MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 42

Ben Henderson (links) bezwang im Wilden Westen Rustam Khabilov vorzeitig durch Rear Naked Choke (Foto: Zuffa LLC).

Ein weiteres Wochenende, ein weiterer UFC-Event. Bei der 42. UFC Fight Night im Tingley Coliseum in Albuquerque wurde am Samstag einiges an Action geboten, und für einige der 22 Kämpfer dürften die kommenden Monate sehr interessant werden – wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends.

Ben Henderson
Einen dritten Kampf gegen Anthony Pettis wird sich Henderson mit seinem Aufgabe-Sieg gegen Rustam Khabilov vermutlich nicht verdient haben, nichtsdestotrotz hat „Smooth“ am Samstag einen großen Schritt zurück in Richtung eines Titelkampfes gemacht.

Von Anfang 2012 bis Mitte 2013 war Henderson selbst Eigentümer des UFC-Leichtgewichtstitels, konnte seinen Gürtel in diesem Zeitraum aber lediglich ein Mal deutlich verteidigen, und zwar Ende 2012 gegen Nate Diaz, den er fünf Runden lang dominierte. Seine restlichen Titelkämpfe bis zum Verlust des Gürtels gegen Pettis hat Henderson allesamt ebenfalls nach Punkten gewonnen, meistens hatte der Großteil der Zuschauer den jeweiligen Kampf aber an seine Gegner gegeben. Egal ob die beiden Kämpfe gegen Frankie Edgar, die Titelverteidigung gegen Gilbert Melendez oder auch Hendersons Fünf-Runder gegen Josh Thomson im vergangenen Januar: in keinem dieser Kämpfe konnte Henderson im Käfig allzu deutliche Argumente anbringen, weshalb man die Punktentscheidung an ihn geben sollte.

Dafür hat der Ex-Champion natürlich regelmäßig herbe Kritik einstecken müssen, die er jetzt fürs Erste im Keim erstickt hat. Der erste vorzeitige Sieg in der UFC, obendrein gegen einen soliden Gegner wie Rustam Khabilov, lässt Hendersons Momentum in seit längerem unbekannte Höhen schnellen. Die Warteschlange auf eine Chance gegen den oft und lange verletzten Pettis ist mit Khabib Nurmagomedov, Donald Cerrone, TJ Grant und einigen Anderen allerdings recht lang, sodass Henderson wohl noch einen der anderen potentiellen Herausforderer wird schlagen müssen, wenn er noch mal eine Chance gegen Pettis bekommen will.

John Dodson
Für John Dodson hätte der vergangene Samstag kaum besser laufen können – mit einem krachenden Kniestoß zum Kopf John Moragas sicherte das quirlige Fliegengewicht sich vor heimischem Publikum den zweiten vorzeitigen Sieg nach seiner knappen Punktniederlage im Titelkampf gegen Demetrious Johnson. Also, eigentlich stimmt das nicht ganz – offiziell wurde der Kampf in der Rundenpause wegen Moragas vermeintlich gebrochener Nase gestoppt, der Aufprall von Dodsons Kniescheibe auf eben jener ist aber wohl die Sequenz, die aus diesem Kampf in Erinnerung bleiben wird.

Nach dem Knockout gegen Darrell Montague aus dem Oktober 2013 steuert Dodson damit weiterhin mit Vollgas auf ein zweites Duell mit Johnson hin, der seinen Titel am kommenden Wochenende gegen Ali Bagautinov verteidigen will. Das Timing für einen Rückkampf in naher Zukunft passt also bestens, und da es momentan nicht allzu viele Fliegengewichte mit einer Reihe überzeugender Siege gibt und Dodson obendrein ein bekanntes Gesicht ist, stehen seine Chancen tatsächlich gut, im späteren Verlauf des Jahres seine zweite Chance auf den heiß ersehnten Gürtel zu bekommen – gegen Johnson oder auch Bagautinov.

Piotr Hallmann
Die UFC-Karriere des jungen polnischen Marine-Offiziers begann im vergangenen Herbst vielversprechend – zwar musste Piotr Hallmann gegen den bulligen Francisco Trinaldo durch die Hölle gehen, die in der ersten Runde in Form von durchschlagenden Kicks auf die Leber über ihn hereinbrach; als der Brasilianer müde wurde, sicherte Hallmann sich jedoch per Kimura einen respektablen Comeback-Sieg.

Nur wenige Wochen später sprang er kurzfristig gegen Al Iaquinta ein, gab jedoch ein paar Takedowns zu viel ab und verlor eine Punktentscheidung – knapp sieben Monate danach stand ihm nun in der Wüste New Mexicos Yves Edwards gegenüber. Der Veteran hat zuletzt öfter verloren als gewonnen, ist aber immer noch ein brandgefährlicher Gegner, gegen den einige wenige Sekunden der Unachtsamkeit ausreichen, um sich bewusstlos auf dem Rücken wiederzufinden. Hätte Hallmann verloren, hätte nach der zweiten Niederlage in Folge die Entlassung gedroht, was er jedoch durch einen Rear Naked Choke in der dritten Runde verhinderte. Das Risiko, nach einer Niederlage gegen jemanden wie Edwards anzutreten, hat sich also mehr als ausgezahlt. Zum einen natürlich karrieretechnisch, allerdings auch finanziell, denn der Griff hat Hallmann den mit 50.000 Dollar dotierten „Performance of the Night“-Bonus eingebracht – macht zusammen den zweiten Bonus in drei UFC-Kämpfen.

Was als nächstes kommt, ist angesichts der sehr geschäftigen Leichtgewichtsklasse schwer vorherzusagen. Nur wenige Minuten nach Hallmanns Erfolg knockte Rafael dos Anjos in der zweiten Runde ihres Duells Jason High aus – der etablierte Brasilianer wäre sicherlich ein interessanter Gegner für Hallmann, ebenso wie Jon Tuck, der, ebenfalls in Albuquerque, Jake Lindsey vorzeitig besiegte und nun wie Hallmann 2-1 in der UFC steht.