, der Fans rund um die Welt mit seinem eiskalten Abgang nach dem finalen Schlag begeisterte.

Fünf Siege, eine Niederlage gegen Ex-Champion Junior dos Santos und ein Unentschieden im wohl besten Schwergewichtskampf der letzten Jahre gegen Antonio „Bigfoot“ Silva hat Hunt in der UFC seit 2011 auf der Uhr stehen und bleibt somit weiter in Titel-Reichweite. Ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er mit fünf Niederlagen in Folge in die UFC gekommen ist und auch seinen ersten Kampf im Octagon verlor.

Für einen Titelkampf wird der „Super Samoan“ daher wohl noch nicht in Frage kommen – seine Kämpfe und K.o.’s gegen Leute aus dem Mittelfeld der Gewichtsklasse, die sich im Stand mit ihm messen wollen, sind toll anzusehen, gegen einen Cain Velasquez wird dem Standspezialisten aber kaum jemand eine Chance einräumen. Wenn man Hunt auf einen Titelkampf vorbereiten will, wäre es daher eigentlich Zeit, ihm einen Ringer mit hohem Kamp-IQ vorzusetzen. Einen solchen Gegner hätte man in Stipe Miocic, der allerdings im Dezember erst auf Junior dos Santos treffen wird, während Hunt gerne bereits im November in Australien antreten würde. Viel mehr Alternativen in dieser Richtung stehen darüber hinaus ohnehin nicht bereit. Vielleicht sollte man diese Idee daher auch einfach vergessen und Mark Hunt stattdessen weiter für spektakuläre Feuerwerke einplanen. Das macht ohnehin viel mehr Spaß, und mit Andrei Arlovski stünde gleich schon ein passender Gegner bereit.

Myles Jury
Der Flug um die halbe Welt hat sich für Myles Jury eigentlich kaum gelohnt: Nur 92 Sekunden Arbeit musste der junge Kalifornier in Japan investieren, um sich den größten Sieg seiner bisherigen Karriere zu sichern. Wenn man aber mit einem T.K.o.-Sieg gegen jemanden wie Takanori Gomi aus der Ferne zurückkehrt, lohnt sich natürlich auch der lange Flug quer über den Pazifik.

Mit dem Erstrundensieg gegen die Pride-Legende hat „Fury“ Jury damit den sechsten UFC-Sieg in ebenso vielen Kämpfen eingefahren. Mit Namen wie Gomi, Diego Sanchez und Michael Johnson auf dem Resümee und dem Einstieg in die Top Ten im Rücken ist es für den 25-Jährigen an der Zeit, von jemandem aus der Spitze der Gewichtsklasse getestet zu werden. Anbieten würde sich dabei der Sieger des Duells zwischen Donald Cerrone und Eddie Alvarez, die sich kommende Woche bei UFC 178 gegenüberstehen werden, sofern die UFC sich nicht scheut, mit diesem Kampf einen potentiellen Titelherausforderer zu eliminieren. Alternativ wartet auch Josh Thomson nach seiner kontroversen Punktniederlage gegen Bobby Green noch auf einen Gegner, und auch Green selbst ist nach dem Hin und Her vor UFC 178 noch ungebunden.

Yoshihiro Akiyama
Zweieinhalb Jahre lang war „Sexyama“ aus dem Blickfeld der UFC-Fans verschwunden. Fast drei Jahre war es schon zu Zeiten seines letzten Kampfes im Frühjahr 2012 her, dass Yoshihiro Akiyama das Octagon zum letzten Mal als Sieger verlassen hatte, und doch wurde sein Comeback mit Spannung erwartet. Am Samstag ist er nun mit einem dringend benötigten Sieg ins aktive Kämpferleben zurückgekehrt – der solide Punktsieg gegen Amir Sadollah verschafft dem in Asien äußerst populären Ex-Judoka ein wenig Freiraum, um befreit aufkämpfen zu können.

Stellt sich nur die Frage, gegen wen? Dass sich der außerhalb des Käfigs vielbeschäftigte Akiyama auf Titelkurs befindet, ist recht unwahrscheinlich, weshalb die UFC ihn vermutlich eher mit Gegnern paaren wird, die einen spektakulären Kampf versprechen. Zwei Weltergewichte, die immer für einen solchen gut sind, wären Patrick Coté und Stephen Thompson, die nächsten Samstag bei UFC 178 aufeinandertreffen werden.