MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 50

"Jacare" Souza gewann am Freitag seinen vierten Kampf in Folge in der UFC (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de).

Für den direkten Wettkampf mit Konkurrent Bellator hat die UFC am vergangenen Wochenende einige große Namen für eine eigentlich eher kleine Fight Night-Veranstaltung aufgefahren – mit „Jacare“ Souza, Gegard Mousasi, Alistair Overeem und Joe Lauzon sind in Ledyard im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut eine Menge bekannter Gesichter aufgelaufen, und das mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Ronaldo Souza
Acht Jahre ist es her, seitdem Gegard Mousasi zum letzten Mal vorzeitig besiegt wurde, und Ronaldo „Jacare“ Souza hat es am Freitag leicht aussehen lassen- nach zweieinhalb dominanten Runden zwang das BJJ-Ass seinen Gegner im Guillotine Choke zum Abklopfen. Der Brasilianer selbst hat im Anschluss an seinen Sieg einen Titelkampf gefordert, wird diesen laut UFC-Präsident Dana White aber vorerst nicht bekommen – stattdessen solle Jacare zuvor noch einen weiteren Kampf bestreiten, da das Timing nicht passe. Zwar würde Souza nach seinen letzten Kämpfen gegen so ziemlich jedes Mittelgewicht in der UFC als Favorit in den Kampf gehen, trotzdem ist die Gefahr einer Niederlage natürlich immer gegeben.

Allzu viele Optionen hat die UFC darüber hinaus gar nicht, um Jacare bis zu einem Titelkampf sinnvoll bei Laune zu halten. Der Sieger des Duells zwischen Tim Kennedy und Yoel Romero würde sich wohl am ehesten anbieten – die beiden werden Ende des Monats bei UFC 178 aufeinandertreffen, wobei der Gewinner selbst ein großes Stück näher an das Titelgeschehen rücken würde. Lyoto Machida würde angesichts seiner Position vor Souza in der Rangliste ebenfalls Sinn machen, wobei Machida gerade erst gegen Champion Chris Weidman verloren hat und mit einem Sieg gegen Jacare einen vielversprechenden Titelherausforderer absägen würde.

Ben Rothwell
So hätte dieser Kampf in der Theorie nicht ausgehen sollen – Ben Rothwells Erstrunden-K.o. gegen den ehemaligen K1- und Strikeforce-Champion Alistair Overeem wirft eine Menge Fragen auf. Hat Rothwell tatsächlich so viel Schlagkraft, oder ist Overeems Kinn einfach am Ende? Hatte Rothwell einfach Glück, an der richtigen Stelle zu treffen, oder ist er schlicht der bessere Kämpfer? Unglücklicherweise für Rothwell hat sein Sieg die eigene Bedeutung in den Augen vieler Fans gewissemaßen selbst entwertet – wenn ein Ben Rothwell einen Overeem mittlerweile ausknocken kann, gehört da wohl nicht mehr viel zu, könnte man meinen. Mit vorzeitigen Siegen gegen Brendan Schaub, Brandon Vera und jetzt Overeem in seinen letzten vier Kämpfen hat sich Rothwell allerdings ein sehr solides Resümee erarbeitet, das man ihm nicht streitig machen kann.

Dabei hat er jedoch ein ähnliches Problem wie Tim Boetsch, der trotz technischer Unterlegenheit jeden Kampf in einem Sekundenbruchteil drehen kann, neben körperlicher Kraft aber meist in allen anderen Bereichen unterlegen zu sein scheint. Obwohl Rothwell in den vergangenen Jahren einige Fortschritte gemacht hat, wird ihm dieses Image wohl immer anhaften, zumindest dürfte er jetzt aber etwas mehr Respekt und Anerkennung bekommen als bisher. Ob Rothwell in Zukunft regelmäßig Gegner vom Kaliber Overeems vorgesetzt bekommen wird, steht in den Sternen. Fürs Erste würde wohl ein Kampf gegen Matt Mitrione am meisten Sinn machen.

Matt Mitrione
Wenn man vom Teufel spricht. Für Matt Mitrione war der vergangene Freitag ein wichtiger Wendepunkt – nach Niederlagen gegen Roy Nelson und Brendan Schaub,  K.o.-Siegen gegen Phil de Fries und Shawn Jordan sowie dem in letzter Minute ausgefallenen Kampf gegen Stefan Struve stand „Meathead“ nun einem unbekannten, aber äußerst gefährlichen Gegner gegenüber. Derrick Lewis ging mit zehn K.o.-Siegen aus vierzehn Profi-Kämpfen in dieses Duell und hätte Mitriones Ansprüche auf einen soliden Platz in der Schwergewichtsrangliste schnell sehr weit herunterfahren können.

Viel Neues hat man über Mitrione in den nur 41 Sekunden ihres Kampfes dann auch nicht gelernt, dafür hat „Meathead“ einmal mehr bewiesen, das er im Stand äußerst gefährlich ist und man es sich zwei Mal überlegen sollte, ihn nach nur zwei Kämpfen in der UFC herauszufordern. Ben Rothwell befindet sich momentan in einer ähnlichen Position wie Mitrione – mal verliert er, oft gewinnt er, und meist geht der Gegner dabei auf die Bretter. Zum einen könnte diese Ansetzung daher einen spannenden Kampf bieten, zum anderen würde es beiden die Möglichkeit geben, sich mit einem weiteren Sieg zu etablieren und die Ranglisten ein weiteres Stück emporzuklettern.