MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 49

Rafael dos Anjos sicherte sich mit dem Knockout gegen Ben Henderson den mit Abstand größten Sieg seiner Karriere (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Wenige Stunden, nachdem Michael Bisping in Macau Cung Le ausknockte, öffneten sich einige Tausend Kilometer entfernt erneut die Tore des Octagons – in Tulsa, Oklahoma endeten sieben von elf Duellen vorzeitig, was einigen Kämpfern in den Ranglisten einen ordentlichen Schub nach vorne geben sollte.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends

Rafael dos Anjos
Wow – damit hätte in dieser Form wohl niemand gerechnet. Rafael dos Anjos ist seit 2008 Teil der UFC und hat immer wieder sehr gute Kämpfe abgeliefert, konnte in den ersten vier Jahren aber nie eine sonderlich beeindruckende Siegesserie aufbauen. Seit 2012 dann hat der Brasilianer sieben von acht Kämpfen gewonnen, und trotzdem galt er mehr oder weniger als Zeitvertreib für Henderson, der gegen Champion Anthony Pettis bereits zwei Mal verloren hat und die Leiter wieder ganz langsam hochklettern muss – vor allem, weil Pettis erst im Dezember das nächste Mal in den Käfig steigen wird.

Mit seinem Erstrunden-Knockout gegen den Ex-Champion machte dos Anjos diesen Plänen am Wochenende einen Strich durch die Rechnung, und zwar auf eine Art und Weise, die nicht wirklich vorhersehbar war. Zwar hatte der Brasilianer seine Schlagkraft bereits in der Vergangenheit bewiesen, aber selten in so zerstörerischer Konzentration und nie gegen einen Gegner vom Kaliber Hendersons. Zuvor als Nummer fünf in der Rangliste geführt, dürfte ein Erstrundensieg gegen die offizielle Nummer eins hinter dem Champion dos Anjos buchstäblich auf einen Schlag in Titelnähe katapultieren. Stellt sich nur die Frage, wie dos Anjos, der erst vor einigen Monaten gegen Khabib Nurmagomedov nach Punkten verlor, den letzten Schritt auf dem Weg dorthin hinter sich bringen kann? Ein Rückkampf gegen den Dagestani, der seit ihrem Kampf inaktiv war, macht wenig Sinn, ebenso ein zweites Duell mit Donald Cerrone, den dos Anjos vor einem knappen Jahr schlagen konnte. Bleibt aus dieser Perspektive nur zu hoffen, dass der „Cowboy“ am 27. September bei UFC 178 gegen Eddie Alvarez verliert, sodass der ehemalige Bellator-Champion und dos Anjos den nächsten Herausforderer auf Anthony Pettis oder Gilbert Melendez Titel unter sich ausmachen können.

Thales Leites
Auch hiermit hätte vor einigen Jahren kaum jemand gerechnet: Nachdem Thales Leites, der damals hauptsächlich als Boden-Spezialist bekannt war, 2009 nach zwei Niederlagen aus der UFC entlassen wurde, schien er nicht unbedingt der Typ Kämpfer zu sein, der sich mit einer imposanten Siegesserie in die Organisation zurückarbeiten könnte. Genau das tat Leites im Anschluss jedoch, und mittlerweile ist der 32-Jährige besser als je zuvor. Neben seiner Expertise am Boden hat der Brasilianer in der Zwischenzeit auch seine Schlagkraft endgültig für sich entdeckt und damit nun nach Trevor Smith im April auch Francis Carmont unsanft auf die Bretter befördert, was ihm den vierten UFC-Sieg in Folge beschert hat. Carmont ging zwar mit zwei verlorenen Kämpfen in Folge in dieses Duell, hat seine Qualitäten im Stand aber in der UFC bisher mehr als ein Mal bewiesen und wurde darüber hinaus in 31 Profi-Kämpfen nie ausgeknockt.

Das macht Leites’ Sieg umso beeindruckender, der in der offiziellen UFC-Rangliste momentan an 15. Stelle geführt wird. Je nach Gegner könnte sich Leites mit einem weiteren Sieg also in Top Ten-Nähe vorarbeiten – der perfekte Gegner dafür wäre wohl momentan Tim Boetsch, der erst vorige Woche Brad Tavares ausknocken konnte und zurzeit auf Platz 14 steht. 

Max Holloway
Max Holloway ist erst 22 Jahre alt, hat sich dank regelmäßiger Kämpfe und schierem Können aber trotzdem bereits eine Art Veteranen-Status erarbeitet. Was in diesem Fall als Kompliment gemeint ist, denn nicht viele Kämpfer in seinem Alter könnten mit einem Mix aus Aggressivität und Kontrolle auf dem höchsten Level so bestehen, wie Holloway es tut.

Lediglich Dustin Poirier, Dennis Bermudez und Conor McGregor musste sich der Hawaiianer bisher in neun UFC-Kämpfen geschlagen geben, wobei er lediglich in seinem Debüt von Dustin Poirier vorzeitig besiegt wurde, einem anerkannten Top-Kämpfer. Gegen McGregor und Bermudez dagegen verlor er lediglich nach Punkten, wobei die Entscheidung zugunsten von Bermudez bestenfalls als kontrovers gilt. Nachdem er am Samstag mit Clay Collard einen – im Käfig sehr beeindruckenden – Ersatz-Gegner für Mirsad Bektic besiegt hat, dürfte für Holloway nun entweder genau dieses Duell anstehen, oder möglicherweise sogar jemand aus den Top 15. Ein Kampf gegen Dennis Siver beispielsweise würde spannende Feuerwerke im Stand versprechen, falls er am 4. Oktober Robert Whiteford besiegen kann.