MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 51

Andrei Arlovski sicherte sich gegen "Bigfoot" einen extrem wichtigen Sieg (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de).

Der Event-Marathon der UFC wurde am Samstag in Brasilien mit elf Kämpfen fortgeführt. In der Hauptstadt Brasilia versuchten u.a. Antonio „Bigfoot“ Silva, Andrei Arlovski, Gleison Tibau und Piotr Hallmann ihre Karrieren auf das nächste Level zu hieven – einige hatten damit Erfolg, für andere endete der Abend enttäuschend. Wir werfen einen kurzen Blick auf die besten Leistungen des Abends:

Andrei Arlovski
Viel Hoffnung gab es nicht für Andrei Arlovskis Brasilien-Trip, wenn man sich im Vorfeld mal in den Online-Foren umgeschaut hat. Nicht nur hatte der frühere UFC-Schwergewichtschampion bereits ein Mal gegen „Bigfoot“ Silva verloren, das beste Kinn hatte er ja bekanntlich auch nie und auch seine UFC-Rückkehr gegen Brendan Schaub war zwar von Erfolg gekrönt, aber bei weitem nicht überzeugend. Alles in allem tendierten Fans weltweit zum mit Heimvorteil ausgestatteten Brasilianer.

Der Ausgang dieses Kampfes schien daher schon von vornherein festzustehen, nach drei Minuten der ersten Runde war es dann aber Arlovski, der seinen Gegner mit einer perfekt platzierten Rechten auf die Bretter schickte. Zuvor hatte der Weißrusse erfolgreich versucht, mit kurzen Kombinationen an den Mann zu gehen und sich dann schnell wieder aus der Gefahrenzone zu entfernen; wirklich zu stören schienen diese Treffer den massiven Brasilianer aber nicht. Umso überraschender war es, als „Bigfoot“, der im Dezember noch eine 25-Minütige Schlacht gegen Mark Hunt überstanden hatte, plötzlich bewusstlos umfiel. Neben den 50.000 Dollar für den „Knockout of the Night“ darf Arlovski sich nun auch über positive Kritiken von allen Seiten freuen – den hauchdünnen und ziemlich ereignisarmen Punktsieg gegen Brendan Schaub hat der „Pitbull“ somit erfolgreich vergessen gemacht.

Zwar wird ihm dieser Triumph keinen Titelkampf einbringen, trotzdem hat der 35-Jährige gezeigt, dass mit ihm immer noch zu rechnen ist. Möglichkeiten für die nahe Zukunft gibt es momentan darüber hinaus reichlich – von Matt Mitrione über Ben Rothwell bis hin zum Sieger des nächste Woche anstehenden Duells zwischen Mark Hunt und Roy Nelson warten eine Menge anderer Kämpfer darauf, mit einem weiteren Sieg an die Spitze der Gewichtsklasse durchzubrechen.

Jessica Andrade
Besser hätte es nicht laufen können – nach ihrer Debüt-Niederlage gegen Liz Carmouche hatte Jessica Andrade bereits zwei überzeugende Siege eingefahren, am Samstag folgte dann eine viereinhalb Minuten andauernde dominante Leistung mit anschließendem Guillotine Choke gegen die Debütantin Larissa Pacheco. Andrade hat sich damit in eine gute Position innerhalb der immer noch nicht wirklich starken Bantamgewichtsklasse der Frauen manövriert, was auch Ronda Rousey mitbekommen hat, die für PR-Arbeit vor Ort war und ein Backstage-Interview verschob, um den „Pitbull“ kämpfen zu sehen.

Obwohl die bullige und schlagstarke Brasilianerin sicherlich jeder Kämpferin ihrer Gewichtsklasse gefährlich werden könnte, sieht sie sich selbst noch nicht so weit – eineinhalb bis zwei Jahre will sie sich selbst noch geben, um Fortschritte zu machen und mit besseren Chancen in einen Kampf um den Titel zu gehen. Drei bis vier Kämpfe vor einer potentiellen Titelchance würde das bedeuten – als nächstes müsste es nach drei Siegen in Folge theoretisch in der Rangliste nach oben gehen. Da die Gewichtsklasse aber noch keine ganz klar aufgebaute Top 15 hat, ist allerdings wenn überhaupt nur ein wirklich großer Sprung möglich. Entweder bekommt Andrade also jemanden aus dem Mittelfeld vorgesetzt, oder aber jemanden in Titelnähe, wie Miesha Tate, falls sie am nächsten Wochenende in Japan gewinnen kann, oder die Siegerin des Duells zwischen Cat Zingano und Amanda Nunes bei UFC 178.

Godofredo Castro
Das nötige Talent hatte Godofredo Castro immer, in der Vergangenheit hat es ihm aber vor allem an der Kontinuität gemangelt, die auf dem Level der UFC für langfristigen Erfolg notwendig ist. Nach einem Sieg und drei Niederlagen holte sich der Brasilianer daher Anfang des Jahres die Hilfe eines Psychologen, und die Resultate seitdem sprechen für sich: nachdem er sich im März bereits den Bonus für die „Performance of the Night“ mit einem spektakulären eingesprungenen Knie gegen Noad Lahat sichern konnte, sackte er den gleichen Bonus nun auch für seinen dominanten Aufgabe-Sieg gegen Dashon Johnson ein.

Mit zwei imposanten Siegen im Rücken und dem geäußerten Wunsch, zur Abwechslung mal in den USA anstatt erneut in Brasilien zu kämpfen, könnten wir „Pepey“ bald auch in den großen Arenen in den Staaten sehen. Ein potentieller Gegner könnte einer der Sieger der Duelle zwischen Dennis Siver und Robert Whiteford bzw. Lucas Martins und Darren Elkins werden, die jeweils im Oktober aufeinandertreffen sollen.