MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 48

Michael Bisping sicherte sich in Macau den ersten Knockout-Sieg seit seiner Demontage Jason Millers Ende 2011 (Foto: Zuffa LLC).

21 Kämpfe haben am vergangenen Wochenende auf zwei verschiedenen Kontinenten in der UFC stattgefunden, zehn davon in der chinesischen ‚Sonderverwaltungszone’ Macau. Von spektakulären Knockouts bis zu fragwürdigen Punktentscheidungen war alles dabei, und einige der zwanzig Kämpfer der 48. UFC Fight Night haben ihre Chance genutzt, um die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Michael Bisping
Als ewiger „Gatekeeper“ gilt Michael Bisping mittlerweile – einer, der den Großteil der Gewichtsklasse schlagen kann, aber stets an den Top-Kämpfern scheitern wird. Obwohl diese Bezeichnung auf dem Level der UFC bedeutet, dass man ein verdammt guter Kämpfer ist, gibt sich ein Bisping damit nicht zufrieden. Nach der enttäuschenden Punktniederlage gegen Tim Kennedy im April konnte man Bisping am Samstag die große Erleichterung über seine Rückkehr auf die Siegerstraße deutlich ansehen – hätte er gegen einen zwar immer noch gefährlichen, aber auch 42 Jahre alten und mittlerweile eher in Hollywood beheimateten Cung Le verloren, wären seine Titelträume ein für alle Mal vorbei gewesen.

Mit dem technischen K.o. in der vierten Runde wird der Brite sich den lang ersehnten Titelkampf noch nicht verdient haben, er konnte sich damit aber etwas Luft verschaffen und wird nun mit neu gestärktem Selbstbewusstsein in seinen nächsten Kampf gehen. Je nachdem, gegen wen er dann antreten wird, könnte er sich mit einem weiteren Sieg einen Kampf um den Status des Herausforderers und schließlich doch noch eine Chance auf den Gürtel verdienen. Dank einer ausgiebigen Twitter-Fehde galt Luke Rockhold zwischenzeitlich als logischer nächster Gegner, der jetzt jedoch aller Voraussicht nach im November auf Lyoto Machida treffen wird. Da ein offensichtlich hoch motivierter Bisping nach der langen Verletzungspause im letzten Jahr sicherlich nicht bis 2015 auf Rockhold oder Machida warten will, wird jemand anderes aus der Top Ten herhalten müssen, beispielsweise der Sieger des Duells zwischen Gegard Mousasi und „Jacare“ Souza am 5. September. Ebenfalls denkbar wäre C.B. Dollaway, der nach seinen diesjährigen Siegen gegen Cezar „Mutante“ und Francis Carmont momentan auf Rang 9 gelistet wird, nur eine Position hinter Bisping.

Tyron Woodley
Mit seinem 61-Sekunden-K.o. gegen Dong Hyun Kim folgt Tyron Woodley weiter seinem Rhythmus, der ihn mal zur gefürchteten Killer-Maschine, mal zum Zuschauer im Käfig macht. Wie zuvor bereits gegen Jay Hieron, Josh Koscheck und auch Carlos Condit gelang es dem „Chosen One“ auch gegen Dong Hyun Kim, seine extrem kraftvollen Schläge früh und sauber ins Ziel zu bringen, was den Koreaner eine knappe Minute nach Kampfbeginn bewusstlos auf der Matte hinterließ. Genau dieses Resultat hat Woodley gebraucht, der seine Ansprüche auf einen Top-Platz in der Gewichtsklase nach der unrühmlichen Punktniederlage gegen Rory MacDonald mit einem weiteren Rückschlag wohl deutlich nach unten hätte schrauben müssen.

Die riskante Entscheidung, einen Kampf gegen einen gefährlichen Gegner wie Kim kurzfristig und so kurz nach einer bitteren Niederlage anzunehmen, hat sich jedoch letztendlich bezahlt gemacht und Woodley ist direkt wieder im Geschäft. Nun wird er zeigen müssen, ob er diese Form konstant auffahren kann oder in gewissen Kämpfen, wie gegen Shields oder eben MacDonald, weiterhin das Flattern kriegt und scheinbar einfriert. Der momentan perfekte Gegner, um genau das auszutesten, könnte Jordan Mein sein, der einige Stunden nach Woodleys Sieg in Tulsa, Oklahoma Mike Pyle ausknockte. Im Gegensatz zu Kim 2.0 ist Mein zwar aggressiv, dabei aber technisch sauberer und lässt auch die Defensive nicht so häufig außer Acht – es dürfte interessant zu sehen sein, ob und wie Woodley sich anpasst, wenn er nicht früh im Kampf seine Bomben anbringen kann und einen Plan B braucht.

Alberto Mina
Einen Moment tiefer Zufriedenheit dürfte Alberto Mina am Samstag durchlebt haben, dessen eigentliches UFC-Debüt Anfang März einen Tag vor dem Kampf ausfiel, weil Gegner Zak Cummings dreieinhalb Kilo zu viel auf die Waage brachte. Mit einem halben Jahr Verspätung konnte der in Hong Kong lebende Brasilianer nun aber doch noch zeigen, was in ihm steckt – der T.K.o.-Sieg in Runde eins gegen Shinsho Anzai ist nicht nur wegen des beeindruckenden Endresultates beeindruckend, sondern vor allem deshalb, weil Mina zuvor selbst in argen Schwierigkeiten steckte. Der 32-Jährige schaffte es jedoch, das Bewusstsein und die Nerven zu behalten, drehte den Spieß kurzerhand um und schickte seinerseits Anzai auf die Bretter.

Mit den 50.000 Dollar für die „Performance of the Night“ dürfte sich das entgangene Debüt im März rückblickend um einiges leichter verschmerzen lassen – wenn Mina demnächst ins Octagon zurückkehren wird, dürfte jemand wie Ben Saunders als Gegner Sinn machen oder auch Alan Jouban, der erst vor einer Woche einen sehr ähnlichen Kampf wie Mina hinlegte, als er nach einem kurzen Schockmoment Mike Pyle ausknockte und dafür ebenfalls die „Performance of the Night“ gewann.