MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 41

Nick Hein feierte in der Berliner o2 World ein erfolgreiches UFC-Debüt (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de).

Seit 2010 mussten die deutschen Fans darauf warten: am vergangenen Samstag schließlich fanden nach all den Widrigkeiten der letzten Jahre doch noch zehn Kämpfe im Octagon der UFC auf deutschem Boden statt.

Zwar enttäuschten einige wenige Kämpfe, die im Vorhinein Feuerwerke versprochen hatten, dafür lieferten viele andere Akteure spektakuläre Siege ab, die von der UFC im Nachhinein mit vier „Performance of the Night“-Boni honoriert wurden. Wir werfen einen kurzen Blick auf einige der besten Leistungen des Abends.

Gegard Mousasi
Sein Lauf in der UFC hat ziemlich schleppend begonnen, aber mit dem Rear Naked Choke in Runde eins gegen Mark Munoz hat der „Armenian Assassin“ nun endlich seinen ersten wirklich überzeugenden Sieg im Octagon eingefahren. Mousasi kommt damit endlich dort an, wo ihn viele Fans seit langem sehen, und zwar an der Spitze der Gewichtsklasse. Er selbst wollte gegenüber den Medien nach dem Kampf keine Titelkampf-Ambitionen anmelden, sondern sieht sich eher im Bereich um die Top Five. Damit könnte er sogar einigermaßen richtig liegen, immerhin tummeln sich dort momentan Kämpfer wie Jacare Souza, Tim Kennedy oder Luke Rockhold, die allesamt kürzlich sehr solide Erfolge hatten. Einer dieser drei würde sicherlich Sinn machen für Mousasi, sodass man eines der Duelle im Spätsommer durchaus zu sehen bekommen könnte.

Niklas Bäckström
Was für ein Monat für Niklas Bäckström. Vor wenigen Wochen noch gab es keinerlei Anzeichen, dass er sein Debüt in der UFC so schnell und auf dem Hauptprogramm geben können würde. Dann fiel Thiago Tavares aus und Bäckström bekam kurzfristig seine Chance. Es hätte weitaus bessere Ausgangspositionen gegeben als so kurzfristig gegen einen starken Gegner einzuspringen, aber kein besseres Ergebnis als den favorisierten BJJ-Experten mit dessen eigenen Waffen per Aufgabe in Runde eins zu schlagen.

Die Tränen nach dem Kampf und die Jubelschreie bei der Pressekonferenz zeigen wohl überdeutlich, wie wichtig dieser Erfolg für den jungen Schweden ist. Nun muss er zusehen, dass er das am Samstag gewonnene Momentum aufrechterhalten kann. Wer sein UFC-Debüt auf diese Art und Weise gewinnt, läuft häufig Gefahr, beim zweiten Kampf gleich ein richtiges Kaliber vorgesetzt zu bekommen. Wahrscheinlicher in Bäckströms Fall ist allerdings wohl, dass er auf der Stockholmer Veranstaltung im Oktober einen Gegner aus dem Mittelfeld des Federgewichts vor die Fäuste bekommt – Robbie Peralta beispielsweise könnte für einen spannenden Kampf sorgen, der gerade erst gegen Rony „Jason“ gewonnen hat und vielleicht seine Niederlage gegen den Schweden Akira Corassani revanchieren will, gegen den er im vergangenen Jahr in Stockholm verloren hat.

Nick Hein
Der „Sergeant“ ist da – Nick Hein bekam bereits im Vorfeld eine große Menge mediale Aufmerksamkeit und sah sich so am Wochenende großem Druck ausgesetzt. In den Interviews vor dem Kampf, der Polizei-Uniform beim Wiegen und der Stimmungsmache nach dem Kampf hat der Kölner trotzdem gezeigt, dass er weiß, wie er sich passend in Szene setzt. Jetzt müssen nur noch die Ergebnisse im Octagon stimmen, und mit seinem unterhaltsamen Punktsieg gegen Drew Dober hat Hein am Samstag den wichtigen ersten Schritt hinter sich gebracht. Wäre ein vorzeitiger Sieg wünschenswert gewesen? Mit Sicherheit, aber wer kann es Hein verübeln, dass er mit all den auf ihn gerichteten Augen nicht sämtliche Risiken außer Acht lässt?

Darüber hinaus hat er Dober durchaus hart getroffen, und zwar nicht nur ein Mal – dass der Kampf über die Runden gegangen ist, ist daher auch dem Kinn des Amerikaners zu verdanken, der die ganze Zeit über nach Kräften gegengehalten hat. Als nächsten Gegner wird die UFC Hein vermutlich jemanden aus dem Mittelfeld des Leichtgewichts vorsetzen oder jemanden, der ebenfalls erst wenige Kämpfe im Octagon bestritten hat. Rashid Magomedov oder Mitch Clarke beispielsweise wären interessante Möglichkeiten, und mit UFC Japan im September wurde auf der Pressekonferenz auch schon eine passende Veranstaltung vorgeschlagen.