MMA

Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 38

Dan Henderson hat am Sonntag seinen ersten Kampf seit über zwei Jahren gewonnen - erneut gegen "Shogun" Rua (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de).

Der zweite Brasilien-Event des Jahres ist Geschichte, und wieder einmal gab es aus Südamerika jede Menge Knockouts, Kontroversen und Überraschungen zu vermelden. Aber welche der 22 Kämpfer konnten sich am Sonntag am meisten hervortun? Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Dan Henderson
Viele hatten ihn abgeschrieben, doch am Sonntag hat Dan Henderson gezeigt, dass man auch mit 43 Jahren und nach drei Niederlagen in Folge durchaus noch beeindrucken kann. Henderson hat den Kampf gegen Mauricio „Shogun“ Rua keineswegs dominiert, sondern steckte vor dem spektakulären Knockout in Runde drei selbst mehrfach in argen Schwierigkeiten. Zu guter Letzt aber schaffte er es ein weiteres Mal, seine patentierte „H-Bomb“ durchzubringen, die Rua mit gebrochener Nase einen Salto rückwärts schlagen ließ, nach dem Henderson den Sack mit einigen weiteren Schlägen zumachte. Seinen 2012 abgesagten Titelkampf gegen Jon Jones hat Henderson sich mit diesem Sieg sicherlich nicht zurückerobert, nach zuletzt drei teils äußerst knappen Niederlagen dürfte der K.o. gegen „Shogun“ Henderson aber einige weitere prestigeträchtige Kämpfe eingebracht haben.

Bei aller Euphorie über den spektakulären Sieg muss man jedoch bedenken, dass Henderson in diesem Kampf noch von der Testosteron-Ersatztherapie profitiert hat, die vor kurzem von der Sportkommission Nevada verboten wurde und in der UFC somit ab sofort nicht mehr geduldet wird. Als einer von vielen Kämpfern aus dem Kader der UFC muss „Hendo“ jetzt einen Weg finden, sein Training ohne das ärztlich verschriebene Testosteron zu durchstehen. Ob beziehungsweise wie dies den alternden Star beeinflussen wird, kann nur die Zeit zeigen – dank seiner Leistung vom Wochenende wird Henderson den Unterschied wohl an einem weiteren bekannten Gegner testen dürfen. Anbieten würde sich zum Beispiel der Sieger des Kampfes zwischen Phil Davis und Anthony Johnson, die am 26. April bei UFC 172 aufeinandertreffen werden, oder alternativ ein Rückkampf gegen Wanderlei Silva, falls dieser am 31. Mai Chael Sonnen schlagen kann.

C.B. Dollaway
Warum auch immer, aber C.B. Dollaway ist einer dieser Kämpfer, der den meisten Fans offensichtlich auf den ersten Blick unsympathisch ist. Egal, in welchem Forum oder unter welchem von ihm handelnden Artikel man nachschaut – man kann davon ausgehen, dass dort mehr als eine Person mit jeder Menge Häme über den „Doberman“ vom Leder zieht.

Wenn Dollaway verliert, zieht sich daher meist eine Welle der Schadenfreude durch die MMA-Welt, am Sonntag allerdings hat der 30-Jährige sämtliche Anti-Fans auf einmal zum Schweigen gebracht, als er Vitor Belfort-Schützling Cezar „Mutante“ Ferreira in einer knappen halben Minute auf die Bretter schickte. Zwar wird ihm dieser Sieg nach einer, wenn auch äußerst knappen, Punktniederlage gegen Tim Boetsch aus dem letzten Oktober keinen Top-Gegner bescheren, einen Sprung nach oben kann man nach diesem Sieg im Co-Hauptkampf aber erwarten. Ein Kampf gegen den Sieger des Duells zwischen Brad Tavares und Yoel Romero Palacio, die bei UFC on FOX am 19. April aufeinandertreffen, könnte zeigen, wer von ihnen bereit ist, auf das nächste Level in den Ranglisten gehievt zu werden.

Godofredo Castro
Als erster Kampf des Abends hat man es in der UFC nicht leicht – die Halle ist meist weitestgehend leer, vor dem Fernseher sitzt auch noch kaum jemand und einen der lukrativen Bonuszahlungen für besonders beeindruckende Leistungen zu ergattern, scheint so gut wie unmöglich. Es sei denn, man liefert den Kameras etwas besonders ab; etwas, das sämtliche Blicke auf sich zieht – Godofredo Castro hat genau das getan und sich mit seinem eingesprungenen Kniestoß in der ersten Runde gegen Noad Lahat ein Highlight für die Ewigkeit gesichert. Dabei stand „Pepey“ vor diesem Kampf mit dem Rücken zur Wand – nach zwei T.K.o.-Niederlagen in Folge und nur einem Sieg in seinen letzten vier Kämpfen war es vor diesem Wochenende das primäre Ziel, am Montag noch Teil der UFC zu sein.

Diese Herausforderung hat Castro mit fliegenden Fahnen bestanden und auf dem Weg gleich noch einen der mit 50.000 Dollar dotierten „Performance of the Night“-Boni eingestrichen. „Pepey“ darf nach der jüngsten Negativ-Serie keinen allzu großen Sprung in den Ranglisten erwarten, die UFC-Karriere sollte nach diesem Sonntag aber fürs erste in trockenen Tüchern sein.